We Philologists Complete Works of Friedrich Nietzsche, Volume 8

By Friedrich Nietzsche

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seen to go forward in a loose and disordered way, do not
think that a god has any purpose in view by letting them do so or that
he is neglecting them. We can now see in a general way that the history
of Christianity on earth has been one of the most dreadful chapters in
history, and that a stop _must_ be put to it. True, the influence of
antiquity has been observed in Christianity even in our own time, and,
as it diminishes, so will our knowledge of antiquity diminish also to an
even greater extent. Now is the best time to recognise it: we are no
longer prejudiced in favour of Christianity, but we still understand it,
and also the antiquity that forms part of it, so far as this antiquity
stands in line with Christianity.


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Philosophic heads must occupy themselves one day with the collective
account of antiquity and make up its balance-sheet. If we have this,
antiquity will be overcome. All the shortcomings which now vex us have
their roots in antiquity, so that we cannot continue to treat this
account with the mildness which has been customary up to the present.
The atrocious crime of mankind which rendered Christianity possible, as
it actually became possible, is the _guilt_ of antiquity. With
Christianity antiquity will also be cleared away.--At the present time
it is not so very far behind us, and it is certainly not possible to do
justice to it. It has been availed of in the most dreadful fashion for
purposes of repression, and has acted as a support for religious
oppression by disguising itself as "culture." It was common to hear the
saying, "Antiquity has been conquered by Christianity."

This was a historical fact, and it was thus thought that no harm could
come of any dealings with antiquity. Yes, it is so plausible to say that
we find Christian ethics "deeper" than Socrates! Plato was easier to
compete with! We are at the present time, so to speak, merely chewing
the cud of the very battle which was fought in the first centuries of
the Christian era--with the exception of the fact that now, instead of
the clearly perceptible antiquity which then existed, we have merely its
pale ghost; and, indeed, even Christianity itself has become rather
ghostlike. It is a battle fought _after_ the decisive battle, a
post-vibration. In the end, all the forces of which antiquity consisted
have reappeared in Christianity in the crudest possible form: it is
nothing new, only quantitatively extraordinary.


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What severs us for ever from the culture of antiquity is the

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Text Comparison with Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch Fuer Freie Geister

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Der Glaube an die gefundene Wahrheit ist es auch hier, aus dem die mächtigsten Kraftquellen geflossen sind.
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Vielmehr muss ein Mensch, von dem in solchem Maasse die gewöhnlichen Fesseln des Lebens abgefallen sind, dass er nur deshalb weiter lebt, um immer besser zu erkennen, auf Vieles, ja fast auf Alles, was bei den anderen Menschen Werth hat, ohne Neid und Verdruss verzichten können, ihm muss als der wünschenswertheste Zustand jenes freie, furchtlose Schweben über Menschen, Sitten, Gesetzen und den herkömmlichen Schätzungen der Dinge genügen.
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erspart bleiben.
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Denn die Motive und Absichten sind selten deutlich und einfach genug, und mitunter scheint selbst das Gedächtniss durch den Erfolg der That getrübt, so dass man seiner That selber falsche Motive unterschiebt oder die unwesentlichen Motive als wesentliche behandelt.
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So gewiss man aus Schopenhauer's religiös-moralischer Menschen- und Weltdeutung sehr viel für das Verständniss des Christenthums und anderer Religionen gewinnen kann, so gewiss ist es auch, dass er über den Werth der Religion für die Erkenntniss sich geirrt hat.
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Erstens ist ein Wesen, welches einzig rein unegoistischer Handlungen fähig wäre, noch fabelhafter als der Vogel Phönix; es ist deutlich nicht einmal vorzustellen, schon desshalb, weil der ganze Begriff "unegoistische Handlung" bei strenger Untersuchung in die Luft verstiebt.
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Dazu braucht er einen Gegner und findet ihn in dem sogenannten "inneren Feinde".
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Der Wahrheitssinn des Künstlers.
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Das Nothwendige am Kunstwerk.
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Achilles und Homer.
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Es wird eine rührende Sage daraus werden, dass es eine solche Kunst, einen solchen Künstlerglauben gegeben habe.
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Ueberdiess können wir in's Alte nicht zurück, wir haben die Schiffe verbrannt; es bleibt nur übrig, tapfer zu sein, mag nun dabei diess oder jenes herauskommen.
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Aber der wissenschaftliche Sinn wird immer gebieterischer und führt den Mann hin zur Naturwissenschaft und Historie und namentlich zu den strengsten Methoden des Erkennens, während der Kunst eine immer mildere und anspruchslosere Bedeutung zufällt.
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Findet nun gar ein Austausch der beiden Kasten statt, so, dass die stumpferen, ungeistigeren Familien und Einzelnen aus der oberen Kaste in die niedere herabgesetzt werden und wiederum die freieren Menschen aus dieser den Zutritt zur höheren erlangen: so ist ein Zustand erreicht, über den hinaus man nur noch das offene Meer unbestimmter Wünsche sieht.
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- Fast jeder Politiker hat unter gewissen Umständen einmal einen ehrlichen Mann so nöthig, dass er, gleich einem heisshungrigen Wolfe, in einen Schafstall bricht: nicht aber um dann den geraubten Widder zu fressen, sondern um sich hinter seinen wolligen Rücken zu verstecken.
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(- Es lehrt, gebückt sich in die Höhlengänge der Gunst einzuschleichen.
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Die Länge des Tages.
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- Die Flamme ist sich selber nicht so hell, als den Anderen, denen sie leuchtet: so auch der Weise.
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Das Gefährliche an freien Meinungen.
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zu viel an diesem Wechsel zu leiden pflegten.