Thus Spake Zarathustra: A Book for All and None

By Friedrich Nietzsche

Page 120

see therethrough and thereunder.

But precisely unto him came the shrewder distrusters and nut-crackers:
precisely from him did they fish his best-concealed fish!

But the clear, the honest, the transparent--these are for me the wisest
silent ones: in them, so PROFOUND is the depth that even the clearest
water doth not--betray it.--

Thou snow-bearded, silent, winter-sky, thou round-eyed whitehead above
me! Oh, thou heavenly simile of my soul and its wantonness!

And MUST I not conceal myself like one who hath swallowed gold--lest my
soul should be ripped up?

MUST I not wear stilts, that they may OVERLOOK my long legs--all those
enviers and injurers around me?

Those dingy, fire-warmed, used-up, green-tinted, ill-natured souls--how
COULD their envy endure my happiness!

Thus do I show them only the ice and winter of my peaks--and NOT that my
mountain windeth all the solar girdles around it!

They hear only the whistling of my winter-storms: and know NOT that I
also travel over warm seas, like longing, heavy, hot south-winds.

They commiserate also my accidents and chances:--but MY word saith:
"Suffer the chance to come unto me: innocent is it as a little child!"

How COULD they endure my happiness, if I did not put around it
accidents, and winter-privations, and bear-skin caps, and enmantling
snowflakes!

--If I did not myself commiserate their PITY, the pity of those enviers
and injurers!

--If I did not myself sigh before them, and chatter with cold, and
patiently LET myself be swathed in their pity!

This is the wise waggish-will and good-will of my soul, that it
CONCEALETH NOT its winters and glacial storms; it concealeth not its
chilblains either.

To one man, lonesomeness is the flight of the sick one; to another, it
is the flight FROM the sick ones.

Let them HEAR me chattering and sighing with winter-cold, all those poor
squinting knaves around me! With such sighing and chattering do I flee
from their heated rooms.

Let them sympathise with me and sigh with me on account of my
chilblains: "At the ice of knowledge will he yet FREEZE TO DEATH!"--so
they mourn.

Meanwhile do I run with warm feet hither and thither on mine
olive-mount: in the sunny corner of mine olive-mount do I sing, and mock
at all pity.--

Thus sang Zarathustra.




LI. ON PASSING-BY.

Thus slowly wandering through many peoples and divers cities, did
Zarathustra return by round-about roads to his mountains and his cave.
And behold, thereby came he unawares also to the gate of the GREAT CITY.
Here, however, a foaming fool, with extended hands, sprang forward to
him and stood in his way. It was the same fool whom the people called
"the ape of

