Thus Spake Zarathustra: A Book for All and None

By Friedrich Nietzsche

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men of the present could realise with all their
spiritual and physical energies, provided they adopted the new values.

The author of "Zarathustra" never lost sight of that egregious example
of a transvaluation of all values through Christianity, whereby the
whole of the deified mode of life and thought of the Greeks, as well as
strong Romedom, was almost annihilated or transvalued in a comparatively
short time. Could not a rejuvenated Graeco-Roman system of valuing (once
it had been refined and made more profound by the schooling which
two thousand years of Christianity had provided) effect another such
revolution within a calculable period of time, until that glorious type
of manhood shall finally appear which is to be our new faith and hope,
and in the creation of which Zarathustra exhorts us to participate?

In his private notes on the subject the author uses the expression
"Superman" (always in the singular, by-the-bye), as signifying "the most
thoroughly well-constituted type," as opposed to "modern man"; above
all, however, he designates Zarathustra himself as an example of the
Superman. In "Ecco Homo" he is careful to enlighten us concerning the
precursors and prerequisites to the advent of this highest type, in
referring to a certain passage in the "Gay Science":--

"In order to understand this type, we must first be quite clear in
regard to the leading physiological condition on which it depends: this
condition is what I call GREAT HEALTHINESS. I know not how to express my
meaning more plainly or more personally than I have done already in
one of the last chapters (Aphorism 382) of the fifth book of the 'Gaya
Scienza'."

"We, the new, the nameless, the hard-to-understand,"--it says
there,--"we firstlings of a yet untried future--we require for a new end
also a new means, namely, a new healthiness, stronger, sharper, tougher,
bolder and merrier than all healthiness hitherto. He whose soul
longeth to experience the whole range of hitherto recognised values
and desirabilities, and to circumnavigate all the coasts of this ideal
'Mediterranean Sea', who, from the adventures of his most personal
experience, wants to know how it feels to be a conqueror, and discoverer
of the ideal--as likewise how it is with the artist, the saint, the
legislator, the sage, the scholar, the devotee, the prophet, and the
godly non-conformist of the old style:--requires one thing above all
for that purpose, GREAT HEALTHINESS--such healthiness as one not only
possesses, but also constantly acquires and must acquire, because one
unceasingly sacrifices it again, and must sacrifice it!--And now, after
having been long on the way in this fashion, we Argonauts of the ideal,
more courageous perhaps than

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Text Comparison with Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch Fuer Freie Geister

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Genug, ich lebe noch; und das Leben ist nun einmal nicht von der Moral ausgedacht: es will Täuschung, es lebt von der Täuschung.
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21.
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Man wäre die Emphasis los und würde die Anstachelung des Gedankens, dass man nicht nur Natur oder mehr als Natur sei, nicht weiter empfinden.
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In solchen unzähligen, aber sehr kleinen Dosen, in welchen die Bosheit sich geltend macht, ist sie ein mächtiges Reizmittel des Lebens: ebenso wie das Wohlwollen, in gleicher Form durch die Menschenwelt hin verbreitet, das allezeit bereite Heilmittel ist.
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Je mehr die Herrschaft der Religionen und aller Kunst der Narkose abnimmt, um so strenger fassen die Menschen die wirkliche Beseitigung der Uebel in's Auge, was freilich schlimm für die Tragödiendichter ausfällt - denn zur Tragödie findet sich immer weniger Stoff, weil das Reich des unerbittlichen, unbezwinglichen Schicksals immer enger wird -, noch schlimmer aber für die Priester: denn diese lebten bisher von der Narkotisirung menschlicher Uebel.
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- Versetzen wir uns in die Zeiten zurück, in welchen das religiöse Leben am kräftigsten aufblühte, so finden wir eine Grundüberzeugung vor, welche wir jetzt nicht mehr theilen und derentwegen wir ein für alle Mal die Thore zum religiösen Leben uns verschlossen sehen: sie betrifft die Natur und den Verkehr mit ihr.
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mit der nothwendigen Abschwächung jeder tiefen Erregung, den Sieg davongetragen; der Mensch liebt sich wieder, er fühlt es, - aber gerade diese Liebe, diese neue Selbstschätzung, kommt ihm unglaublich vor, er kann in ihr allein das gänzlich unverdiente Herabströmen eines Gnadenglanzes von Oben sehen.
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macht (in diesem Sinne "Schafft"), als unsere Erkenntniss der Menschen oberflächlich ist.
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Aber die Furcht und das Mitleid sind nicht in diesem Sinne Bedürfnisse bestimmter Organe, welche erleichtert werden wollen.
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- Der Anblick der Umgebungen unserer Kindheit erschüttert uns: das Gartenhaus, die Kirche mit den Gräbern, der Teich und der Wald, - diess sehen wir immer als Leidende wieder.
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Ja Leute, die nur religiös sind, verstehen selbst die Wissenschaft als Suchen des religiösen Gefühls, so wie Taubstumme nicht wissen, was Musik ist, wenn nicht sichtbare Bewegung.
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- Von einem Ereigniss wird ein solcher Geist gerne nur einen Zipfel nehmen, er liebt die Dinge in der ganzen Breite und Weitschweifigkeit ihrer Falten nicht: denn er.
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Was für Labyrinthe er auch durchwandert, unter welchen Felsen sich auch sein Strom zeitweilig durchgequält hat - kommt er an's Licht, so geht er hell, leicht und fast geräuschlos seinen Gang und lässt den Sonnenschein bis in seinen Grund hinab spielen.
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Vielleicht kann diess Alles anders werden, einstweilen ist es so.
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- Wenn man der Bestie blutige Fleischstücke aus der Nähe zeigt und wieder wegzieht, bis sie endlich brüllt: meint ihr, dass diess Gebrüll Gerechtigkeit bedeute? 452.
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Trotzdem möchte ich wissen, wie viel man bei einer Gesammtabrechnung einem Volke nachsehen muss, welches, nicht ohne unser Aller Schuld, die leidvollste Geschichte unter allen Völkern gehabt hat und dem man den edelsten Menschen (Christus), den reinsten Weisen (Spinoza), das mächtigste Buch und das wirkungsvollste Sittengesetz der Welt verdankt.
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Einstweilen kennen wir keine anderen Mittel, wodurch mattwerdenden Völkern jene rauhe Energie des Feldlagers, jener tiefe unpersönliche Hass, jene Mörder-Kaltblütigkeit mit gutem Gewissen, jene gemeinsame organisirende Gluth in der Vernichtung des Feindes, jene stolze Gleichgültigkeit gegen grosse Verluste, gegen das eigene Dasein und das der Befreundeten, jenes dumpfe erdbebenhafte Erschüttern der Seele ebenso stark und sicher mitgetheilt werden könnte, wie diess jeder grosse Krieg thut: von den hier hervorbrechenden Bächen und Strömen, welche freilich Steine und Unrath aller Art mit sich wälzen und die Wiesen zarter Culturen zu Grunde richten, werden nachher unter günstigen Umständen die Räderwerke in den Werkstätten des Geistes mit neuer Kraft umgedreht.
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- Die Verachtung durch Andere ist dem Menschen empfindlicher, als die durch sich selbst.
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Die Liebe aber erkennt keine Macht an, Nichts was trennt, abhebt, über- und unterordnet.
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Dieser Hang ist ganz begreiflich und seine Folgen geben kein Recht zu heftigen Vorwürfen gegen die Entwickelung der menschlichen Vernunft.