The Twilight of the Idols - The Antichrist Complete Works, Volume Sixteen

By Friedrich Nietzsche

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institution; but he could do so from another standpoint He could
well say, for instance, "falsehood is that kind of error which causes a
particular species to degenerate and to decay."

Thus the fact that Christianity "lied" becomes a subject of alarm
to Nietzsche, not owing to the fact that it is immoral to lie, but
because in this particular instance, the lie was harmful, hostile to
life, and dangerous to humanity; for "a belief might be false and yet
life-preserving" (_Beyond Good and Evil,_ pp. 8, 9).

Suppose, therefore, we say with Nietzsche that there is no absolute
truth, but that all that has been true in the past which has been
the means of making the "plant man flourish best"--or, since the
meaning of "best" is open to some debate, let us say, flourish in a
Nietzschean sense, that is to say, thanks to a mastery of life, and
to a preponderance of all those qualities which say yea to existence,
and which suggest no flight from this world and all its pleasure and
pain. And suppose we add that, wherever we may find the plant man
flourishing, in this sense, we should there suspect the existence of
truth?--I If we say this with Nietzsche, any sort of assumption or
arbitrary valuation which aims at a reverse order of things, becomes a
dangerous lie in a super-moral and purely physiological sense.

With these preparatory remarks we are now prepared to read aphorism
56 with a complete understanding of what Nietzsche means, and
to recognise in this particular aphorism the key to the whole of
Nietzsche's attitude towards Christianity. It is at once a solution of
our problem, and a justification of its author's position. Naturally,
it still remains open to Nietzsche's opponents to argue, if they
choose, that man has flourished best under the sway of nihilistic
religions--religions which deny life,--and that consequently the
falsehoods of Christianity are not only warrantable but also in the
highest degree blessed; but, in any case, the aphorism in question
completely exonerates Nietzsche from a charge of inconsistency in the
use of the terms "truth" and "falsehood" throughout his works, and
it moreover settles once and for all the exact altitude from which
our author looked down upon the religions of the world, not only to
criticise them, but also to _place_ them in the order of their merit as
disciplinary systems aiming at the cultivation of particular types of
men.

Nietzsche says in aphorism 56:--"After all, the question is, to what
end are falsehoods perpetrated? The fact that, in Christianity, 'holy'
ends are entirely absent, constitutes _my_ objection to the

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Text Comparison with Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch Fuer Freie Geister

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- Die Bedeutung der Sprache für die Entwickelung der Cultur liegt darin, dass in ihr der Mensch eine eigene Welt neben die andere stellte, einen Ort, welchen er für so fest hielt, um von ihm aus die übrige Welt aus den Angeln zu heben und sich zum Herrn derselben zu machen.
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Aber der Unmuth nach der That braucht gar nicht vernünftig zu sein: ja er ist es gewiss nicht, denn er ruht auf der irrthümlichen Voraussetzung, dass die That eben nicht nothwendig hätte erfolgen müssen.
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- Unsere jetzige Sittlichkeit ist.
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Der Heuchler, welcher immer ein und die selbe Rolle spielt, hört zuletzt auf, Heuchler zu sein; zum Beispiel Priester, welche als junge Männer gewöhnlich bewusst oder unbewusst Heuchler sind, werden zuletzt natürlich und sind dann wirklich, ohne alle Affectation, eben Priester; oder wenn es der Vater nicht so weit bringt, dann vielleicht der Sohn, der des Vaters Vorsprung benutzt, seine Gewöhnung erbt.
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Wie das Herkommen entstanden ist, das ist dabei gleichgültig, jedenfalls ohne Rücksicht auf gut und böse oder irgend einen immanenten kategorischen Imperativ, sondern vor Allem zum Zweck der Erhaltung einer Gemeinde, eines Volkes; jeder abergläubische Brauch, der auf Grund eines falsch gedeuteten Zufalls entstanden ist, erzwingt ein Herkommen, welchem zu folgen sittlich ist; sich.
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Der Bildhauer kann viele kleine Züge hinzuthun oder weglassen: ebenso der Darsteller, sei es ein Schauspieler oder, in Betreff der Musik, ein Virtuos oder Dirigent.
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Man könnte die Kunst aufgeben, würde damit aber nicht die von ihr gelernte Fähigkeit einbüssen: ebenso wie man die Religion aufgegeben hat, nicht aber die durch sie erworbenen Gemüths-Steigerungen und Erhebungen.
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- Die Gebundenheit der Ansichten, durch Gewöhnung zum Instinct geworden, führt zu dem, was man Charakterstärke nennt.
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- Das Forschen nach Wahrheit hat jetzt noch den Reiz, dass sie sich überall stark gegen den grau und langweilig gewordenen Irrthum abhebt; dieser Reiz verliert sich immer mehr; jetzt zwar leben wir noch im Jugendzeitalter der Wissenschaft und pflegen der Wahrheit wie einem schönen Mädchen nachzugehen; wie aber, wenn sie eines Tages zum ältlichen, mürrisch blickenden Weibe geworden ist? Fast in allen Wissenschaften ist die Grundeinsicht entweder erst in jüngster Zeit gefunden oder wird noch gesucht; wie anders reizt diess an, als wenn alles Wesentliche gefunden ist und nur noch eine kümmerliche Herbstnachlese dem Forscher übrig bleibt (welche Empfindung man in einigen historischen Disciplinen kennen lernen kann).
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Von Zeit zu Zeit erhob sich aus dem tiefsten Grunde des Hellenischen der Widerspruch gegen Homer; aber er blieb immer siegreich.
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- Niemanden kränken, Niemanden beeinträchtigen wollen kann ebensowohl das Kennzeichen einer gerechten, als einer ängstlichen Sinnesart sein.
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Zudem: ein Gelehrter, der verkannt wird, darf jetzt bestimmt darauf rechnen, dass seine Entdeckung von Anderen auch gemacht wird, und dass ihm besten Falls einmal später von einem Historiker zuerkannt wird, er habe diess und jenes auch schon gewusst, sei aber nicht im Stande gewesen, seinem Satz Glauben zu verschaffen.
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Aber dieser verschiedene Eindruck auf die Phantasie soll unser Urtheil ja nicht bestimmen; denn jenes universale Institut entsprach erkünstelten, auf Fictionen beruhenden Bedürfnissen, welche es, wo sie noch nicht vorhanden waren, erst erzeugen musste (Bedürfniss der Erlösung); die neuen Institute helfen wirklichen Nothzuständen ab; und die Zeit kommt, wo Institute entstehen, um den gemeinsamen wahren Bedürfnissen aller Menschen zu dienen und das phantastische Urbild, die katholische Kirche, in Schatten und Vergessenheit zu stellen.
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Fleiss im Süden und Norden.
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- Die bösen Reden Anderer über uns gelten oft nicht eigentlich uns, sondern sind die Aeusserungen eines Aergers, einer Verstimmung aus ganz anderen Gründen.
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