The Will to Power, Book I and II An Attempted Transvaluation of all Values

By Friedrich Nietzsche

Page 18

"what is the good of
tears?"--this is a feeble and sentimental attitude of mind. "_Un
monstre gai vaut mieux qu'un sentimental ennuyeux._"


36.

The philosophie Nihilist is convinced that all phenomena are without
sense and are in vain, and that there ought to be no such thing as
Being without sense and in vain. But whence comes this "There ought
not to be?"--whence this "sense" and _this standard_? At bottom the
Nihilist supposes that the sight of such a desolate, useless Being is
_unsatisfying_ to the philosopher, and fills him with desolation and
despair. This aspect of the case is opposed to our subtle sensibilities
as a philosopher. It leads to the absurd conclusion that the character
of existence _must perforce afford pleasure to the philosopher_ if it
is to have any right to subsist.

Now it is easy to understand that happiness and unhappiness, within
the phenomena of this world, can only serve the purpose of _means_:
the question yet remaining to be answered is, whether it _will
ever be possible_ for us to perceive the "object" and "purpose" of
life--whether the problem of purposelessness or the reverse is not
quite beyond our ken.


37.

The development of _Nihilism out of Pessimism._ The denaturalisation
of _Values._ Scholasticism of values. The values isolated, idealistic,
instead of ruling and leading action, turn _against_ it and condemn it.

Opposites introduced in the place of natural gradations and ranks.
Hatred of the order of rank. Opposites are compatible with a plebeian
age, because they are more easy to grasp.

The _rejected_ world is opposed to an artificially constructed "true
and valuable" one. At last we discover out of what material the "true"
world was built; all that remains, now, is the rejected world, and to
the account of our reasons for _rejecting it we place our greatest
disillusionment._

At this point _Nihilism_ is reached; the directing values have been
retained--nothing more!

This gives rise to _the problem of strength and weakness_:--

(1) The weak fall to pieces upon it;

(2) The strong destroy what does not fall to pieces of its own accord;

(3) The strongest overcome the directing values.

_The whole condition of affairs produces the tragic age._




3. THE NIHILISTIC MOVEMENT AS AN EXPRESSION OF DECADENCE.


38.

Just lately an accidental and in every way inappropriate term has been
very much misused: everywhere people are speaking of "_Pessimism_,"
and there is a fight around the question (to which some replies must be
forthcoming): which is right--Pessimism or Optimism?

People have not yet seen what is so terribly-obvious--namely, that
Pessimism is not a problem but a _symptom,_--that the term ought to be
replaced by "Nihilism,"--that the question, "to be

