On the Future of our Educational Institutions

By Friedrich Nietzsche

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and said: "You used to hold out hopes to me, but now you
have done more: you have widened my intelligence, and with it my
strength and courage: now indeed can I look on the field of battle
with more hardihood, now indeed do I repent of my too hasty flight. We
want nothing for ourselves, and it should be nothing to us how many
individuals may fall in this battle, or whether we ourselves may be
among the first. Just because we take this matter so seriously, we
should not take our own poor selves so seriously: at the very moment
we are falling some one else will grasp the banner of our faith. I
will not even consider whether I am strong enough for such a fight,
whether I can offer sufficient resistance; it may even be an
honourable death to fall to the accompaniment of the mocking laughter
of such enemies, whose seriousness has frequently seemed to us to be
something ridiculous. When I think how my contemporaries prepared
themselves for the highest posts in the scholastic profession, as I
myself have done, then I know how we often laughed at the exact
contrary, and grew serious over something quite different----"

"Now, my friend," interrupted the philosopher, laughingly, "you speak
as one who would fain dive into the water without being able to swim,
and who fears something even more than the mere drowning; _not_ being
drowned, but laughed at. But being laughed at should be the very last
thing for us to dread; for we are in a sphere where there are too many
truths to tell, too many formidable, painful, unpardonable truths, for
us to escape hatred, and only fury here and there will give rise to
some sort of embarrassed laughter. Just think of the innumerable crowd
of teachers, who, in all good faith, have assimilated the system of
education which has prevailed up to the present, that they may
cheerfully and without over-much deliberation carry it further on.
What do you think it will seem like to these men when they hear of
projects from which they are excluded _beneficio naturae_; of commands
which their mediocre abilities are totally unable to carry out; of
hopes which find no echo in them; of battles the war-cries of which
they do not understand, and in the fighting of which they can take
part only as dull and obtuse rank and file? But, without exaggeration,
that must necessarily be the position of practically all the teachers
in our higher educational establishments: and indeed we cannot wonder
at this when we consider how

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Text Comparison with Jenseits von Gut und Böse

