Thus Spake Zarathustra: A Book for All and None

By Friedrich Nietzsche

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physician and teacher.

The DISGUST departeth from these higher men; well! that is my victory.
In my domain they become assured; all stupid shame fleeth away; they
empty themselves.

They empty their hearts, good times return unto them, they keep holiday
and ruminate,--they become THANKFUL.

THAT do I take as the best sign: they become thankful. Not long will it
be ere they devise festivals, and put up memorials to their old joys.

They are CONVALESCENTS!" Thus spake Zarathustra joyfully to his heart
and gazed outward; his animals, however, pressed up to him, and honoured
his happiness and his silence.

2.

All on a sudden however, Zarathustra's ear was frightened: for the cave
which had hitherto been full of noise and laughter, became all at once
still as death;--his nose, however, smelt a sweet-scented vapour and
incense-odour, as if from burning pine-cones.

"What happeneth? What are they about?" he asked himself, and stole up
to the entrance, that he might be able unobserved to see his guests.
But wonder upon wonder! what was he then obliged to behold with his own
eyes!

"They have all of them become PIOUS again, they PRAY, they are
mad!"--said he, and was astonished beyond measure. And forsooth! all
these higher men, the two kings, the pope out of service, the evil
magician, the voluntary beggar, the wanderer and shadow, the old
soothsayer, the spiritually conscientious one, and the ugliest man--they
all lay on their knees like children and credulous old women, and
worshipped the ass. And just then began the ugliest man to gurgle and
snort, as if something unutterable in him tried to find expression;
when, however, he had actually found words, behold! it was a pious,
strange litany in praise of the adored and censed ass. And the litany
sounded thus:

Amen! And glory and honour and wisdom and thanks and praise and strength
be to our God, from everlasting to everlasting!

--The ass, however, here brayed YE-A.

He carrieth our burdens, he hath taken upon him the form of a servant,
he is patient of heart and never saith Nay; and he who loveth his God
chastiseth him.

--The ass, however, here brayed YE-A.

He speaketh not: except that he ever saith Yea to the world which
he created: thus doth he extol his world. It is his artfulness that
speaketh not: thus is he rarely found wrong.

--The ass, however, here brayed YE-A.

Uncomely goeth he through the world. Grey is the favourite colour in
which he wrappeth his virtue. Hath he spirit, then doth he conceal it;
every one, however, believeth in his long ears.

--The ass, however, here brayed YE-A.

What hidden wisdom it

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Text Comparison with Jenseits von Gut und Böse

