Thus Spake Zarathustra: A Book for All and None

By Friedrich Nietzsche

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hard beset by an
evil beast.

He is in MY domain: therein shall he receive no scath! And verily, there
are many evil beasts about me."--

With those words Zarathustra turned around to depart. Then said the
soothsayer: "O Zarathustra, thou art a rogue!

I know it well: thou wouldst fain be rid of me! Rather wouldst thou run
into the forest and lay snares for evil beasts!

But what good will it do thee? In the evening wilt thou have me again:
in thine own cave will I sit, patient and heavy like a block--and wait
for thee!"

"So be it!" shouted back Zarathustra, as he went away: "and what is mine
in my cave belongeth also unto thee, my guest!

Shouldst thou however find honey therein, well! just lick it up, thou
growling bear, and sweeten thy soul! For in the evening we want both to
be in good spirits;

--In good spirits and joyful, because this day hath come to an end! And
thou thyself shalt dance to my lays, as my dancing-bear.

Thou dost not believe this? Thou shakest thy head? Well! Cheer up, old
bear! But I also--am a soothsayer."

Thus spake Zarathustra.




LXIII. TALK WITH THE KINGS.

1.

Ere Zarathustra had been an hour on his way in the mountains and
forests, he saw all at once a strange procession. Right on the path
which he was about to descend came two kings walking, bedecked with
crowns and purple girdles, and variegated like flamingoes: they drove
before them a laden ass. "What do these kings want in my domain?" said
Zarathustra in astonishment to his heart, and hid himself hastily behind
a thicket. When however the kings approached to him, he said half-aloud,
like one speaking only to himself: "Strange! Strange! How doth this
harmonise? Two kings do I see--and only one ass!"

Thereupon the two kings made a halt; they smiled and looked towards the
spot whence the voice proceeded, and afterwards looked into each other's
faces. "Such things do we also think among ourselves," said the king on
the right, "but we do not utter them."

The king on the left, however, shrugged his shoulders and answered:
"That may perhaps be a goat-herd. Or an anchorite who hath lived too
long among rocks and trees. For no society at all spoileth also good
manners."

"Good manners?" replied angrily and bitterly the other king: "what
then do we run out of the way of? Is it not 'good manners'? Our 'good
society'?

Better, verily, to live among anchorites and goat-herds, than with
our gilded, false, over-rouged populace--though it call itself 'good
society.'

--Though it call itself 'nobility.' But there

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Text Comparison with Jenseits von Gut und Böse

