Thus Spake Zarathustra: A Book for All and None

By Friedrich Nietzsche

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of
Christianity this type was, according to Nietzsche, a low one.

Conflicting moral codes have been no more than the conflicting weapons
of different classes of men; for in mankind there is a continual war
between the powerful, the noble, the strong, and the well-constituted
on the one side, and the impotent, the mean, the weak, and the
ill-constituted on the other. The war is a war of moral principles.
The morality of the powerful class, Nietzsche calls NOBLE- or
MASTER-MORALITY; that of the weak and subordinate class he calls
SLAVE-MORALITY. In the first morality it is the eagle which, looking
down upon a browsing lamb, contends that "eating lamb is good." In the
second, the slave-morality, it is the lamb which, looking up from the
sward, bleats dissentingly: "Eating lamb is evil."

(B.) The Master- and Slave-Morality Compared.

The first morality is active, creative, Dionysian. The second is
passive, defensive,--to it belongs the "struggle for existence."

Where attempts have not been made to reconcile the two moralities, they
may be described as follows:--All is GOOD in the noble morality which
proceeds from strength, power, health, well-constitutedness, happiness,
and awfulness; for, the motive force behind the people practising it is
"the struggle for power." The antithesis "good and bad" to this
first class means the same as "noble" and "despicable." "Bad" in the
master-morality must be applied to the coward, to all acts that spring
from weakness, to the man with "an eye to the main chance," who would
forsake everything in order to live.

With the second, the slave-morality, the case is different. There,
inasmuch as the community is an oppressed, suffering, unemancipated, and
weary one, all THAT will be held to be good which alleviates the
state of suffering. Pity, the obliging hand, the warm heart, patience,
industry, and humility--these are unquestionably the qualities we shall
here find flooded with the light of approval and admiration; because
they are the most USEFUL qualities--; they make life endurable, they are
of assistance in the "struggle for existence" which is the motive force
behind the people practising this morality. To this class, all that is
AWFUL is bad, in fact it is THE evil par excellence. Strength, health,
superabundance of animal spirits and power, are regarded with hate,
suspicion, and fear by the subordinate class.

Now Nietzsche believed that the first or the noble-morality conduced to
an ascent in the line of life; because it was creative and active. On
the other hand, he believed that the second or slave-morality, where
it became paramount, led to degeneration, because it was passive and
defensive, wanting merely to keep those who practised it

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Text Comparison with Jenseits von Gut und Böse