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Einem Menschen, der Tiefe in der Scham hat, begegnen auch seine Schicksale und zarten Entscheidungen auf Wegen, zu denen Wenige je gelangen, und um deren Vorhandensein seine Nächsten und Vertrautesten nicht wissen dürfen: seine Lebensgefahr verbirgt sich ihren Augen und ebenso seine wieder eroberte Lebens-Sicherheit.
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Es giebt vielleicht einen Grund dazu, eine ganz grosse Gefahr, über welche der Asket, Dank seinen geheimen Zusprechern und Besuchern, näher unterrichtet sein möchte? Genug, die Mächtigen der Welt lernten vor ihm eine neue Furcht, sie ahnten eine neue Macht, einen fremden, noch unbezwungenen Feind: - der "Wille zur Macht" war es, der sie nöthigte, vor dem Heiligen stehen zu bleiben.
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Wie verhalten sich nun die genannten beiden grössten Religionen zu diesem Überschuss der misslungenen Fälle? Sie suchen zu erhalten, im Leben festzuhalten, was sich nur irgend halten lässt, ja sie nehmen grundsätzlich für sie Partei, als Religionen für Leidende, sie geben allen Denen Recht, welche am Leben wie an einer Krankheit leiden, und möchten es durchsetzen, dass jede andre Empfindung des Lebens als falsch gelte und unmöglich werde.
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Vielleicht quält ihn die Gesundheit oder die Kleinlichkeit und Stubenluft von Weib und Freund, oder der Mangel an Gesellen und Gesellschaft, - ja, er zwingt sich, über seine Qual nachzudenken: umsonst! Schon schweift sein Gedanke weg, zum allgemeineren Falle, und morgen weiss er so wenig als er es gestern wusste, wie ihm zu helfen ist.
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Müsst ihr denn durchaus etwas Krummes gleich gerade biegen? Durchaus jedes Loch mit irgend welchem Werge ausstopfen? Hat das nicht Zeit? Hat die Zeit nicht Zeit? Oh ihr Teufelskerle, könnt ihr denn gar nicht warten? Auch das Ungewisse hat seine Reize, auch die Sphinx ist eine Circe, auch die Circe war eine Philosophin.
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Indem sie gerade den Tugenden der Zeit das Messer vivisektorisch auf die Brust setzten, verriethen sie, was ihr eignes Geheimniss war: um eine neue Grösse des Menschen zu wissen, um einen neuen ungegangenen Weg zu seiner Vergrösserung.
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Wir Menschen des "historischen Sinns": wir haben als solche unsre Tugenden, es ist nicht zu bestreiten, - wir sind anspruchslos, selbstlos, bescheiden, tapfer, voller Selbstüberwindung, voller Hingebung, sehr dankbar, sehr geduldig, sehr entgegenkommend: - wir sind mit Alledem vielleicht nicht sehr "geschmackvoll".
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Ihr wollt womöglich - und es giebt kein tolleres "womöglich" - das Leiden abschaffen; und wir? - es scheint gerade, wir wollen es lieber noch höher und schlimmer haben, als je es war! Wohlbefinden, wie ihr es versteht - das ist ja kein Ziel, das scheint uns ein Ende! Ein Zustand, welcher den Menschen alsbald lächerlich und verächtlich macht, - der seinen Untergang wünschen macht! Die Zucht des Leidens, des grossen Leidens - wisst ihr nicht, dass nur diese Zucht alle Erhöhungen des Menschen bisher geschaffen hat? Jene Spannung der Seele im Unglück, welche ihr die Stärke anzüchtet, ihre Schauer im Anblick des grossen Zugrundegehens, ihre Erfindsamkeit und Tapferkeit im Tragen, Ausharren, Ausdeuten, Ausnützen des Unglücks, und was ihr nur je von Tiefe, Geheimniss, Maske, Geist, List, Grösse geschenkt worden ist: - ist es nicht ihr unter Leiden, unter der Zucht des grossen Leidens geschenkt worden? Im Menschen ist Geschöpf und Schöpfer vereint: im Menschen ist Stoff, Bruchstück, Überfluss, Lehm, Koth, Unsinn, Chaos; aber im Menschen ist auch Schöpfer, Bildner, Hammer-Härte, Zuschauer-Göttlichkeit und siebenter Tag: - versteht ihr diesen Gegensatz? Und dass euer Mitleid dem "Geschöpf im Menschen" gilt, dem, was geformt, gebrochen, geschmiedet, gerissen, gebrannt, geglüht, geläutert werden muss, - dem, was nothwendig leiden muss und leiden soll? Und unser Mitleid - begreift ihr's nicht, wem unser umgekehrtes Mitleid gilt, wenn es sich gegen euer Mitleid wehrt, als gegen die schlimmste aller Verzärtelungen und Schwächen? - Mitleid also gegen Mitleid! - Aber, nochmals gesagt, es giebt höhere Probleme als alle Lust- und Leid- und Mitleid-Probleme; und jede Philosophie, die nur auf diese hinausläuft, ist eine Naivetät.
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Gestehen wir es, wir Männer: wir ehren und lieben gerade diese Kunst und diesen Instinkt am Weibe: wir, die wir es schwer haben und uns gerne zu unsrer Erleichterung zu Wesen gesellen, unter deren Händen, Blicken und zarten Thorheiten uns unser Ernst, unsre Schwere und Tiefe beinahe wie eine Thorheit erscheint.
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Man muss aber diesen Satz historischer Billigkeit mit den Zähnen festhalten und gegen den Augenblick und Augenschein vertheidigen: die europäische noblesse - des Gefühls, des Geschmacks, der Sitte, kurz, das Wort in jedem hohen Sinne genommen - ist Frankreich's Werk und Erfindung, die europäische Gemeinheit, der Plebejismus der modernen Ideen -Englands.
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Ich denke an Menschen wie Napoleon, Goethe, Beethoven, Stendhal, Heinrich Heine, Schopenhauer: man verarge mir es nicht, wenn ich auch Richard Wagner zu ihnen rechne, über den man sich nicht durch seine eignen Missverständnisse verführen lassen darf, - Genies seiner Art haben selten das Recht, sich selbst zu verstehen.
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Mögen die deutschen Freunde Richard Wagner's darüber mit sich zu Rathe gehn, ob es in der Wagnerischen Kunst etwas schlechthin Deutsches giebt, oder ob nicht gerade deren Auszeichnung ist, aus überdeutschen Quellen und Antrieben zu kommen: wobei nicht unterschätzt werden mag, wie zur Ausbildung seines Typus gerade Paris unentbehrlich war, nach dem ihn in der entscheidendsten Zeit die Tiefe seiner Instinkte verlangen hiess, und wie die ganze Art seines Auftretens, seines Selbst-Apostolats erst Angesichts des französischen Socialisten-Vorbilds sich vollenden konnte.
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Ihr Grundglaube muss eben sein, dass die Gesellschaft nicht um der Gesellschaft willen dasein dürfe, sondern nur als Unterbau und Gerüst, an dem sich eine ausgesuchte Art Wesen zu ihrer höheren Aufgabe und überhaupt zu einem höheren Sein emporzuheben vermag: vergleichbar jenen sonnensüchtigen Kletterpflanzen auf Java - man nennt sie Sipo Matador -, welche mit ihren Armen einen Eichbaum so lange.