The Will to Power, Book I and II An Attempted Transvaluation of all Values

By Friedrich Nietzsche

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pitiable and weak
side, and the very strong and startling side apart, in two spheres, and
called the one "Man" and the other "God."

And he has continued to act on these lines; during the period of the
_moral idiosyncrasy_ he did not interpret his lofty and sublime moral
states as "proceeding from his own will" or as the "work" of the
person. Even the Christian himself divides his personality into two
parts, the one a mean and weak fiction which he calls man, and the
other which he calls God (Deliverer and Saviour).

Religion has lowered the concept "man"; its ultimate conclusion is
that all goodness, greatness, and truth are superhuman, and are only
obtainable by the grace of God.


137.

One way of raising man out of his self-abasement, which brought about
the decline of the point of view that classed all lofty and strong
states of the soul, as strange, was the theory of relationship. These
lofty and strong states of the soul could at least be interpreted as
the influence of our _forebears_; we belonged to each other, we were
irrevocably joined; we grew in our own esteem, by acting according to
the example of a model known to us all.

There is an attempt on the part of noble families to associate religion
with their own feelings of self-respect. Poets and seers do the same
thing; they feel proud that they have been worthy,--that they have been
_selected_ for such association,--they esteem it an honour, not to be
considered at all as individuals, but as mere mouthpieces (Homer).

Man gradually takes possession of the highest and proudest states of
his soul, as also of his acts and his works. Formerly it was believed
that one paid oneself the greatest honour by denying one's own
responsibility for the highest deeds one accomplished, and by ascribing
them to--God. The will which was not free, appeared to be that which
imparted a higher value to a deed: in those days a god was postulated
as the author of the deed.


138.

Priests are the actors of something which is supernatural, either in
the way of ideals, gods, or saviours, and they have to make people
believe in them; in this they find their calling, this is the purpose
of their instincts; in order to make it as credible as possible, they
have to exert themselves to the utmost extent in the art of posing;
their actor's sagacity must, above all, aim at giving them _a clean
conscience,_ by means of which, alone, it is possible to persuade
effectively.


139.

The priest wishes to make it an understood thing, that he

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Text Comparison with Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen