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- Und sollte man's glauben, dass es uns schliesslich bedünken will, als sei das Problem noch nie bisher gestellt, - als sei es von uns zum ersten Male gesehn, in's Auge gefasst, gewagt? Denn es ist ein Wagnis dabei, und vielleicht giebt es kein grösseres.
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werde ich hundertmal wiederholen: man sollte sich doch endlich von der Verführung der Worte losmachen! Mag das Volk glauben, dass Erkennen ein zu Ende-Kennen sei, der Philosoph muss sich sagen: "wenn ich den Vorgang zerlege, der in dem Satz `ich denke` ausgedrückt ist, so bekomme ich eine Reihe von verwegenen Behauptungen, deren Begründung schwer, vielleicht unmöglich ist, - zum Beispiel, dass ich es bin, der denkt, dass überhaupt ein Etwas es sein muss, das denkt, dass Denken eine Thätigkeit und Wirkung seitens eines Wesens ist, welches als Ursache gedacht wird, dass es ein `Ich` giebt, endlich, dass es bereits fest steht, was mit Denken zu bezeichnen ist, - dass ich weiss, was Denken ist.
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L'effet c'est moi: es begiebt sich hier, was sich in jedem gut gebauten und glücklichen Gemeinwesen begiebt, dass die regierende Klasse sich mit den Erfolgen des Gemeinwesens identificirt.
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und zu misshandeln, um wenigstens an diesem einzigen Mitwisser seine Rache zu haben: - die Scham ist erfinderisch.
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gehören, kurz und schlimm, unter die Nivellirer, diese fälschlich genannten "freien Geister" - als beredte und schreibfingrige Sklaven des demokratischen Geschmacks und seiner "modernen Ideen": allesammt Menschen ohne Einsamkeit, ohne eigne Einsamkeit, plumpe brave Burschen, welchen weder Muth noch achtbare Sitte abgesprochen werden soll, nur dass sie eben unfrei und zum Lachen oberflächlich sind, vor Allem mit ihrem Grundhange, in den Formen der bisherigen alten Gesellschaft ungefähr die Ursache für alles menschliche Elend und Missrathen zu sehn: wobei die Wahrheit glücklich auf den Kopf zu stehn kommt! Was sie mit allen Kräften erstreben möchten, ist das allgemeine grüne Weide-Glück der Heerde, mit Sicherheit, Ungefährlichkeit, Behagen, Erleichterung des Lebens für Jedermann; ihre beiden am reichlichsten abgesungnen Lieder und Lehren heissen "Gleichheit der Rechte" und "Mitgefühl für alles Leidende", - und das Leiden selbst wird von ihnen als Etwas genommen, das man abschaffen muss.
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Nun versuchte man, mit einer bewunderungswürdigen Zähigkeit und List, ob man nicht aus diesem Netze heraus könne, - ob nicht vielleicht das Umgekehrte wahr sei: "denke" Bedingung, "Ich" bedingt; "Ich" also erst eine Synthese, welche durch das Denken selbst gemacht wird.
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Das Christenthum gab dem Eros Gift zu trinken: - er starb zwar nicht daran, aber entartete, zum Laster.
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Die Gefahren für die Entwicklung des Philosophen sind heute in Wahrheit so vielfach, dass man zweifeln möchte, ob diese Frucht überhaupt noch reif werden kann.
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dem Genie zum Kriege und zur Eroberung nächst verwandt ist und in der Gestalt des grossen Friedrich ihren ersten Einzug in Deutschland hielt.
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Jene philosophischen Arbeiter nach dem edlen Muster Kant's und Hegel's haben irgend einen grossen Thatbestand von Werthschätzungen - das heisst ehemaliger Werthsetzungen, Werthschöpfungen, welche herrschend geworden sind und eine Zeit lang "Wahrheiten" genannt werden - festzustellen und in Formeln zu drängen, sei es im Reiche des Logischen oder des Politischen (Moralischen) oder des Künstlerischen.
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Heute schwächt und verdünnt der Zeitgeschmack und die Zeittugend den Willen, Nichts ist so sehr zeitgemäss als Willensschwäche: also muss, im Ideale des Philosophen, gerade Stärke des Willens, Härte und Fähigkeit zu langen Entschliessungen in den Begriff "Grösse" hineingehören; mit so gutem Rechte als die umgekehrte Lehre und das Ideal einer blöden entsagenden demüthigen selbstlosen Menschlichkeit einem umgekehrten Zeitalter angemessen war, einem solchen, das gleich dem sechszehnten Jahrhundert an seiner aufgestauten Energie des Willens und den wildesten Wässern und Sturmfluthen der Selbstsucht litt.
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Es ist Dummheit in dieser Bewegung, eine beinahe maskulinische Dummheit, deren sich ein wohlgerathenes Weib - das immer ein kluges Weib ist - von Grund aus zu schämen hätte.
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Nenne man es nun "Civilisation" oder "Vermenschlichung" oder "Fortschritt", worin jetzt die Auszeichnung der Europäer gesucht wird; nenne man es einfach, ohne zu loben und zu tadeln, mit einer politischen Formel die demokratische Bewegung Europa's: hinter all den moralischen und politischen Vordergründen, auf welche mit solchen Formeln hingewiesen wird, vollzieht sich ein ungeheurer physiologischer Prozess, der immer mehr in Fluss geräth, - der Prozess einer Anähnlichung der Europäer, ihre wachsende Loslösung von den Bedingungen, unter denen klimatisch und ständisch gebundene Rassen entstehen, ihre zunehmende Unabhängigkeit von jedem bestimmten milieu, das Jahrhunderte lang sich mit gleichen Forderungen in Seele und Leib einschreiben möchte, - also die langsame Heraufkunft einer wesentlich übernationalen und nomadischen Art Mensch, welche, physiologisch geredet, ein Maximum von Anpassungskunst und -kraft als ihre typische Auszeichnung besitzt.
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- Woran.
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- 256.
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258.
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Nun sehe man einmal.
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Ein Mensch, der nach Grossem strebt, betrachtet Jedermann, dem er auf seiner Bahn begegnet, entweder als Mittel oder als Verzögerung und Hemmniss - oder als zeitweiliges Ruhebett.
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Das Problem der Wartenden.
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