Thus Spake Zarathustra: A Book for All and None

By Friedrich Nietzsche

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coughing an objection to strong
winds--they divine nothing of the boisterousness of my happiness!

"We have not yet time for Zarathustra"--so they object; but what matter
about a time that "hath no time" for Zarathustra?

And if they should altogether praise me, how could I go to sleep on
THEIR praise? A girdle of spines is their praise unto me: it scratcheth
me even when I take it off.

And this also did I learn among them: the praiser doeth as if he gave
back; in truth, however, he wanteth more to be given him!

Ask my foot if their lauding and luring strains please it! Verily,
to such measure and ticktack, it liketh neither to dance nor to stand
still.

To small virtues would they fain lure and laud me; to the ticktack of
small happiness would they fain persuade my foot.

I pass through this people and keep mine eyes open; they have become
SMALLER, and ever become smaller:--THE REASON THEREOF IS THEIR DOCTRINE
OF HAPPINESS AND VIRTUE.

For they are moderate also in virtue,--because they want comfort. With
comfort, however, moderate virtue only is compatible.

To be sure, they also learn in their way to stride on and stride
forward: that, I call their HOBBLING.--Thereby they become a hindrance
to all who are in haste.

And many of them go forward, and look backwards thereby, with stiffened
necks: those do I like to run up against.

Foot and eye shall not lie, nor give the lie to each other. But there is
much lying among small people.

Some of them WILL, but most of them are WILLED. Some of them are
genuine, but most of them are bad actors.

There are actors without knowing it amongst them, and actors without
intending it--, the genuine ones are always rare, especially the genuine
actors.

Of man there is little here: therefore do their women masculinise
themselves. For only he who is man enough, will--SAVE THE WOMAN in
woman.

And this hypocrisy found I worst amongst them, that even those who
command feign the virtues of those who serve.

"I serve, thou servest, we serve"--so chanteth here even the hypocrisy
of the rulers--and alas! if the first lord be ONLY the first servant!

Ah, even upon their hypocrisy did mine eyes' curiosity alight; and well
did I divine all their fly-happiness, and their buzzing around sunny
window-panes.

So much kindness, so much weakness do I see. So much justice and pity,
so much weakness.

Round, fair, and considerate are they to one another, as grains of sand
are round, fair, and considerate to grains of sand.

Modestly to embrace a small happiness--that do they call

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Text Comparison with Jenseits von Gut und Böse