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sich gar zu gerne als letzten Zweck des Daseins und als berechtigten Herrn aller übrigen Triebe darstellen möchte.
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Dieselbe als Morphologie und Entwicklungslehre des Willens zur Macht zufassen, wie ich sie fasse - daran hat noch Niemand in seinen Gedanken selbst gestreift: sofern es nämlich erlaubt ist, in dem, was bisher geschrieben wurde, ein Symptom von dem, was bisher verschwiegen wurde, zu erkennen.
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Hat er aber Glück, wie es einem Glückskinde der Erkenntniss geziemt, so begegnet er eigentlichen Abkürzern und Erleichterern seiner Aufgabe, - ich meine sogenannten Cynikern, also Solchen, welche das Thier, die Gemeinheit, die "Regel" an sich einfach anerkennen und dabei noch jenen Grad von Geistigkeit und Kitzel haben, um über sich und ihres Gleichen vor Zeugen reden zu müssen: - mitunter wälzen sie sich sogar in Büchern wie auf ihrem eignen Miste.
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Es ist viel zu viel Zauber und Zucker in jenen Gefühlen des "für Andere", des "nicht für mich", als dass man nicht nöthig hätte, hier doppelt misstrauisch zu werden und zu fragen: "sind es nicht vielleicht - Verführungen?" - Dass sie gefallen - Dem, der sie hat, und Dem, der ihre Früchte geniesst, auch dem blossen Zuschauer, - dies giebt noch kein Argument für sie ab, sondern fordert gerade zur Vorsicht auf.
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diesen Dienst! Aber wer hätte Zeit, auf solche Diener zu warten! - sie wachsen ersichtlich zu selten, sie sind zu allen Zeiten so unwahrscheinlich! Zuletzt muss man Alles selber thun, um selber Einiges zu wissen: das heisst, man hat viel zu thun! - Aber eine Neugierde meiner Art bleibt nun einmal das angenehmste aller Laster, - Verzeihung! ich wollte sagen: die Liebe zur Wahrheit hat ihren Lohn im Himmel und schon auf Erden.
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Möchte man diese schonende und erhaltende Fürsorge, insofern sie neben allen anderen auch dem höchsten, bisher fast immer auch leidendsten Typus des Menschen gilt und galt, noch so hoch anschlagen: in der.
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- Plato, in solchen Dingen unschuldiger und ohne die Verschmitztheit des Plebejers, wollte mit Aufwand aller Kraft - der grössten Kraft, die bisher ein Philosoph aufzuwenden hatte! - sich beweisen, dass Vernunft und Instinkt von selbst auf Ein Ziel zugehen, auf das Gute, auf "Gott"; und seit Plato sind alle Theologen und Philosophen auf der gleichen Bahn, - das heisst, in Dingen der Moral hat bisher der Instinkt, oder wie die Christen es nennen, "der Glaube", oder wie ich es nenne, "die Heerde" gesiegt.
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Die seltsame Beschränktheit der menschlichen Entwicklung, das Zögernde, Langwierige, oft Zurücklaufende und Sich-Drehende derselben beruht darauf, dass der Heerden-Instinkt des Gehorsams am besten und auf Kosten der Kunst des Befehlens vererbt wird.
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Der Umfang und der Thurmbau der Wissenschaften ist in's Ungeheure gewachsen, und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Philosoph schon als Lernender müde wird oder sich irgendwo festhalten und "spezialisiren" lässt: so dass er gar nicht mehr auf seine Höhe, nämlich zum Überblick, Umblick, Niederblick kommt.
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Durch den Namen, auf welchen ich sie zu taufen wagte, habe ich das Versuchen und die Lust am Versuchen schon ausdrücklich unterstrichen: geschah dies deshalb, weil sie, als Kritiker an Leib und Seele, sich des Experiments in einem neuen, vielleicht weiteren, vielleicht gefährlicheren Sinne zu bedienen lieben? Müssen sie, in ihrer Leidenschaft der Erkenntniss, mit verwegenen und schmerzhaften Versuchen weiter gehn, als es der weichmüthige.
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Sich vor Denen in Acht nehmen, welche einen hohen Werth darauf legen, dass man ihnen moralischen Takt und Feinheit in der moralischen Unterscheidung zutraue! Sie vergeben es uns nie, wenn sie sich einmal vor uns (oder gar an uns) vergriffen haben, - sie werden unvermeidlich zu unsern instinktiven Verleumdern und Beeinträchtigern, selbst wenn sie noch unsre "Freunde" bleiben.
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Man findet bei Zeiten gewisse Lösungen von Problemen, die gerade uns starken Glauben machen; vielleicht nennt man sie fürderhin seine "Überzeugungen".
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Was Europa den Juden verdankt? - Vielerlei, Gutes und Schlimmes, und vor allem Eins, das vom Besten und Schlimmsten zugleich ist: den grossen Stil in der Moral, die Furchtbarkeit und Majestät unendlicher Forderungen, unendlicher Bedeutungen, die ganze Romantik und Erhabenheit der moralischen Fragwürdigkeiten - und folglich gerade den anziehendsten, verfänglichsten und ausgesuchtesten Theil jener Farbenspiele und Verführungen zum Leben, in deren Nachschimmer heute der Himmel unsrer europäischen Cultur, ihr Abend-Himmel, glüht, - vielleicht verglüht.
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Auch jetzt noch ist Frankreich der Sitz der geistigsten und raffinirtesten Cultur Europa's und die hohe Schule des Geschmacks: aber man muss dies "Frankreich des Geschmacks" zu finden wissen.
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Auch jetzt noch giebt es in Frankreich ein Vorverständniss und ein Entgegenkommen für jene seltneren und selten befriedigten Menschen, welche zu umfänglich sind, um in irgend einer Vaterländerei ihr Genüge zu finden und im Norden den Süden, im Süden den Norden zu lieben wissen, - für die geborenen Mittelländler, die "guten Europäer".
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Es ist aus der Seele eines Menschen nicht wegzuwischen, was seine Vorfahren am liebsten und beständigsten gethan haben: ob sie etwa emsige Sparer waren und Zubehör eines Schreibtisches und Geldkastens, bescheiden und bürgerlich in ihren Begierden, bescheiden auch in ihren Tugenden; oder ob sie an's Befehlen von früh bis spät gewöhnt lebten, rauhen Vergnügungen hold und daneben vielleicht noch rauheren Pflichten und Verantwortungen; oder ob sie endlich alte Vorrechte der Geburt und des Besitzes irgendwann einmal geopfert haben, um ganz ihrem Glauben - ihrem "Gotte" - zu leben, als die Menschen eines unerbittlichen und zarten Gewissens, welches vor jeder Vermittlung erröthet.