Thus Spake Zarathustra: A Book for All and None

By Friedrich Nietzsche

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the
shining ones! Oh, ye only drink milk and refreshment from the light's
udders!

Ah, there is ice around me; my hand burneth with the iciness! Ah, there
is thirst in me; it panteth after your thirst!

'Tis night: alas, that I have to be light! And thirst for the nightly!
And lonesomeness!

'Tis night: now doth my longing break forth in me as a fountain,--for
speech do I long.

'Tis night: now do all gushing fountains speak louder. And my soul also
is a gushing fountain.

'Tis night: now do all songs of loving ones awake. And my soul also is
the song of a loving one.--

Thus sang Zarathustra.




XXXII. THE DANCE-SONG.

One evening went Zarathustra and his disciples through the forest; and
when he sought for a well, lo, he lighted upon a green meadow peacefully
surrounded with trees and bushes, where maidens were dancing together.
As soon as the maidens recognised Zarathustra, they ceased dancing;
Zarathustra, however, approached them with friendly mien and spake these
words:

Cease not your dancing, ye lovely maidens! No game-spoiler hath come to
you with evil eye, no enemy of maidens.

God's advocate am I with the devil: he, however, is the spirit of
gravity. How could I, ye light-footed ones, be hostile to divine dances?
Or to maidens' feet with fine ankles?

To be sure, I am a forest, and a night of dark trees: but he who is not
afraid of my darkness, will find banks full of roses under my cypresses.

And even the little God may he find, who is dearest to maidens: beside
the well lieth he quietly, with closed eyes.

Verily, in broad daylight did he fall asleep, the sluggard! Had he
perhaps chased butterflies too much?

Upbraid me not, ye beautiful dancers, when I chasten the little God
somewhat! He will cry, certainly, and weep--but he is laughable even
when weeping!

And with tears in his eyes shall he ask you for a dance; and I myself
will sing a song to his dance:

A dance-song and satire on the spirit of gravity my supremest,
powerfulest devil, who is said to be "lord of the world."--

And this is the song that Zarathustra sang when Cupid and the maidens
danced together:

Of late did I gaze into thine eye, O Life! And into the unfathomable did
I there seem to sink.

But thou pulledst me out with a golden angle; derisively didst thou
laugh when I called thee unfathomable.

"Such is the language of all fish," saidst thou; "what THEY do not
fathom is unfathomable.

But changeable am I only, and wild, and altogether a woman, and no
virtuous one:

Though I be

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Text Comparison with Jenseits von Gut und Böse