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An einer Theorie ist wahrhaftig nicht ihr geringster Reiz, dass sie widerlegbar ist: gerade damit zieht sie feinere Köpfe an.
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Und doch ist auch diese Hypothese bei weitem nicht die peinlichste und fremdeste in diesem ungeheuren fast noch neuen Reiche gefährlicher Erkenntnisse: - und es giebt in der That hundert gute Gründe dafür, dass Jeder von ihm fernbleibt, der es - kann! Andrerseits: ist man einmal mit seinem Schiffe hierhin verschlagen, nun! wohlan! jetzt tüchtig die Zähne zusammengebissen! die Augen aufgemacht! die Hand fest am Steuer! - wir fahren geradewegs über die Moral weg, wir erdrücken, wir zermalmen vielleicht dabei unsren eignen Rest Moralität, indem wir dorthin unsre Fahrt machen und wagen, - aber was liegt an uns! Niemals noch hat sich verwegenen Reisenden und Abenteurern eine tiefere Welt der Einsicht eröffnet: und der Psychologe, welcher dergestalt "Opfer bringt" -.
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Man vergisst aber gerne, auch auf Seiten besonnener Geister, dass Unglücklich-machen und Böse-machen ebensowenig Gegenargumente sind.
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Nicht an seiner eignen Loslösung hängen bleiben, an jener wollüstigen Ferne und Fremde des Vogels, der immer weiter in die Höhe flieht, um immer mehr unter sich zu sehn: - die Gefahr des Fliegenden.
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Man macht sich selten von Seiten frommer oder auch nur kirchlicher Menschen eine Vorstellung davon, wieviel guter Wille, man könnte sagen, willkürlicher Wille jetzt dazu gehört, dass ein deutscher Gelehrter das Problem der Religion ernst nimmt; von seinem ganzen Handwerk her (und, wie gesagt, von der handwerkerhaften Arbeitsamkeit her, zu welcher ihn sein modernes Gewissen verpflichtet) neigt er zu einer überlegenen, beinahe gütigen Heiterkeit gegen die Religion, zu der sich bisweilen eine leichte Geringschätzung mischt, gerichtet gegen die "Unsauberkeit" des Geistes, welche er überall dort voraussetzt, wo man sich, noch zur Kirche bekennt.
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Wie verhalten sich nun die genannten beiden grössten Religionen zu diesem Überschuss der misslungenen Fälle? Sie suchen zu erhalten, im Leben festzuhalten, was sich nur irgend halten lässt, ja sie nehmen grundsätzlich für sie Partei, als Religionen für Leidende, sie geben allen Denen Recht, welche am Leben wie an einer Krankheit leiden, und möchten es durchsetzen, dass jede andre Empfindung des Lebens als falsch gelte und unmöglich werde.
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Die Philosophen allesammt forderten, mit einem steifen Ernste, der lachen macht, von sich etwas sehr viel Höheres, Anspruchsvolleres, Feierlicheres, sobald sie sich mit der Moral als Wissenschaft befassten: sie wollten die Begründung der Moral, - und jeder Philosoph hat bisher geglaubt, die Moral begründet zu haben; die Moral selbst aber galt als "gegeben".
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Und beiläufig gefragt: ein Pessimist, ein Gott- und Welt-Verneiner, der vor der Moral Haltmacht, - der zur Moral Ja sagt und Flöte bläst, zur laede-neminem-Moral: wie? ist das eigentlich - ein Pessimist? 187.
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ja, unter furchtsamen Horchern, wie es deren jetzt in Menge giebt, heisst er von da an gefährlich.
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In dem neuen Geschlechte, das gleichsam verschiedene Maasse und Werthe in's Blut vererbt bekommt, ist Alles Unruhe, Störung, Zweifel, Versuch; die besten Kräfte wirken hemmend, die Tugenden selbst lassen einander nicht wachsen und stark werden, in Leib und Seele fehlt Gleichgewicht, Schwergewicht, perpendikuläre Sicherheit.
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Herr geworden zu sein eben den Stolz jener menschlicheren Zeitalter ausmacht, dass selbst handgreifliche Wahrheiten wie auf Verabredung Jahrhunderte lang unausgesprochen bleiben, weil sie den Anschein haben, jenem wilden, endlich abgetödteten Thiere wieder zum Leben zu verhelfen.
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Und wie jeglich Ding sein Gleichniss liebt, so liebt der Deutsche die Wolken und Alles, was unklar, werdend, dämmernd, feucht und verhängt ist: das Ungewisse, Unausgestaltete, Sich-Verschiebende, Wachsende jeder Art fühlt er als "tief".
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(Als Gegensatz zu der deutschen Unerfahrenheit und Unschuld in voluptate psychologica, die mit der Langweiligkeit des deutschen Verkehrs nicht gar zu fern verwandt ist, - und als gelungenster Ausdruck einer ächt französischen Neugierde und Erfindungsgabe für dieses Reich zarter Schauder mag Henri Beyle gelten, jener merkwürdige vorwegnehmende und vorauslaufende Mensch, der mit einem Napoleonischen Tempo durch sein Europa, durch mehrere Jahrhunderte der europäischen Seele lief, als ein Ausspürer und Entdecker dieser Seele: - es hat zweier Geschlechter bedurft, um ihn irgendwie einzuholen, um einige der Räthsel nachzurathen, die ihn quälten und entzückten, diesen wunderlichen Epicureer und Fragezeichen-Menschen, der Frankreichs letzter grosser Psycholog war -).
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Am meisten ist aber eine Moral der Herrschenden dem gegenwärtigen Geschmacke fremd und peinlich in der Strenge ihres Grundsatzes, dass man nur gegen Seinesgleichen Pflichten habe; dass man gegen die Wesen niedrigeren Ranges, gegen alles Fremde nach Gutdünken oder "wie es das Herz will" handeln dürfe und jedenfalls "jenseits von Gut und Böse" -: hierhin mag Mitleiden und dergleichen gehören.
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Auf die Gefahr hin, unschuldige Ohren missvergnügt zu machen, stelle ich hin: der Egoismus gehört zum Wesen der vornehmen Seele, ich meine jenen unverrückbaren Glauben, dass einem Wesen, wie "wir sind", andre Wesen von Natur unterthan sein müssen und sich ihm zu opfern haben.
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in simile, die Fortbildung des Menschen in's Ähnliche, Gewöhnliche, Durchschnittliche, Heerdenhafte - in's Gemeine! - zu kreuzen.
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Es sind nicht die Werke, es ist der Glaube, der hier entscheidet, der hier die Rangordnung feststellt, um eine alte religiöse Formel in einem neuen und tieferen Verstande wieder aufzunehmen: irgend eine Grundgewissheit, welche eine vornehme Seele über sich selbst hat, Etwas, das sich nicht suchen, nicht finden und vielleicht auch nicht verlieren lässt.