The Twilight of the Idols - The Antichrist Complete Works, Volume Sixteen

By Friedrich Nietzsche

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obliged to adorn himself (historical sense)
and who is always in search of a new garment: he desires to make his
appearance becoming, and finally retires into solitude in order not to
be seen, he is ashamed of himself.

4. He who honours facts ("the brain of a leech"), the most subtle
intellectual conscience, and because he has it in excess, a guilty
conscience,--he wants to get rid of himself.

5. The poet, who at bottom thirsts, for savage freedom,--he chooses
loneliness and the severity of knowledge.

6. The discoverer of new intoxicants,--the musician, the sorcerer, who
finally drops on his knees before a loving heart and says: "Not to me
do I wish to lead you but yonder to him."

Those who are sober to excess and who have a yearning for intoxication
which they do not gratify. The Supersobersides.

7. Genius (as an attack of insanity), becoming frozen through lack of
love: "I am neither a genius nor a god." Great tenderness: "people must
show him more love!"

8. The rich man who has given everything away and who asks everybody:
"Have you anything you do not want? give me some of it!" as a beggar.

9. The Kings who renounce dominion: "we seek him who is more worthy
to rule"--against "equality": the great man is lacking, consequently
reverence is lacking too.

10. The actor of happiness.

11. The pessimistic soothsayer who detects fatigue everywhere.

12. The fool of the big city.

13. The youth from the mount

14. The woman (seeks the man).

15. The envious emaciated toiler and _arriviste.

16. The good, } and their mad fancy:

17. The pious, } "For God" that

18. The self-centred and } means "For me."
saints,


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"I gave you the most weighty thought: maybe mankind will perish through
it, perhaps also mankind will be elevated through it inasmuch as by
its means the elements which are hostile to life will be overcome and
eliminated." "Ye must not chide Life, but yourselves!"--The destiny
of higher man is to be a creator. The organisation of higher men, the
education of the future ruler. "YE must rejoice in your superior power
when ye rule and when ye form anew." "Not only man but Superman will
recur eternally!"


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The typical suffering of the reformer and also his consolations. The
seven solitudes.

He lives as though he were beyond all ages: his loftiness allows him to
have intercourse with the anchorites and the misunderstood of every age.

Only his

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Text Comparison with Jenseits von Gut und Böse

