The Will to Power, Book I and II An Attempted Transvaluation of all Values

By Friedrich Nietzsche

Page 123

and
supernatural values to their real "nature"--that is to say, to
_natural immorality,_ to natural "utility," etc.

Perhaps I may designate the tendency of these observations by the term
_moral naturalism_: my object is to re-translate the moral values which
have apparently become independent and _unnatural_ into their real
nature--that is to say, into their natural "_immorality_."

_N.B._--Refer to Jewish "holiness" and its natural basis. The case is
the same in regard to _the moral law which has been made sovereign,_
emancipated from its real _feature_ (until it is almost the _opposite_
of Nature).

The stages in the _denaturalisation of morality_ (or so-called
"_Idealisation_"):--

First it is a road to individual happiness,

then it is the result of knowledge,

then it is a Categorical Imperative,

then it is a way to Salvation,

then it is a denial of the will to live.

(The gradual progress of the _hostility_ of morality to _Life_.)


300.

The suppressed and effaced _Heresy_ in morality.--Concepts: paganism,
master-morality, _virtù_.


301.

_My problem_: What harm has mankind suffered hitherto from morals, as
also from its own morality? Intellectual harm, etc.


302.

Why are not human values once more deposited nicely in the rut to
which they alone have a right--as routinary values? Many species
of animals have already become extinct; supposing man were also to
disappear, nothing would be lacking on earth. A man should be enough of
a philosopher to admire even this "nothing" (_Nil admirari_).


303.

Man, a small species of very excitable animals,
which--fortunately--has its time. Life in general on earth is a
matter of a moment, an incident, an exception that has no consequence,
something which is of no importance whatever to the general character
of the earth; the earth itself is, like every star, a hiatus between
two nonentities, an event without a plan, without reason, will, or
self-consciousness--the worst kind of necessity--_foolish_ necessity....
Something in us rebels against this view; the serpent vanity whispers
to our hearts, "All this must be false because it is revolting....
Could not all this be appearance? And man in spite of all, to use
Kant's words"----



4. HOW VIRTUE IS MADE TO DOMINATE.


304.

_Concerning the ideal of the moralist._--In this treatise we wish to
speak of the great _politics_ of virtue. We wrote it for the use of
all those who are interested, not so much in the process of becoming
virtuous as in that of making others virtuous--in how virtue _is made
to dominate._ I even intend to prove that in order to desire this
one thing--the dominion of virtue--the other must be systematically
avoided; that is to say, one must renounce all hopes of becoming
virtuous. This sacrifice is great: but such an end

Last Page Next Page

Text Comparison with Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch Fuer Freie Geister

Page 2
Man darf vermuthen, dass ein Geist, in dem der Typus "freier Geist" einmal bis zur Vollkommenheit reif und süss werden soll, sein entscheidendes Ereigniss in einer grossen Loslösung gehabt hat, und dass er vorher um so mehr ein gebundener Geist war und für immer an seine Ecke und Säule gefesselt schien.
Page 19
angerechnet und vergolten, es ist Arbeit am ewigen Heil der Seele.
Page 26
Will man aber trotzdem mehr von ihm, so wird er mit wohlwollendem Kopfschütteln auf seinen Bruder hinweisen, den freien Menschen der That, und vielleicht ein Wenig Spott nicht verhehlen: denn mit dessen "Freiheit" hat es eine eigene Bewandtniss.
Page 40
Liebe und Gerechtigkeit.
Page 55
- Wie gern möchte man die falschen Behauptungen der Priester, es gebe einen Gott, der das Gute von uns verlangte, Wächter und Zeuge jeder Handlung, jedes Augenblickes, jedes Gedankens sei, der uns liebe, in allem Unglück unser Bestes wolle, - wie gern möchte man diese mit Wahrheiten vertauschen, welche ebenso heilsam, beruhigend und wohlthuend wären, wie jene Irrthümer! Doch solche Wahrheiten giebt es nicht; die Philosophie kann ihnen höchstens wiederum metaphysische Scheinbarkeiten (im Grunde ebenfalls Unwahrheiten) entgegensetzen.
Page 61
Auf diesen krankhaften Excess des Gefühls, auf die dazu nöthige tiefe Kopf- und Herz-Corruption wirken alle psychologischen Erfindungen des Christenthums hin: es will vernichten, zerbrechen, betäuben, berauschen, es will nur Eins.
Page 67
134.
Page 69
Er will, unter dem Einflusse der gewaltigen Emotion, jedenfalls das Grosse, Gewaltige, Ungeheure, und wenn er zufällig merkt, dass ihm die Aufopferung seiner selbst ebenso oder noch mehr genugthut, als die Opferung des Anderen, so wählt er sie.
Page 74
Nicht Das, was der Heilige ist, sondern Das, was er in den Augen der Nicht-Heiligen bedeutet, giebt ihm seinen welthistorischen Werth.
Page 78
Alle Grossen waren grosse Arbeiter, unermüdlich nicht nur im Erfinden, sondern auch im Verwerfen, Sichten, Umgestalten, Ordnen.
Page 83
Dadurch, dass er aufhört, Kritik gegen sich selbst zu üben, fällt zuletzt aus seinem Gefieder eine der Schwungfedern nach der anderen aus: jener Aberglaube gräbt die Wurzeln seiner Kraft an und macht ihn vielleicht gar zum Heuchler, nachdem seine Kraft von ihm gewichen ist.
Page 104
- Von vier Gattungen der Dinge sagen die gebundenen Geister, sie seien im Rechte.
Page 127
Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Civilisation in eine neue Barbarei aus.
Page 130
296.
Page 141
Nicht-anerkannt-werden wird von der Nachwelt immer als Mangel an Kraft ausgelegt.
Page 145
Frauen im Hass.
Page 163
sind alle Rückfälle der alten Krankheit überwunden, so wird ein neues Blatt im Fabelbuche der Menschheit entrollt, auf dem man allerlei seltsame Historien und vielleicht auch einiges Gute lesen wird.
Page 168
- Lebt als höhere Menschen und thut immerfort die Thaten der höheren Cultur, - so gesteht euch Alles, was da lebt, euer Recht zu, und die Ordnung der Gesellschaft, deren Spitze ihr seid, ist gegen jeden bösen Blick und Griff gefeit! 481.
Page 180
612.
Page 189
Zuletzt wird sie selbst ihrer Gegnerin, der blinden oder kurzsichtigen "Ueberzeugung" (wie Männer sie nennen: - bei Weibern heisst sie "Glaube") geben was der Ueberzeugung ist - um der Wahrheit willen.