The Genealogy of Morals The Complete Works, Volume Thirteen, edited by Dr. Oscar Levy.

By Friedrich Nietzsche

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counter-efforts. The form is
fluid, but the meaning is even more so--even inside every individual
organism the case is the same: with every genuine growth of the whole,
the "function" of the individual organs becomes shifted,--in certain
cases a partial perishing of these organs, a diminution of their
numbers (for instance, through annihilation of the connecting members),
can be a symptom of growing strength and perfection. What I mean is
this: even partial _loss of utility_, decay, and degeneration, loss of
function and purpose, in a word, death, appertain to the conditions
of the genuine _progressus_; which always appears in the shape of
a will and way to _greater_ power, and is always realised at the
expense of innumerable smaller powers. The magnitude of a "progress"
is gauged by the greatness of the sacrifice that it requires: humanity
as a mass sacrificed to the prosperity of the one _stronger_ species
of Man--that _would be_ a progress. I emphasise all the more this
cardinal characteristic of the historic method, for the reason that in
its essence it runs counter to predominant instincts and prevailing
taste, which much prefer to put up with absolute casualness, even with
the mechanical senselessness of all phenomena, than with the theory
of a power-will, in exhaustive play throughout all phenomena. The
democratic idiosyncrasy against everything which rules and wishes to
rule, the modern _misarchism_ (to coin a bad word for a bad thing),
has gradually but so thoroughly transformed itself into the guise of
intellectualism, the most abstract intellectualism, that even nowadays
it penetrates and _has the right_ to penetrate step by step into the
most exact and apparently the most objective sciences: this tendency
has, in fact, in my view already dominated the whole of physiology
and biology, and to their detriment, as is obvious, in so far as
it has spirited away a radical idea, the idea of true _activity_.
The tyranny of this idiosyncrasy, however, results in the theory
of "adaptation" being pushed forward into the van of the argument,
exploited; adaptation--that means to say, a second-class activity, a
mere capacity for "reacting"; in fact, life itself has been defined
(by Herbert Spencer) as an increasingly effective internal adaptation
to external circumstances. This definition, however, fails to realise
the real essence of life, its will to power. It fails to appreciate the
paramount superiority enjoyed by those plastic forces of spontaneity,
aggression, and encroachment with their new interpretations and
tendencies, to the operation of which adaptation is only a natural
corollary: consequently the sovereign office of the highest
functionaries in the organism itself (among which the life-will appears
as an active and formative principle)

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Text Comparison with Jenseits von Gut und Böse

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Aber dies ist Nihilismus und Anzeichen einer verzweifelnden sterbensmüden Seele: wie tapfer auch die Gebärden einer solchen Tugend sich ausnehmen mögen.
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"Ni dieu, ni maître" - so wollt auch ihr's.
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Der Glaube, wie ihn das erste Christenthum verlangt und nicht selten erreicht hat, inmitten einer skeptischen und südlich-freigeisterischen Welt, die einen Jahrhunderte langen Kampf von Philosophenschulen hinter sich und in sich hatte, hinzugerechnet die Erziehung zur Toleranz, welche das imperium Romanum gab, - dieser Glaube ist nicht jener treuherzige und bärbeissige Unterthanen-Glaube, mit dem etwa ein Luther oder ein Cromwell oder sonst ein nordischer Barbar des Geistes an ihrem Gotte und Christenthum gehangen haben; viel eher scholl jener Glaube Pascal's, der auf schreckliche Weise einem dauernden Selbstmorde der Vernunft ähnlich sieht, - einer zähen langlebigen wurmhaften Vernunft, die nicht mit Einem Male und Einem Streiche todtzumachen ist.
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Möchte man diese schonende und erhaltende Fürsorge, insofern sie neben allen anderen auch dem höchsten, bisher fast immer auch leidendsten Typus des Menschen gilt und galt, noch so hoch anschlagen: in der.
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89.
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Was jemand ist, fängt an, sich zu verrathen, wenn sein Talent nachlässt, - wenn er aufhört, zu.
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Wer der Geschichte einer einzelnen Wissenschaft nachgegangen ist, der findet in ihrer Entwicklung einen Leitfaden zum Verständniss der ältesten und gemeinsten Vorgänge alles "Wissens und Erkennens": dort wie hier sind die voreiligen Hypothesen, die Erdichtungen, der gute dumme Wille zum "Glauben", der Mangel an Misstrauen und Geduld zuerst entwickelt, - unsre Sinne lernen es spät, und lernen es nie ganz, feine treue vorsichtige Organe der Erkenntniss zu sein.
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Insofern es zu allen Zeiten, so lange es Menschen giebt, auch Menschenheerden gegeben hat (Geschlechts-Verbände, Gemeinden, Stämme, Völker, Staaten, Kirchen) und immer sehr viel Gehorchende im Verhältniss zu der kleinen Zahl Befehlender, - in Anbetracht also, dass Gehorsam bisher am besten und längsten unter Menschen geübt und gezüchtet worden ist, darf man billig voraussetzen, dass durchschnittlich jetzt einem jeden das Bedürfniss darnach angeboren ist, als eine Art formalen Gewissens, welches gebietet: "du sollst irgend Etwas unbedingt thun, irgend Etwas unbedingt lassen", kurz "du sollst".
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Gesetzt, es findet sich auch da bereits eine beständige kleine Übung von Rücksicht, Mitleiden, Billigkeit, Milde, Gegenseitigkeit der Hülfeleistung, gesetzt, es sind auch auf diesem Zustande der Gesellschaft schon alle jene Triebe thätig, welche später mit Ehrennamen, als "Tugenden" bezeichnet werden und schliesslich fast mit dem Begriff "Moralität" in Eins zusammenfallen: in jener Zeit gehören sie noch gar nicht in das Reich der moralischen Werthschätzungen - sie sind noch aussermoralisch.
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Was die schmerzliche Wollust der Tragödie ausmacht, ist Grausamkeit; was im sogenannten tragischen Mitleiden, im Grunde sogar in allem Erhabenen bis hinauf zu den höchsten und zartesten Schaudern der Metaphysik, angenehm wirkt, bekommt seine Süssigkeit allein von der eingemischten Ingredienz der Grausamkeit.
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gewollt und grossgezüchtet wird, ist billig genug, auch begreiflich genug; was sich schwerer begreift, ist, dass ebendamit - das Weib entartet.
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Furcht und Mitleiden: mit diesen Gefühlen stand bisher der Mann vor dem Weibe, immer mit einem Fusse schon in der Tragödie, welche zerreisst, indem sie entzückt -.
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Gegen die deutsche Musik halte ich mancherlei Vorsicht für geboten.
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Ein Mensch, der nach Grossem strebt, betrachtet Jedermann, dem er auf seiner Bahn begegnet, entweder als Mittel oder als Verzögerung und Hemmniss - oder als zeitweiliges Ruhebett.
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- Vielleicht verräth es die species, zu der ich gehöre? - Aber nicht mir: wie es mir selbst erwünscht genug ist.
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Nicht Freunde mehr, das sind - wie nenn' ich's doch? - Nur Freunds-Gespenster! Das klopft mir wohl noch Nachts an Herz und Fenster, Das sieht.