Thoughts Out of Season, Part II

By Friedrich Nietzsche

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ordinary
activity of his own." The objection can be made with apparent reason
against Schopenhauer's man, that his greatness and dignity can only
turn our heads, and put us beyond all community with the active men
of the world: the common round of duties, the noiseless tenor of life
has disappeared. One man may possibly get accustomed to living in a
reluctant dualism, that is, in a contradiction with himself;--
becoming unstable, daily weaker and less productive:--while another
will renounce all action on principle, and scarcely endure to see
others active. The danger is always great when a man is too
heavy-laden, and cannot really _accomplish_ any duties. Stronger
natures may be broken by it; the weaker, which are the majority, sink
into a speculative laziness, and at last, from their laziness, lose
even the power of speculation.

With regard to such objections, I will admit that our work has hardly
begun, and so far as I know, I only see one thing clearly and
definitely--that it is possible for that ideal picture to provide you
and me with a chain of duties that may be accomplished; and some of
us already feel its pressure. In order, however, to be able to speak
in plain language of the formula under which I may gather the new
circle of duties, I must begin with the following considerations.

The deeper minds of all ages have had pity for animals, because they
suffer from life and have not the power to turn the sting of the
suffering against themselves, and understand their being
metaphysically. The sight of blind suffering is the spring of the
deepest emotion. And in many quarters of the earth men have supposed
that the souls of the guilty have entered into beasts, and that the
blind suffering which at first sight calls for such pity has a clear
meaning and purpose to the divine justice,--of punishment and
atonement: and a heavy punishment it is, to be condemned to live in
hunger and need, in the shape of a beast, and to reach no
consciousness of one's self in this life. I can think of no harder
lot than the wild beast's; he is driven to the forest by the fierce
pang of hunger, that seldom leaves him at peace; and peace is itself
a torment, the surfeit after horrid food, won, maybe, by a deadly
fight with other animals. To cling to life, blindly and madly, with
no other aim, to be ignorant of the reason, or even the fact, of
one's punishment, nay, to thirst after it as if it were a pleasure,
with all the

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Text Comparison with Jenseits von Gut und Böse

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- Es kam der Honigmond der deutschen.
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Das Exoterische und das Esoterische, wie man ehedem unter Philosophen unterschied, bei Indern, wie bei Griechen, Persern und Muselmännern, kurz überall, wo man eine Rangordnung und nicht an Gleichheit und gleiche Rechte glaubte, - das hebt sich nicht sowohl dadurch von einander ab, dass der Exoteriker draussen steht und von aussen her, nicht von innen her, sieht, schätzt, misst, urtheilt: das Wesentlichere ist, dass er von Unten hinauf die Dinge sieht, - der Esoteriker aber von Oben herab! Es giebt Höhen der Seele, von wo aus gesehen selbst die Tragödie aufhört, tragisch zu wirken; und, alles Weh der Welt in Eins genommen, wer dürfte zu entscheiden wagen, ob sein Anblick nothwendig gerade zum.
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Nennen wir diese Periode die vormoralische Periode der Menschheit: der Imperativ "erkenne dich selbst!" war damals noch unbekannt.
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Die Skepsis gegen das Leiden, im Grunde nur eine Attitude der aristokratischen Moral, ist nicht am wenigsten.
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Es scheint, dass den lateinischen Rassen ihr Katholicismus viel innerlicher.
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Kant wollte im Grunde beweisen, dass vom Subjekt aus das Subjekt nicht bewiesen werden könne, - das Objekt auch nicht: die Möglichkeit einer Scheinexistenz des Subjekts, also "der Seele", mag ihm nicht immer fremd gewesen sein, jener Gedanke, welcher als Vedanta-Philosophie schon einmal und in ungeheurer Macht auf Erden dagewesen ist.
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Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.
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Gesetzt, es findet sich auch da bereits eine beständige kleine Übung von Rücksicht, Mitleiden, Billigkeit, Milde, Gegenseitigkeit der Hülfeleistung, gesetzt, es sind auch auf diesem Zustande der Gesellschaft schon alle jene Triebe thätig, welche später mit Ehrennamen, als "Tugenden" bezeichnet werden und schliesslich fast mit dem Begriff "Moralität" in Eins zusammenfallen: in jener Zeit gehören sie noch gar nicht in das Reich der moralischen Werthschätzungen - sie sind noch aussermoralisch.
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Oder er gelangt zu spät hinauf, dann, wenn seine beste Zeit und Kraft schon vorüber ist; oder beschädigt, vergröbert, entartet, so dass sein Blick, sein Gesammt-Werthurtheil wenig mehr bedeutet.
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ein zarter ausgeblasener feiner beweglicher Formen-Topf, der auf irgend einen Inhalt und Gehalt erst warten muss, um sich nach ihm "zu gestalten", - für gewöhnlich ein Mensch ohne Gehalt und Inhalt, ein "selbstloser" Mensch.
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Wir geniessen zum Beispiel Homer wieder: vielleicht ist es unser glücklichster Vorsprung, dass wir Homer zu schmecken verstehen, welchen die Menschen einer vornehmen Cultur (etwa die Franzosen des siebzehnten Jahrhunderts, wie Saint-Evremond, der ihm den esprit vaste vorwirft, selbst noch ihr Ausklang Voltaire) nicht so leicht sich anzueignen wissen und wussten, - welchen zu geniessen sie sich kaum erlaubten.
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Es bleibt in jenen späten Zeitaltern, die auf Menschlichkeit stolz sein dürfen, so viel Furcht, so viel Aberglaube der Furcht vor dem "wilden grausamen Thiere" zurück, über welches.
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Zuletzt stelle ich die Frage: hat jemals ein Weib selber schon einem Weibskopfe Tiefe, einem Weibsherzen Gerechtigkeit zugestanden? Und ist es nicht wahr, dass, im Grossen gerechnet,.
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245.
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Eine Periode ist, im Sinne der Alten, vor Allem ein physiologisches Ganzes, insofern sie von Einem Athem zusammengefasst wird.
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Etwas ist Allen gemein: sie halten sich die Ohren zu vor der rasenden Dummheit und dem lärmenden Maulwerk des demokratischen bourgeois.
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Es ist Viel erreicht, wenn der grossen Menge (den Flachen und Geschwind-Därmen aller Art) jenes Gefühl endlich angezüchtet ist, dass sie nicht an Alles rühren dürfe; dass es heilige Erlebnisse giebt, vor denen sie die Schuhe auszuziehn und die unsaubere Hand fern zu halten hat, - es ist beinahe ihre höchste Steigerung zur Menschlichkeit.
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