Last Page Next Page

Text Comparison with Die Geburt der Tragödie: Versuch einer Selbstkritik

Page 0
This text has been derived from HTML files at "Projekt Gutenberg - DE" (http://www.
Page 15
gleichsam der olympische Zauberberg und zeigt uns seine Wurzeln.
Page 20
Er ist zuerst, als dionysischer Künstler, gänzlich mit dem Ur-Einen, seinem Schmerz und Widerspruch, eins geworden und producirt das Abbild dieses Ur-Einen als Musik, wenn anders diese mit Recht eine Wiederholung der Welt und ein zweiter Abguss derselben genannt worden ist; jetzt aber wird diese Musik ihm wieder wie in einem gleichnissartige Traumbilde, unter der apollinischen Traumeinwirkung sichtbar.
Page 21
selbst das Bild des zürnenden Achilles für ihn nur ein Bild ist, dessen zürnenden Ausdruck er mit jener Traumlust am Scheine geniesst - so dass er, durch diesen Spiegel des Scheines, gegen das Einswerden und Zusammenschmelzen mit seinen Gestalten geschützt ist -, so sind dagegen die Bilder des Lyrikers nichts als er selbst und gleichsam nur verschiedene Objectivationen von ihm, weshalb er als bewegender Mittelpunkt jener Welt "ich" sagen darf: nur ist diese Ichheit nicht dieselbe, wie die des wachen, empirisch- realen Menschen, sondern die einzige überhaupt wahrhaft seiende und ewige, im Grunde der Dinge ruhende Ichheit, durch deren Abbilder der lyrische Genius bis auf jenen Grund der Dinge hindurchsieht.
Page 25
Alle die bisher erörterten Kunstprincipien müssen wir jetzt zu Hülfe nehmen, um uns in dem Labyrinth zurecht zu finden, als welches wir den Ursprung der griechischen Tragödie bezeichnen müssen.
Page 36
Aber auch mit jener Deutung, die Aeschylus dem Mythus gegeben hat, ist dessen erstaunliche Schreckenstiefe nicht ausgemessen: vielmehr ist die Werdelust des Künstlers, die jedem Unheil trotzende Heiterkeit des künstlerischen Schaffens nur ein lichtes Wolken- und Himmelsbild, das sich auf einem schwarzen See der Traurigkeit spiegelt.
Page 45
der Verstand als die eigentliche Wurzel alles Geniessens und Schaffens, so musste er fragen und um sich schauen, ob denn Niemand so denke wie er und sich gleichfalls jene Incommensurabilität eingestehe.
Page 50
"Nur aus Instinct": mit diesem Ausdruck berühren wir Herz und Mittelpunkt der sokratischen Tendenz.
Page 52
noch nie sonst geschaute Ideal der edlen griechischen Jugend: vor allen hat sich der typische hellenische Jüngling, Plato, mit aller inbrünstigen Hingebung seiner Schwärmerseele vor diesem Bilde niedergeworfen.
Page 53
Denn jetzt muss der tugendhafte Held Dialektiker sein, jetzt muss zwischen Tugend und Wissen, Glaube und Moral ein nothwendiger sichtbarer Verband sein, jetzt ist.
Page 65
Umgekehrt wird ein solches anschauliches Ereigniss durch die Tonmalerei des neueren Dithyrambus sofort jedes mythischen Charakters entkleidet; jetzt ist die Musik zum dürftigen Abbilde der Erscheinung geworden und darum unendlich ärmer als die Erscheinung selbst: durch welche Armuth sie für unsere Empfindung die Erscheinung selbst noch herabzieht, so dass jetzt z.
Page 66
Die Bewegung auf der Linie des Charakteristischen geht schnell weiter: während noch Sophokles ganze Charactere malt und zu ihrer raffinirten Entfaltung den Mythus ins Joch spannt, malt Euripides bereits nur noch grosse einzelne Charakterzüge, die sich in heftigen Leidenschaften zu äussern wissen; in der neuern attischen Komödie giebt es nur noch Masken mit einem Ausdruck, leichtsinnige Alte, geprellte Kuppler, verschmitzte Sclaven in unermüdlicher Wiederholung.
Page 69
Der ungeheuren Tapferkeit und Weisheit Kant's und Schopenhauer's ist der schwerste Sieg gelungen, der Sieg über den im Wesen der Logik verborgen liegenden Optimismus, der wiederum der Untergrund unserer Cultur ist.
Page 72
Es ist für uns jetzt gleichgültig, dass mit diesem neugeschaffnen Bilde des paradiesischen Künstlers die damaligen Humanisten gegen die alte kirchliche Vorstellung vom an sich verderbten und verlornen Menschen ankämpften: so dass die Oper als das Oppositionsdogma vom guten Menschen zu verstehen ist, mit dem aber zugleich ein Trostmittel gegen jenen Pessimismus gefunden war, zu dem gerade die Ernstgesinnten jener Zeit, bei der grauenhaften Unsicherheit aller Zustände, am stärksten gereizt waren.
Page 75
Erinnern wir uns sodann, wie dem aus gleichen Quellen strömenden Geiste der deutschen Philosophie, durch Kant und Schopenhauer, es ermöglicht war, die zufriedne Daseinslust der wissenschaftlichen Sokratik, durch den Nachweis ihrer Grenzen, zu vernichten, wie durch diesen Nachweis eine unendlich tiefere und ernstere Betrachtung der ethischen Fragen und der Kunst eingeleitet wurde, die wir geradezu als die in Begriffe gefasste dionysische Weisheit bezeichnen können: wohin weist uns das Mysterium dieser Einheit zwischen der deutschen Musik und.
Page 80
Sondern nur an diejenigen habe ich mich zu wenden, die, unmittelbar verwandt mit der Musik, in ihr gleichsam ihren Mutterschooss haben und mit den Dingen fast nur durch unbewusste Musikrelationen in Verbindung stehen.
Page 87
Ohne Mythus aber geht jede Cultur ihrer gesunden schöpferischen Naturkraft verlustig: erst ein mit Mythen umstellter Horizont schliesst eine ganze Culturbewegung zur Einheit ab.
Page 89
Die griechische Kunst und vornehmlich die griechische Tragödie hielt vor Allem die Vernichtung des Mythus auf: man musste sie mit vernichten, um, losgelöst von dem heimischen Boden, ungezügelt in der Wildniss des Gedankens, der Sitte und der That leben zu können.
Page 91
Wer die Wirkung des Tragischen aber allein aus diesen moralischen Quellen ableiten wollte, wie es freilich in der Aesthetik nur allzu lange üblich war, der mag nur nicht glauben, etwas für die Kunst damit gethan zu haben: die vor Allem Reinheit in ihrem Bereiche verlangen muss.
Page 92
Zu unserem Troste aber gab es Anzeichen dafür, dass trotzdem der deutsche Geist in herrlicher Gesundheit, Tiefe und dionysischer Kraft unzerstört, gleich einem zum Schlummer niedergesunknen Ritter, in einem unzugänglichen Abgrunde ruhe und träume: aus welchem Abgrunde zu uns das dionysische Lied emporsteigt, um uns zu verstehen zu geben, dass dieser deutsche Ritter auch jetzt noch seinen uralten dionysischen Mythus in selig - ernsten Visionen träumt.