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Aber der Weg zu neuen Fassungen und Verfeinerungen der Seelen-Hypothese steht offen: und Begriffe wie "sterbliche Seele" und "Seele als Subjekts-Vielheit" und "Seele als Gesellschaftsbau der Triebe und Affekte" wollen fürderhin in der Wissenschaft Bürgerrecht haben.
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"Wo der Mensch nichts mehr zu sehen und zu greifen hat, da hat er auch nichts mehr zu suchen" - das ist freilich ein anderer Imperativ als der Platonische, welcher aber doch für ein derbes arbeitsames Geschlecht von Maschinisten und Brückenbauern der Zukunft, die lauter grobe Arbeit abzuthun haben, gerade der rechte Imperativ sein mag.
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"Mein Urtheil ist mein Urtheil: dazu hat nicht leicht auch ein Anderer das Recht" - sagt vielleicht solch ein Philosoph der Zukunft.
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62.
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Unsre Eitelkeit ist gerade dann am schwersten zu verletzen, wenn eben unser Stolz verletzt wurde.
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Mitleiden wirkt an einem Menschen der Erkenntniss beinahe zum Lachen, wie zarte Hände an einem Cyklopen.
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Das Wesentliche, "im Himmel und auf Erden", wie es scheint, ist, nochmals gesagt, dass lange und in Einer Richtung gehorcht werde: dabei kommt und kam auf die Dauer immer Etwas heraus, dessentwillen es sich lohnt, auf Erden zu leben, zum Beispiel Tugend, Kunst, Musik, Tanz, Vernunft, Geistigkeit, - irgend etwas Verklärendes, Raffinirtes, Tolles und Göttliches.
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Dass Jahrtausende lang die europäischen Denker nur dachten, um Etwas zu beweisen -heute ist uns umgekehrt jeder Denker verdächtig, der "Etwas beweisen will" -, dass ihnen bereits immer feststand, was als Resultat ihres strengsten Nachdenkens herauskommen sollte, etwa wie ehemals bei der asiatischen Astrologie oder wie heute noch bei der harmlosen christlich-moralischen Auslegung der nächsten persönlichen Ereignisse "zu Ehren Gottes" und "zum Heil der Seele": - diese Tyrannei, diese Willkür, diese strenge und grandiose Dummheit hat den Geist erzogen; die Sklaverei ist, wie es scheint, im gröberen und feineren Verstande das unentbehrliche Mittel auch der geistigen Zucht und Züchtung.
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Man missversteht das Raubthier und den Raubmenschen (zum Beispiele Cesare Borgia) gründlich, man missversteht die "Natur", so lange man noch nach einer "Krankhaftigkeit" im Grunde dieser gesündesten aller tropischen Unthiere und Gewächse sucht, oder gar nach einer ihnen eingeborenen "Hölle" -: wie es bisher fast alle Moralisten gethan haben.
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" - Also tröstet sich ein Skeptiker; und es ist wahr, dass er einigen Trost nöthig hat.
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Ich sage dies nicht als Wünschender: mir würde das Entgegengesetzte eher nach dem Herzen sein, - ich meine eine solche Zunahme der Bedrohlichkeit Russlands, dass Europa sich entschliessen müsste, gleichermaassen bedrohlich zu werden, nämlich Einen Willen zu bekommen, durch das Mittel einer neuen über Europa herrschenden Kaste, einen langen furchtbaren eigenen Willen, der sich über Jahrtausende hin Ziele setzen könnte: - damit endlich die langgesponnene Komödie seiner Kleinstaaterei und ebenso seine dynastische wie demokratische Vielwollerei zu einem Abschluss käme.
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Es hat Philosophen gegeben, welche dieser Volks-Verwunderung noch einen verführerischen und mystisch-jenseitigen Ausdruck zu verleihen wussten (- vielleicht weil sie die höhere Natur nicht aus Erfahrung kannten?) - statt die nackte und herzlich billige Wahrheit hinzustellen, dass die "uninteressirte" Handlung eine sehr interessante und interessirte Handlung ist, vorausgesetzt.
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) Und wie viele Geister wir bergen? Unsre Redlichkeit, wir freien Geister, - sorgen wir dafür, dass sie nicht unsre Eitelkeit, unser Putz und Prunk, unsre Grenze, unsre Dummheit werde! Jede Tugend neigt zur Dummheit, jede Dummheit zur Tugend; "dumm bis zur Heiligkeit" sagt man in Russland, - sorgen wir dafür, dass wir nicht aus Redlichkeit zuletzt noch zu Heiligen und Langweiligen werden! Ist das Leben nicht hundert Mal zu kurz, sich in ihm - zu langweilen? Man müsste schon an's ewige Leben glauben, um.
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Ich wage vielleicht etwas, wenn ich eine solche Wahrheit mir entschlüpfen lasse: mögen Andre sie wieder einfangen und ihr so viel "Milch der frommen Denkungsart" zu trinken geben, bis sie still und vergessen in ihrer alten Ecke liegt.
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Nenne man es nun "Civilisation" oder "Vermenschlichung" oder "Fortschritt", worin jetzt die Auszeichnung der Europäer gesucht wird; nenne man es einfach, ohne zu loben und zu tadeln, mit einer politischen Formel die demokratische Bewegung Europa's: hinter all den moralischen und politischen Vordergründen, auf welche mit solchen Formeln hingewiesen wird, vollzieht sich ein ungeheurer physiologischer Prozess, der immer mehr in Fluss geräth, - der Prozess einer Anähnlichung der Europäer, ihre wachsende Loslösung von den Bedingungen, unter denen klimatisch und ständisch gebundene Rassen entstehen, ihre zunehmende Unabhängigkeit von jedem bestimmten milieu, das Jahrhunderte lang sich mit gleichen Forderungen in Seele und Leib einschreiben möchte, - also die langsame Heraufkunft einer wesentlich übernationalen und nomadischen Art Mensch, welche, physiologisch geredet, ein Maximum von Anpassungskunst und -kraft als ihre typische Auszeichnung besitzt.
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- 254.
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ist, oder von Hegel, der heute in Gestalt Taine's - das heisst des ersten lebenden Historikers - einen beinahe tyrannischen Einfluss ausübt.
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- Für sie hat Bizet Musik gemacht, dieses letzte Genie, welches eine neue Schönheit und Verführung gesehn, - der ein Stück Süden der Musik entdeckt hat.
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- Jenem Philosophen zum Trotz, der als ächter Engländer dem Lachen bei allen denkenden Köpfen eine üble Nachrede zu schaffen suchte - "das Lachen ist ein arges Gebreste der menschlichen Natur, welches jeder denkende Kopf zu überwinden bestrebt sein wird" (Hobbes) -, würde ich mir sogar eine Rangordnung der Philosophen erlauben, je nach dem Range ihres Lachens - bis hinauf zu denen, die des goldnen Gelächters fähig sind.
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