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Gesetzt nämlich, dass nicht gerade der Mensch das "Maass der Dinge" ist.
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Gesetzt, dass er sich hierin selbst betrog: aber die Entwicklung und rasche Blüthe der deutschen Philosophie hängt an diesem Stolze und an dem Wetteifer aller Jüngeren, womöglich noch Stolzeres zu entdecken - und jedenfalls "neue Vermögen"! - Aber besinnen wir uns: es ist an der Zeit.
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Man hatte geträumt: voran und zuerst - der alte Kant.
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Was den Aberglauben der Logiker betrifft: so will ich nicht müde werden, eine kleine kurze Thatsache immer wieder zu unterstreichen, welche von diesen Abergläubischen ungern zugestanden wird, - nämlich, dass ein Gedanke kommt, wenn "er" will, und nicht wenn "ich" will; so dass es eine Fälschung des Thatbestandes ist, zu sagen: das Subjekt "ich" ist die Bedingung des Prädikats "denke".
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- 26.
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dürfte gar eine deutsche Übersetzung des Petronius wagen, der, mehr als irgend ein grosser Musiker bisher, der Meister des presto gewesen ist, in Erfindungen, Einfällen, Worten: - was liegt zuletzt an allen Sümpfen der kranken, schlimmen Welt, auch der "alten Welt", wenn man, wie er, die Füsse eines Windes hat, den Zug und Athem, den befreienden Hohn eines Windes, der Alles gesund macht, indem er Alles laufen macht! Und was Aristophanes angeht, jenen verklärenden, complementären Geist, um dessentwillen man dem ganzen Griechenthum verzeiht, dass es da war, gesetzt, dass man in aller Tiefe begriffen hat, was da Alles der Verzeihung, der Verklärung bedarf: - so wüsste ich nichts, was mich über Plato's Verborgenheit und Sphinx-Natur mehr hat träumen lassen als jenes glücklich erhaltene petit falt: dass man unter dem Kopfkissen seines Sterbelagers keine "Bibel" vorfand, nichts Ägyptisches, Pythagoreisches, Platonisches, - sondern den Aristophanes.
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Wir Umgekehrten, die wir uns ein Auge und ein Gewissen für die Frage aufgemacht haben, wo und wie bisher die Pflanze "Mensch" am kräftigsten in die Höhe gewachsen ist, vermeinen, dass dies jedes Mal unter den umgekehrten Bedingungen geschehn ist, dass dazu die Gefährlichkeit seiner Lage erst in's Ungeheure wachsen, seine Erfindungs- und Verstellungskraft (sein "Geist" -) unter langem Druck und Zwang sich in's Feine und Verwegene entwickeln, sein Lebens-Wille bis zum unbedingten Macht-Willen gesteigert werden musste: - wir vermeinen, dass Härte, Gewaltsamkeit, Sklaverei, Gefahr auf der Gasse und im Herzen, Verborgenheit, Stoicismus, Versucherkunst und Teufelei jeder Art, dass alles Böse, Furchtbare, Tyrannische, Raubthier- und Schlangenhafte am Menschen so gut zur Erhöhung der Species "Mensch" dient, als sein Gegensatz: - wir sagen sogar nicht einmal genug, wenn wir nur so viel sagen, und befinden uns jedenfalls, mit unserm Reden und Schweigen an dieser Stelle, am andern Ende aller modernen Ideologie und Heerden-Wünschbarkeit: als deren Antipoden vielleicht? Was Wunder, dass wir "freien Geister" nicht gerade die mittheilsamsten Geister sind? dass wir nicht in jedem Betrachte zu verrathen wünschen, wovon ein Geist sich frei machen kann und wohin er dann vielleicht getrieben wird? Und was es mit der gefährlichen Formel "jenseits von Gut und Böse" auf sich hat, mit der wir uns zum Mindesten vor Verwechslung behüten: wir sind etwas Anderes als "libres-penseurs", "liberi pensatori", "Freidenker" und wie alle diese braven Fürsprecher der "modernen Ideen" sich zu benennen lieben.
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- Noch im Hintergrunde der letztgekommenen Philosophie, der Schopenhauerischen, steht, beinahe als das Problem an sich, dieses schauerliche Fragezeichen der religiösen Krisis und Erweckung.
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Gesetzt, dass man mit dem spöttischen und unbetheiligten Auge eines epikurischen Gottes die wunderlich schmerzliche und ebenso grobe wie feine Komödie des europäischen Christenthums zu überschauen vermöchte, ich glaube, man fände kein Ende mehr zu staunen und zu lachen: scheint es denn nicht, dass Ein Wille über Europa durch achtzehn Jahrhunderte geherrscht hat, aus dem Menschen eine sublime Missgeburt zu machen? Wer aber mit umgekehrten Bedürfnissen, nicht epikurisch mehr, sondern mit irgend einem göttlichen Hammer in der Hand auf diese fast willkürliche Entartung und Verkümmerung des Menschen zuträte, wie sie der christliche Europäer ist (Pascal zum Beispiel), müsste er da nicht mit Grimm, mit Mitleid, mit Entsetzen schreien: "Oh ihr Tölpel, ihr anmaassenden mitleidigen Tölpel, was habt ihr da gemacht! War das eine Arbeit für eure Hände! Wie habt ihr mir meinen schönsten Stein verhauen und verhunzt! Was nahmt ihr euch heraus!" - Ich wollte sagen: das Christenthum war bisher die verhängnissvollste Art von Selbst-Überhebung.
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Der Einwand, der Seitensprung, das fröhliche Misstrauen, die Spottlust sind Anzeichen der Gesundheit: alles Unbedingte gehört in die Pathologie.
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In aller bisherigen "Wissenschaft der Moral" fehlte, so wunderlich es klingen mag, noch das Problem der Moral selbst: es fehlte der Argwohn dafür, dass es hier etwas Problematisches gebe.
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Das Wesentliche und Unschätzbare an jeder Moral ist, dass sie ein langer Zwang ist: um den Stoicismus oder Port-Royal oder das Puritanerthum zu verstehen, mag man sich des Zwangs erinnern, unter dem bisher jede Sprache es zur Stärke und Freiheit gebracht, - des metrischen Zwangs, der Tyrannei von Reim und Rhythmus.
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Flaubert zum Beispiel, der brave Bürger von Rouen, sah, hörte und schmeckte zuletzt nichts Anderes mehr: es war seine Art von Selbstquälerei und feinerer Grausamkeit.
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Die Thatsache kommt dabei heraus, dass das Allermeiste von dem, was feinere und verwöhntere Geschmäcker, was jede höhere Natur interessirt und reizt, dem durchschnittlichen Menschen gänzlich "uninteressant" scheint: - bemerkt er trotzdem eine Hingebung daran, so nennt er sie "désintéressé" und wundert sich, wie es möglich ist, "uninteressirt" zu handeln.
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Geschmack: sie ist eine Aufreizung zu Unterlassungs-Sünden, eine Verführung mehr unter der Maske der Menschenfreundlichkeit - und gerade eine Verführung und Schädigung der Höheren, Seltneren, Bevorrechteten.
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Es bleibt in jenen späten Zeitaltern, die auf Menschlichkeit stolz sein dürfen, so viel Furcht, so viel Aberglaube der Furcht vor dem "wilden grausamen Thiere" zurück, über welches.
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- Und nochmals gesagt: Eitelkeit ist ein Atavismus.