Last Page Next Page

Text Comparison with Jenseits von Gut und Böse

Page 0
7.
Page 1
.
Page 21
Gesetzt, ein Solcher geht zu Grunde, so geschieht es so ferne vom Verständniss der Menschen, dass sie es nicht fühlen und mitfühlen: - und er kann nicht mehr zurück! er kann auch zum Mitleiden der Menschen nicht mehr zurück! - - 30.
Page 25
Gesetzt, dass nichts Anderes als real "gegeben" ist als unsre Welt der Begierden und Leidenschaften, dass wir zu keiner anderen "Realität" hinab oder hinauf können als gerade zur Realität unsrer Triebe - denn Denken ist nur ein Verhalten dieser Triebe zu einander -: ist es nicht erlaubt, den Versuch zu machen und die Frage zu fragen, ob dies Gegeben nicht ausreicht, um aus Seines-Gleichen auch die sogenannte mechanistische (oder "materielle") Welt zu verstehen? Ich meine nicht als eine Täuschung, einen "Schein", eine "Vorstellung" (im Berkeley'schen und Schopenhauerischen Sinne), sondern als vom gleichen Realitäts-Range, welchen unser Affekt selbst hat, - als eine primitivere Form der Welt der Affekte, in der noch Alles in mächtiger Einheit beschlossen liegt,.
Page 26
Die Welt von innen gesehen, die Welt auf ihren "intelligiblen Charakter" hin bestimmt und bezeichnet - sie wäre eben "Wille zur Macht" und nichts ausserdem.
Page 38
Zu diesen Gleichgültigen gehört heute die Überzahl der deutschen Protestanten in den mittleren Ständen, sonderlich in den arbeitsamen grossen Handels- und Verkehrscentren; ebenfalls die Überzahl der arbeitsamen Gelehrten und der ganze Universitäts-Zubehör (die Theologen ausgenommen, deren Dasein und Möglichkeit daselbst dem Psychologen immer mehr und immer feinere Räthsel zu rathen giebt).
Page 39
.
Page 43
Ein Mensch mit Genie ist unausstehlich, wenn er nicht mindestens noch zweierlei dazu besitzt: Dankbarkeit und Reinlichkeit.
Page 49
136 der Grundprobleme der Moral), der Grundsatz, über dessen Inhalt alle Ethiker eigentlich einig sind; neminem laede, immo omnes, quantum potes, juva - das ist eigentlich der Satz, welchen zu begründen alle Sittenlehrer sich abmühen.
Page 65
Dies ist zuletzt eine Frage des Geschmacks: wenn es selbst nicht eine Frage des Gewissens wäre.
Page 67
Vielleicht quält ihn die Gesundheit oder die Kleinlichkeit und Stubenluft von Weib und Freund, oder der Mangel an Gesellen und Gesellschaft, - ja, er zwingt sich, über seine Qual nachzudenken: umsonst! Schon schweift sein Gedanke weg, zum allgemeineren Falle, und morgen weiss er so wenig als er es gestern wusste, wie ihm zu helfen ist.
Page 68
Skepsis nämlich ist der geistigste Ausdruck einer gewissen vielfachen physiologischen Beschaffenheit, welche man.
Page 69
Im jetzigen Frankreich ist demnach, wie man es ebenso leicht erschliessen als mit Händen greifen kann, der Wille am schlimmsten erkrankt; und Frankreich, welches immer eine meisterhafte Geschicklichkeit gehabt hat, auch die verhängnisvollen Wendungen seines Geistes in's Reizende und Verführerische umzukehren, zeigt heute recht eigentlich als Schule und Schaustellung aller Zauber der Skepsis sein Cultur-Übergewicht über Europa.
Page 79
Sie gehört zu jener Verdüsterung und Verhässlichung Europa's, welche jetzt ein Jahrhundert lang im Wachsen ist (und deren erste Symptome schon in einem nachdenklichen Briefe Galiani's an Madame d'Epinay urkundlich verzeichnet sind): wenn sie nicht deren Ursache ist! Der Mensch der "modernen Ideen", dieser stolze Affe, ist unbändig mit sich selbst unzufrieden: dies steht fest.
Page 81
Unser Mitleiden ist ein höheres fernsichtigeres Mitleiden: - wir sehen, wie der Mensch sich verkleinert, wie ihr ihn verkleinert! - und es giebt Augenblicke, wo wir gerade eurem Mitleiden mit einer unbeschreiblichen Beängstigung zusehn, wo.
Page 88
Aber es will nicht Wahrheit: was liegt dem Weibe an Wahrheit! Nichts ist von Anbeginn an dem Weibe fremder, widriger, feindlicher als Wahrheit, - seine grosse Kunst ist die Lüge, seine höchste Angelegenheit ist der Schein und die Schönheit.
Page 106
Ich könnte mir eine Musik denken, deren seltenster Zauber darin bestünde, dass sie von Gut und Böse nichts mehr wüsste, nur dass vielleicht irgend ein Schiffer-Heimweh, irgend welche goldne Schatten und zärtliche Schwächen hier und da über sie hinwegliefen: eine Kunst, welche von grosser Ferne her die Farben einer untergehenden, fast unverständlich gewordenen moralischen Welt zu sich flüchten sähe, und die gastfreundlich und tief genug zum Empfang solcher späten Flüchtlinge wäre.
Page 108
Er mag sogar eine Sünde wider die Romantik gewesen sein, dieser antiromanische Siegfried: nun, Wagner hat diese Sünde reichlich quitt gemacht, in seinen alten trüben Tagen, als er - einen Geschmack vorwegnehmend, der inzwischen Politik geworden ist - mit der ihm eignen religiösen Vehemenz den Weg nach Rom, wenn nicht zu gehn, so doch zu predigen anfieng.
Page 116
welche die Kraft in's Ungeheure aufgehäuft, die den Bogen auf so bedrohliche Weise gespannt hat - - jetzt ist, jetzt wird sie "überlebt".
Page 118
Auf die Gefahr hin, unschuldige Ohren missvergnügt zu machen, stelle ich hin: der Egoismus gehört zum Wesen der vornehmen Seele, ich meine jenen unverrückbaren Glauben, dass einem Wesen, wie "wir sind", andre Wesen von Natur unterthan sein müssen und sich ihm zu opfern haben.