Thoughts Out of Season, Part II

By Friedrich Nietzsche

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history, that the past itself suffers when history serves
life and is directed by its end. To vary the metaphor, the tree feels
its roots better than it can see them: the greatness of the feeling
is measured by the greatness and strength of the visible branches.
The tree may be wrong here; how far more wrong will it be in regard
to the whole forest, which it only knows and feels so far as it is
hindered or helped by it, and not otherwise! The antiquarian sense of
a man, a city or a nation has always a very limited field. Many
things are not noticed at all; the others are seen in isolation, as
through a microscope. There is no measure: equal importance is given
to everything, and therefore too much to anything. For the things of
the past are never viewed in their true perspective or receive their
just value; but value and perspective change with the individual or
the nation that is looking back on its past.

There is always the danger here, that everything ancient will be
regarded as equally venerable, and everything without this respect
for antiquity, like a new spirit, rejected as an enemy. The Greeks
themselves admitted the archaic style of plastic art by the side of
the freer and greater style; and later, did not merely tolerate the
pointed nose and the cold mouth, but made them even a canon of taste.
If the judgment of a people harden in this way, and history's service
to the past life be to undermine a further and higher life; if the
historical sense no longer preserve life, but mummify it: then the
tree dies, unnaturally, from the top downwards, and at last the roots
themselves wither. Antiquarian history degenerates from the moment
that it no longer gives a soul and inspiration to the fresh life of
the present. The spring of piety is dried up, but the learned habit
persists without it and revolves complaisantly round its own centre.
The horrid spectacle is seen of the mad collector raking over all the
dust-heaps of the past. He breathes a mouldy air; the antiquarian
habit may degrade a considerable talent, a real spiritual need in
him, to a mere insatiable curiosity for everything old: he often
sinks so low as to be satisfied with any food, and greedily devour
all the scraps that fall from the bibliographical table.

Even if this degeneration do not take place, and the foundation be
not withered on which antiquarian history can alone take root with
profit to life: yet there are dangers enough, if

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Text Comparison with Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen

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Als Zarathustra in die Nächste Stadt kam, die an den Wäldern liegt, fand er daselbst viel Volk versammelt auf dem Markte: denn es war verheissen worden, das man einen Seiltänzer sehen solle.
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Wenn er nur den Kopf schütteln könnte, so würde seine Last herabrollen: aber wer schüttelt diesen Kopf? Was ist dieser Mensch? Ein Haufen von Krankheiten, welche durch den Geist in die Welt hinausgreifen: da wollen sie ihre Beute machen.
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Was will er doch in der Höhe? Wie schäme ich mich meines Steigens und Stolperns! Wie spotte ich meines heftigen Schnaubens! Wie hasse ich den Fliegenden! Wie müde bin ich in der Höhe!" Hier schwieg der Jüngling.
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Und auch in der wissenden Liebe des Weibes ist immer noch Überfall und Blitz und Nacht neben dem Lichte.
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Wohl zog ich den Schluss; nun aber zieht er mich.
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Wahrlich, ich selber bin der erschreckte Vogel, der euch einmal nackt sah und ohne Farbe; und ich flog davon, als das Gerippe mir Liebe zuwinkte.
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Aber den Schafen bin ich's nicht mehr: so will es mein Loos - gesegnet sei es! Denn diess ist die Wahrheit: ausgezogen bin ich aus dem Hause der Gelehrten: und die Thür habe ich noch hinter mir zugeworfen.
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Müsste ich nicht ein Fass sein von Gedächtniss, wenn ich auch meine Gründe bei mir haben wollte? Schon zuviel ist mir's, meine Meinungen selber zu behalten; und mancher Vogel fliegt davon.
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Was ist ihm Schönheit und Meer und Pfauen-Zierath! Dieses Gleichniss sage ich den Dichtern.
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Mögen sie mich klappern und seufzen _hören_ vor Winterkälte, alle diese armen scheelen Schelme um mich! Mit solchem Geseufz und Geklapper flüchte ich noch vor ihren geheizten Stuben.
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Fünf Worte von alten Sachen hörte ich gestern Nachts an der Garten-Mauer: die kamen von solchen alten betrübten trocknen Nachtwächtern.
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Mein Magen - ist wohl eines Adlers Magen? Denn er liebt am liebsten Lammfleisch.
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Wenn das Wasser Balken hat, wenn Stege und.
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Wer befehlen kann, wer gehorchen muss - Das wird da versucht! Ach, mit welch langem Suchen und Rathen und Missrathen und Lernen und Neu-Versuchen! Die Menschen-Gesellschaft: die ist ein Versuch, so lehre ich's, - ein langes Suchen: sie sucht aber den Befehlenden! - - ein Versuch, oh meine Brüder! Und _kein_ "Vertrag"! Zerbrecht, zerbrecht mir solch Wort der Weich-Herzen und Halb- und Halben! 26.
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Das andere Tanzlied 1.
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Zuletzt aber, nach vielem Zittern, Zucken und Sich-zusammen-Krümmen, begann er also zu jammern: Wer wärmt mich, wer liebt mich noch? Gebt heisse Hände! Gebt Herzens-Kohlenbecken! Hingestreckt, schaudernd, Halbtodtem gleich, dem man die Füsse wärmt - Geschüttelt, ach! von unbekannten Fiebern, Zitternd vor spitzen eisigen Frost-Pfeilen, Von dir gejagt, Gedanke! Unnennbarer! Verhüllter! Entsetzlicher! Du Jäger hinter Wolken! Darniedergeblitzt von dir, Du höhnisch Auge, das mich aus Dunklem anblickt: - so liege ich, Biege mich, winde mich, gequält Von allen ewigen Martern, Getroffen Von Dir, grausamster Jäger, Du unbekannter - Gott! Triff tiefer, Triff Ein Mal noch! Zerstich, zerbrich diess Herz! Was soll diess Martern Mit zähnestumpfen Pfeilen? Was blickst du wieder, Der Menschen-Qual nicht müde, Mit schadenfrohen Götter-Blitz-Augen? Nicht tödten willst du, Nur martern, martern? Wozu - _mich_ martern, Du schadenfroher unbekannter Gott? - Haha! Du schleichst heran? Bei solcher Mitternacht Was willst du? Sprich! Du drängst mich, drückst mich - Ha! schon viel zu nahe! Weg! Weg! Du hörst mich athmen, Du behorchst mein Herz, Du Eifersüchtiger - Worauf doch eifersüchtig? Weg! Weg! Wozu die Leiter? Willst _du_hinein_, In's Herz, Einsteigen,.
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Mittags - Und Zarathustra lief und lief und fand Niemanden mehr und war allein und fand immer wieder sich und genoss und schlürfte seine Einsamkeit und dachte an gute Dinge, - stundenlang.
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Das Abendmahl An dieser Stelle nämlich unterbrach der Wahrsager die Begrüssung Zarathustra's und seiner Gäste: er drängte sich vor, wie Einer, der keine Zeit zu verlieren hat, fasste die Hand Zarathustra's und rief: "Aber Zarathustra! Eins ist nothwendiger als das Andre, so redest du selber: wohlan, Eins ist _mir_ jetzt nothwendiger als alles Andere.
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- Meine Weisheit sammlet sich lange schon gleich einer Wolke, sie wird stiller und dunkler.
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Ihr Schaffenden, an euch ist viel Unreines.