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1.
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ich bedarf der Hände, die sich ausstrecken.
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Ich liebe Den, welcher aus seiner Tugend seinen Hang und sein Verhängniss macht: so will er um seiner Tugend willen noch leben und nicht mehr leben.
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Aber sie wollen loskommen vom Leben: was schiert es sie, dass sie Andre mit ihren Ketten und Geschenken noch fester binden! - Und auch ihr, denen das Leben wilde Arbeit und Unruhe ist: seid ihr nicht sehr müde des Lebens? Seid ihr nicht sehr reif für die.
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So lasst mich denn euch die Wahrheit sagen! Ich weiss um den Hass und Neid eures Herzens.
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Rathe ich euch zur Keuschheit? Die Keuschheit ist bei Einigen eine Tugend, aber bei Vielen beinahe ein Laster.
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Vieles fand ich hier böse genannt und dort mit purpurnen Ehren geputzt.
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"Und `Wille zur Gleichheit` - das selber soll fürderhin der Name für Tugend werden; und gegen Alles, was Macht hat, wollen wir unser Geschrei erheben!" Ihr Prediger der Gleichheit, der Tyrannen-Wahnsinn der Ohnmacht schreit also aus euch nach "Gleichheit": eure heimlichsten Tyrannen-Gelüste vermummen sich also in Tugend-Worte! Vergrämter Dünkel, verhaltener Neid, vielleicht eurer Väter Dünkel und Neid: aus euch bricht's als Flamme heraus und Wahnsinn der Rache.
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Dass dem Stärkeren diene das Schwächere, dazu überredet es sein Wille, der über noch Schwächeres Herr sein will:.
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Vom Gesicht und Räthsel 1.
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Von der verkleinernden Tugend 1.
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Aber _ihre_ Stunde kommt! Und es kommt auch die meine! Stündlich werden sie kleiner, ärmer, unfruchtbarer, - armes Kraut! armes Erdreich! Und _bald_ sollen sie mir dastehn wie dürres Gras und Steppe, und wahrlich! ihrer selber müde - und mehr, als nach Wasser, nach _Feuer_ lechzend! Oh gesegnete Stunde des Blitzes! Oh Geheimniss vor Mittag! - Laufende Feuer will ich einst noch aus ihnen machen und Verkünder mit Flammen-Zungen: - - verkünden sollen sie einst noch mit Flammen-Zungen: Er kommt, er ist nahe, der grosse Mittag! Also sprach Zarathustra.
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Oh meine Brüder, verstandet ihr auch diess Wort? Und was ich einst sagte vom "letzten Menschen"? - - Bei Welchen liegt die grösste Gefahr aller Menschen-Zukunft? Ist es nicht bei den Guten und Gerechten? Zerbrecht, zerbrecht mir die Guten und Gerechten! - Oh meine Brüder, verstandet ihr auch diess Wort? 28.
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Wir sind Beide zwei rechte Thunichtgute und Thunichtböse.
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zu seinem Herzen, Der dort muss wohl der höhere Mensch sein, von ihm kam jener schlimme Nothschrei, - ich will sehn, ob da zu helfen ist.
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Ich bin nicht auf der Hut vor Betrügern, ich _muss_ ohne Vorsicht sein: so will es mein Loos.
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Hört das, ihr Knaben! Diess Heute ist des Pöbels: wer _weiss_ da noch, was gross, was klein ist! Wer suchte da mit Glück nach Grösse! Ein Narr allein: den Narren glückt's.
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Schmach und Hässlichkeit.
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Seit er im Grabe liegt, seid ihr erst wieder auferstanden.
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"Der _Wahrheit_ Freier? Du? - so höhnten sie - Nein! Nur ein Dichter! Ein Thier, ein listiges, raubendes, schleichendes, Das lügen muss, Das wissentlich, willentlich lügen muss: Nach Beute lüstern, Bunt verlarvt, Sich selber Larve, Sich selbst zur Beute - _Das_ - der Wahrheit Freier? Nein! Nur Narr! Nur Dichter! Nur Buntes redend, Aus Narren-Larven bunt herausschreiend, Herumsteigend auf lügnerischen Wort-Brücken, Auf bunten Regenbogen, Zwischen falschen Himmeln Und falschen Erden, Herumschweifend, herumschwebend, - _Nur_ Narr! _Nur_ Dichter! _Das_ - der Wahrheit Freier? Nicht still, starr, glatt, kalt, Zum Bilde worden, Zur Gottes-Säule, Nicht aufgestellt vor Tempeln, Eines Gottes Thürwart: Nein! Feindselig solchen Wahrheits-Standbildern, In jeder Wildniss heimischer als vor Tempeln, Voll Katzen-Muthwillens, Durch jedes Fenster springend Husch! in jeden Zufall, Jedem Urwalde zuschnüffelnd, Süchtig-sehnsüchtig zuschnüffelnd, Dass du in Urwäldern Unter buntgefleckten Raubthieren Sündlich-gesund und bunt und schön liefest, Mit lüsternen Lefzen, Selig-höhnisch, selig-höllisch, selig-blutgierig, Raubend, schleichend, lügend liefest: - Oder, dem Adler gleich, der lange, Lange starr in Abgründe blickt, In _seine_ Abgründe: - - Oh wie sie sich hier hinab, Hinunter, hinein, In immer tiefere Tiefen ringeln! - Dann, Plötzlich, geraden Zugs, Gezückten Flugs, Auf Lämmer stossen, Jach hinab, heisshungrig, Nach Lämmern lüstern, Gram allen Lamms-Seelen,.