Thoughts Out of Season, Part II

By Friedrich Nietzsche

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the way they
must go.

So I was right in speaking of my "wandering in a world of wishes"
when I dreamt of finding a true philosopher who could lift me from
the slough of insufficiency, and teach me again simply and honestly
to be in my thoughts and life, in the deepest sense of the word, "out
of season"; simply and honestly--for men have now become such
complicated machines that they must be dishonest, if they speak at
all, or wish to act on their words.

With such needs and desires within me did I come to know
Schopenhauer.

I belong to those readers of Schopenhauer who know perfectly well,
after they have turned the first page, that they will read all the
others, and listen to every word that he has spoken. My trust in him
sprang to life at once, and has been the same for nine years. I
understood him as though he had written for me (this is the most
intelligible, though a rather foolish and conceited way of expressing
it). Hence I never found a paradox in him, though occasionally some
small errors: for paradoxes are only assertions that carry no
conviction, because the author has made them himself without any
conviction, wishing to appear brilliant, or to mislead, or, above
all, to pose. Schopenhauer never poses: he writes for himself, and no
one likes to be deceived--least of all a philosopher who has set this
up as his law: "deceive nobody, not even thyself," neither with the
"white lies" of all social intercourse, which writers almost
unconsciously imitate, still less with the more conscious deceits of
the platform, and the artificial methods of rhetoric. Schopenhauer's
speeches are to himself alone; or if you like to imagine an auditor,
let it be a son whom the father is instructing. It is a rough,
honest, good-humoured talk to one who "hears and loves." Such writers
are rare. His strength and sanity surround us at the first sound of
his voice: it is like entering the heights of the forest, where we
breathe deep and are well again. We feel a bracing air everywhere, a
certain candour and naturalness of his own, that belongs to men who
are at home with themselves, and masters of a very rich home indeed:
he is quite different from the writers who are surprised at
themselves if they have said something intelligent, and whose
pronouncements for that reason have something nervous and unnatural
about them. We are just as little reminded in Schopenhauer of the
professor with his stiff joints worse for want of exercise, his
narrow chest and scraggy

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Text Comparison with Ecce homo, Wie man wird, was man ist

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- Wie viel Wahrheit erträgt, wie viel Wahrheit wagt ein Geist? das wurde für mich immer mehr der eigentliche Werthmesser.
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Man hat nur Etwas an mir schlimm zu machen, ich "vergelte" es, dessen sei man sicher: ich finde über Kurzem eine Gelegenheit, dem "Missethäter" meinen Dank auszudrücken (mitunter sogar für die Missethat) - oder ihn um Etwas zu bitten, was verbindlicher sein kann als Etwas geben.
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Der Ärger, die krankhafte Verletzlichkeit, die Ohnmacht zur Rache, die Lust, der Durst nach der Rache, das Giftmischen in jedem Sinne - das ist für Erschöpfte sicherlich die nachtheiligste Art zu reagiren: ein rapider Verbrauch von Nervenkraft, eine krankhafte Steigerung schädlicher Ausleerungen, zum Beispiel der Galle in den Magen, ist damit bedingt.
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Das macht mir aus dem Verkehr mit Menschen keine kleine Gedulds-Probe; meine Humanität besteht nicht darin, mitzufühlen, wie der Mensch ist, sondern es auszuhalten, dass ich ihn mitfühle.
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(Man sagt, 1866 habe darin eine Wendung hervorgebracht -.
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Wenig, aber energisch; Thee sehr nachtheilig.
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die unheimliche Tatsache, dass mein Leben bis auf die letzten 10 Jahre, die lebensgefährlichen Jahre, immer sich nur in falschen und mir geradezu verbotenen Orten abgespielt hat.
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- Gesetzt, ich trete aus meinem Haus heraus und fände, statt des stillen und aristokratischen Turin, die deutsche Kleinstadt: mein Instinkt würde sich zu sperren haben, um Alles das zurückzudrängen, was aus dieser plattgedrückten und feigen Welt auf ihn eindringt.
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Dies ist der Ausnahmefall, in welchem ich, gegen meine Regel und Überzeugung, die Partei der "selbstlosen" Triebe nehme: sie arbeiten hier im Dienste der Selbstsucht, Selbstzucht.
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Das ganze Bild des dithyrambischen Künstlers ist das Bild des präexistenten Dichters des Zarathustra, mit abgründlicher Tiefe hingezeichnet und ohne einen Augenblick die Wagnersche Realität auch nur zu berühren.
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Jedenfalls empfanden wir es beide so: denn wir schwiegen beide.
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2.
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Dasselbe gilt noch einmal und im höchsten Grade von der gaya scienza: fast in jedem Satz derselben halten sich Tiefsinn und Muthwillen zärtlich an der Hand.
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Ein Buch für Alle und Keinen.
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Man hört, man sucht nicht; man nimmt, man fragt nicht, wer da giebt; wie ein Blitz leuchtet ein Gedanke auf, mit Nothwendigkeit, in der Form ohne Zögern, -.
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Das psychologische Problem im Typus des Zarathustra ist, wie der, welcher in einem unerhörten Grade Nein sagt, Nein thut, zu Allem, wozu man bisher Ja sagte, trotzdem der Gegensatz eines neinsagenden Geistes sein kann; wie der das Schwerste von Schicksal, ein Verhängniss von Aufgabe tragende Geist trotzdem der leichteste und jenseitigste sein kann - Zarathustra ist ein Tänzer -; wie der, welcher die härteste, die furchtbarste Einsicht in die Realität hat, welcher den "abgründlichsten Gedanken" gedacht hat, trotzdem darin keinen Einwand gegen das Dasein, selbst nicht gegen dessen ewige Wiederkunft findet, - vielmehr einen Grund noch hinzu, das ewige Ja zu allen Dingen selbst zu sein, "das ungeheure unbegrenzte Ja- und Amen-sagen".
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Man muss Muth im Leibe haben, ihn auch nur auszuhalten, man muss das Fürchten nicht gelernt haben.
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in Turin an, meinem bewiesenen Ort, meiner Residenz von nun an.
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- Trotzdem bleibt wahr, dass ich fast jeden Brief, der mich seit Jahren erreicht, als einen Cynismus empfinde: es liegt mehr Cynismus im Wohlwollen gegen mich als in irgend welchem Hass.