Thoughts Out of Season, Part II

By Friedrich Nietzsche

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will appear on the theatre of the
future. Are we to continue to work for these creations and write
history from the standpoint of the _masses_; to look for laws in it,
to be deduced from the needs of the masses, the laws of motion of the
lowest loam and clay strata of society? The masses seem to be worth
notice in three aspects only: first as the copies of great men,
printed on bad paper from worn-out plates, next as a contrast to the
great men, and lastly as their tools: for the rest, let the devil and
statistics fly away with them! How could statistics prove that there
are laws in history? Laws? Yes, they may prove how common and
abominably uniform the masses are: and should we call the effects of
leaden folly, imitation, love and hunger--laws? We may admit it: but
we are sure of this too--that so far as there are laws in history,
the laws are of no value and the history of no value either. And
least valuable of all is that kind of history which takes the great
popular movements as the most important events of the past, and
regards the great men only as their clearest expression, the visible
bubbles on the stream. Thus the masses have to produce the great man,
chaos to bring forth order; and finally all the hymns are naturally
sung to the teeming chaos. Everything is called "great" that has
moved the masses for some long time, and becomes, as they say, a
"historical power." But is not this really an intentional confusion
of quantity and quality? When the brutish mob have found some idea, a
religious idea for example, which satisfies them, when they have
defended it through thick and thin for centuries then, and then only,
will they discover its inventor to have been a great man. The highest
and noblest does not affect the masses at all. The historical
consequences of Christianity, its "historical power," toughness and
persistence prove nothing, fortunately, as to its founder's
greatness, They would have been a witness against him. For between
him and the historical success of Christianity lies a dark heavy
weight of passion and error, lust of power and honour, and the
crushing force of the Roman Empire. From this, Christianity had its
earthly taste, and its earthly foundations too, that made its
continuance in this world possible. Greatness should not depend on
success; Demosthenes is great without it. The purest and noblest
adherents of Christianity have always doubted and hindered, rather
than helped, its effect in the world, its so-called "historical
power"; for

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Text Comparison with Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch Fuer Freie Geister

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- Wenn Kant sagt "der Verstand schöpft seine Gesetze nicht aus der Natur, sondern schreibt sie dieser vor", so ist diess in Hinsicht auf den Begriff der Natur völlig wahr, welchen wir genöthigt sind, mit ihr zu verbinden (Natur = Welt als Vorstellung, das heisst als Irrthum), welcher aber die Aufsummirung einer Menge von Irrthümern des Verstandes ist.
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Der Freigeist, der das Fehlerhafte dieser Art zu schliessen nur allzu häufig kennen lernt und an ihren Folgen zu leiden hat, unterliegt oft der Verführung, die entgegengesetzten Schlüsse zu machen, welche im Allgemeinen natürlich ebenso sehr Irrschlüsse sind: eine Sache kann sich nicht durchsetzen, also ist sie gut; eine Meinung macht Noth, beunruhigt, also ist sie wahr.
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Steht es aber fest, dass die Oberflächlichkeit der psychologischen Beobachtung dem menschlichen Urtheilen und Schliessen die gefährlichsten Fallstricke gelegt hat und fortwährend von Neuem legt, so bedarf es jetzt jener Ausdauer der Arbeit, welche nicht müde wird, Steine auf Steine, Steinchen auf Steinchen zu häufen, so bedarf es der enthaltsamen Tapferkeit, um sich einer solchen bescheidenen Arbeit nicht zu schämen und jeder Missachtung derselben Trotz zu bieten.
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Es sind zurückgebliebene Menschen, deren Gehirn, durch alle möglichen Zufälle im Verlaufe der Vererbung, nicht so zart und vielseitig fortgebildet worden ist.
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Einmal nämlich glauben wir mehr an die Reinheit seines Charakters, als er; sodann ist unsere Liebe zu ihm, wahrscheinlich eben dieses Glaubens wegen, stärker, als seine Liebe zu sich selbst.
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Gefahr und Gewinn im Cultus des Genius'.
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Ein wirklicher Schriftsteller giebt dem Affect und der Erfahrung Anderer nur Worte, er ist Künstler, um aus dem Wenigen, was er empfunden hat, viel zu errathen.
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Seine Forderungen waren zwar in Hinsicht auf die Kraft des neuen Zeitalters unerfüllbar; der Schmerz darüber wurde aber reichlich durch die Freude aufgewogen, dass sie einmal erfüllt gewesen sind und dass auch wir noch an dieser Erfüllung theilnehmen können.
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Je gründlicher Jemand das Leben versteht, desto weniger wird er spottet, nur dass er zuletzt vielleicht noch über die "Gründlichkeit seines Verstehens" spottet.
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Denn im Ganzen redet jetzt die Gegenlehre und die Skepsis zu mächtig, zu laut.
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- Der grosse Naturforscher von Baer findet die Ueberlegenheit aller Europäer im Vergleich zu Asiaten in der eingeschulten Fähigkeit, dass sie Gründe für Das, was sie glauben, angeben können, wozu Diese aber völlig unfähig sind.
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- Frauen dagegen sprechen so, wie Wesen, welche Jahrtausende lang am Webstuhl sassen oder die Nadel führten oder mit Kindern kindisch waren.
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Missklang zweier Consonanzen.
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Die Letzteren sind die Gefährlicheren; denn sie haben den Glauben.
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jedem Opfer zum Heile der Menschheit bewahren müsse.
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Das Feuer in uns macht uns für gewöhnlich ungerecht und, im Sinne jener Göttin, unrein; nie dürfen wir in diesem Zustande ihre Hand fassen, nie liegt dann das ernste Lächeln ihres Wohlgefallens auf uns.