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So nämlich gebietet es die Methode, die wesentlich Principien-Sparsamkeit sein muss.
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Er begiebt sich in ein Labyrinth, er vertausendfältigt die Gefahren, welche das Leben an sich schon mit sich bringt; von denen es nicht die kleinste ist, dass Keiner mit Augen sieht, wie und wo er sich verirrt, vereinsamt und stückweise von irgend einem Höhlen-Minotaurus des Gewissens zerrissen wird.
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Gefahren bei hochgearteten und reichen Seelen ist, welche verschwenderisch, fast gleichgültig mit sich selbst umgehn und die Tugend der Liberalität bis zum Laster treiben.
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Freilich: wer selbst nur ein dünnes zahmes Hausthier ist und nur Hausthier-Bedürfnisse kennt (gleich unsren Gebildeten von heute, die Christen des "gebildeten" Christenthums hinzugenommen -), der hat unter jenen Ruinen weder sich zu verwundern, noch gar sich zu betrüben - der Geschmack am alten Testament ist ein Prüfstein in Hinsicht auf "Gross" und "Klein" -: vielleicht, dass er das neue Testament, das Buch von der Gnade, immer noch eher nach seinem Herzen findet (in ihm ist viel von dem rechten zärtlichen dumpfen Betbrüder- und Kleinen-Seelen-Geruch).
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So will der Mann das Weib friedlich, - aber gerade das Weib ist wesentlich unfriedlich, gleich der Katze, so gut es sich auch auf den Anschein des Friedens eingeübt hat.
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dass dabei ebenfalls unersetzbar viel an Kraft und Geist erdrückt, erstickt und verdorben werden musste (denn hier wie überall zeigt sich "die Natur", wie sie ist, in ihrer ganzen verschwenderischen und gleichgültigen Grossartigkeit, welche empört, aber vornehm ist).
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Was wir im Traume erleben, vorausgesetzt, dass wir es oftmals erleben, gehört zuletzt so gut zum Gesammt-Haushalt unsrer Seele, wie irgend etwas "wirklich" Erlebtes: wir sind vermöge desselben reicher oder ärmer, haben ein Bedürfniss mehr oder weniger und werden schliesslich am hellen lichten Tage, und selbst in den heitersten Augenblicken unsres wachen Geistes, ein Wenig von den Gewöhnungen unsrer Träume gegängelt.
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Wir, die wir eines andren Glaubens sind -, wir, denen die demokratische Bewegung nicht bloss als eine Verfalls-Form der politischen Organisation, sondern als Verfalls-, nämlich Verkleinerungs-Form des Menschen gilt, als seine Vermittelmässigung und Werth-Erniedrigung: wohin müssen wir mit unsren Hoffnungen greifen? - Nach neuen Philosophen, es bleibt keine Wahl; nach Geistern, stark und ursprünglich genug, um die Anstösse zu entgegengesetzten Werthschätzungen zu geben und "ewige Werthe" umzuwerthen, umzukehren; nach Vorausgesandten, nach Menschen der Zukunft, welche in der Gegenwart den Zwang und Knoten anknüpfen, der den Willen von Jahrtausenden auf neue Bahnen zwingt.
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Es giebt wenig so empfindliche Schmerzen, als einmal gesehn, errathen, mitgefühlt zu haben, wie ein ausserordentlicher Mensch aus seiner Bahn gerieth und entartete: wer aber das seltene Auge für die Gesammt-Gefahr hat, dass "der Mensch" selbst entartet, wer, gleich uns, die ungeheuerliche Zufälligkeit erkannt hat, welche bisher in Hinsicht auf die Zukunft des Menschen ihr Spiel spielte - ein Spiel, an dem keine Hand und nicht einmal ein "Finger Gottes" mitspielte! - wer das Verhängniss, erräth, das in der blödsinnigen Arglosigkeit und Vertrauensseligkeit der "modernen Ideen", noch mehr in der ganzen christlich-europäischen Moral verborgen liegt: der leidet an einer Beängstigung, mit der sich keine andere vergleichen lässt, - er fasst es ja mit Einem Blicke, was Alles noch, bei einer günstigen Ansammlung und Steigerung von Kräften und Aufgaben, aus dem Menschen zu züchten wäre, er weiss es mit allem Wissen seines Gewissens, wie der Mensch noch unausgeschöpft für die grössten Möglichkeiten ist, und wie oft schon der Typus Mensch an geheimnissvollen Entscheidungen und neuen Wegen gestanden hat: - er weiss es noch besser, aus seiner schmerzlichsten Erinnerung, an was für erbärmlichen Dingen ein Werdendes höchsten Ranges bisher gewöhnlich zerbrach, abbrach, absank, erbärmlich ward.
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Ich meine, man muss von seiner Erfahrung aus - Erfahrung bedeutet, wie mich dünkt, immer schlimme Erfahrung? - ein Recht haben, über eine solche höhere Frage des Rangs mitzureden: um nicht wie die Blinden von der Farbe oder wie Frauen und Künstler gegen die Wissenschaft zu reden ("ach, diese schlimme Wissenschaft! seufzt deren Instinkt und Scham, sie kommt immer dahinter!" -).
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Es scheint ihnen keine kleine Schmach, die der Philosophie angethan wird, wenn man dekretirt, wie es heute so gern geschieht: "Philosophie selbst ist Kritik und kritische Wissenschaft - und gar nichts ausserdem!" Mag diese Werthschätzung der Philosophie sich des Beifalls aller Positivisten Frankreichs und Deutschlands erfreuen (- und es wäre möglich, dass sie sogar dem Herzen und Geschmacke Kant's geschmeichelt hätte: man erinnere sich der Titel seiner Hauptwerke -): unsre neuen Philosophen werden trotzdem sagen: Kritiker sind Werkzeuge des Philosophen und eben darum, als Werkzeuge, noch lange nicht selbst Philosophen! Auch der grosse Chinese von Königsberg war nur ein grosser Kritiker.
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Gewiss ist, dass es nicht "die Freiheitskriege" waren, die ihn freudiger aufblicken liessen, so wenig als die französische Revolution, - das Ereigniss, um dessentwillen er seinen Faust, ja das ganze Problem "Mensch" umgedacht hat, war das Erscheinen Napoleon's.
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Die vornehme Kaste war im Anfang immer die Barbaren-Kaste: ihr Übergewicht lag nicht vorerst in der physischen Kraft, sondern in der seelischen, - es waren die ganzeren Menschen (was auf jeder Stufe auch so viel mit bedeutet als "die ganzeren Bestien").
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Gesetzt, dass die Vergewaltigten, Gedrückten, Leidenden, Unfreien, Ihrer-selbst-Ungewissen und Müden moralisiren: was wird das Gleichartige ihrer moralischen Werthschätzungen sein? Wahrscheinlich wird ein pessimistischer Argwohn gegen die ganze Lage des Menschen zum Ausdruck kommen, vielleicht eine Verurtheilung des Menschen mitsammt seiner Lage.
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Ein Typus mit wenigen, aber sehr starken Zügen, eine Art strenger kriegerischer klug-schweigsamer, geschlossener und verschlossener Menschen (und als solche vom feinsten Gefühle für die Zauber und nuances der Societät) wird auf diese Weise über den Wechsel der Geschlechter hinaus festgestellt; der beständige Kampf mit immer gleichen ungünstigen Bedingungen ist, wie gesagt, die Ursache davon, dass ein Typus fest und hart wird.
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"Wahrhaft hochachten kann man nur, wer sich nicht selbst _sucht_".
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