Jenseits von Gut und Böse

By Friedrich Nietzsche

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sein Volk in die
Lage, fürderhin `grosse Politik` treiben zu müssen, für welche es von
Natur schlecht angelegt und vorbereitet ist: so dass es nöthig hätte,
einer neuen zweifelhaften Mittelmässigkeit zu Liebe seine alten und
sicheren Tugenden zu opfern, - gesetzt, ein Staatsmann verurtheilte
sein Volk zum `Politisiren` überhaupt, während dasselbe bisher
Besseres zu thun und zu denken hatte und im Grunde seiner Seele einen
vorsichtigen Ekel vor der Unruhe, Leere und lärmenden Zankteufelei
der eigentlich politisirenden Völker nicht los wurde: - gesetzt, ein
solcher Staatsmann stachle die eingeschlafnen Leidenschaften und
Begehrlichkeiten seines Volkes auf, mache ihm aus seiner bisherigen
Schüchternheit und Lust am Danebenstehn einen Flecken, aus seiner
Ausländerei und heimlichen Unendlichkeit eine Verschuldung, entwerthe
ihm seine herzlichsten Hänge, drehe sein Gewissen um, mache seinen
Geist eng, seinen Geschmack `national`, - wie! ein Staatsmann, der
dies Alles thäte, den sein Volk in alle Zukunft hinein, falls es
Zukunft hat, abbüssen müsste, ein solcher Staatsmann wäre gross?"
"Unzweifelhaft! antwortete ihm der andere alte Patriot heftig: sonst
hätte er es nicht gekonnt! Es war toll vielleicht, so etwas zu wollen?
Aber vielleicht war alles Grosse im Anfang nur toll!" - "Missbrauch
der Worte! schrie sein Unterredner dagegen: - stark! stark! stark
und toll! Nicht gross!" - Die alten Männer hatten sich ersichtlich
erhitzt, als sie sich dergestalt ihre "Wahrheiten" in's Gesicht
schrieen; ich aber, in meinem Glück und Jenseits, erwog, wie bald
über den Starken ein Stärkerer Herr werden wird; auch dass es für die
geistige Verflachung eines Volkes eine Ausgleichung giebt, nämlich
durch die Vertiefung eines anderen. -


242.

Nenne man es nun "Civilisation" oder "Vermenschlichung" oder
"Fortschritt", worin jetzt die Auszeichnung der Europäer gesucht
wird; nenne man es einfach, ohne zu loben und zu tadeln, mit einer
politischen Formel die demokratische Bewegung Europa's: hinter
all den moralischen und politischen Vordergründen, auf welche mit
solchen Formeln hingewiesen wird, vollzieht sich ein ungeheurer
physiologischer Prozess, der immer mehr in Fluss geräth, - der Prozess
einer Anähnlichung der Europäer, ihre wachsende Loslösung von den
Bedingungen, unter denen klimatisch und ständisch gebundene Rassen
entstehen, ihre zunehmende Unabhängigkeit von jedem bestimmten milieu,
das Jahrhunderte lang sich mit gleichen Forderungen in Seele und Leib
einschreiben möchte, - also die langsame Heraufkunft einer wesentlich
übernationalen und nomadischen Art Mensch, welche, physiologisch
geredet, ein Maximum von Anpassungskunst und -kraft als ihre typische
Auszeichnung besitzt. Dieser Prozess des werdenden Europäers, welcher
durch grosse Rückfälle im Tempo verzögert werden kann, aber vielleicht
gerade damit an Vehemenz und Tiefe gewinnt und wächst - der jetzt
noch wüthende Sturm und Drang des "National-Gefühls" gehört hierher,
insgleichen der eben heraufkommende Anarchismus -: dieser Prozess
läuft wahrscheinlich auf Resultate hinaus, auf welche seine naiven
Beförderer und Lobredner, die Apostel der "modernen

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Text Comparison with Dityrambeja

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DITYRAMBEJA Aarni Kouta Ensimmäisen kerran julkaissut Kustannusliike Arvi A.
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Ei vapautta teille! Vain suuria henkiä varten on vapaus.
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Ei huudoilla hallita ikuista Roomaa! Ylhäinen, äänetön sankarirotu, min jänteissä vangittu, vellova voima mykkänä piilee, mut iskee kuin öinen synkeä pilvi, kun taistelun hetki korkea koittaa, ylhäinen, ankara, äänetön heimo on valtias Rooman, ei räyhäävä rahvas! Pyhä Rooma on herjattu, plebeijilauma alhainen, pöyhkeä valtaan on päässyt.
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Terve Caesar, sallimuksen valtakannel kaikuu, terve, terve Caesar! Terve Caesar, taiston teräskellot kutsuu kuolon purppuraiseen juhlaan meitä, terve Caesar, terve valtias, nyt arpa lankee, terve, joukkosi on tuonen tuttu, terve, tuhannesti terve, suuri Caesar! Terve Caesar! Elo kypsynyt on leikkaajalleen, vilja tuleentunut viikatteelle, terve Caesar, raskaat, täyteläiset tähkät nuokkuu vuottain sirppiäsi, jonka terä kultasalamana kaikkeen iskee, mikä valmiina on vainiollaan, terve Caesar, terve elojuhlija, min kenttä maasta maahan, merten yli yltää, terve Caesar, ikuinen on elonkorjuuaikas! Terve Caesar, kohtalosta kohtalohon johtaa olemuksen ikivoima meitä niinkuin tulenpatsas korven yössä, tuhatkimaltava taivaankaari kangastusten etäisestä maasta.
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Alussa maa oli autio ja tyhjä, pimeys lepäili syvyyksien päällä, määrättä hyrskyen mustimmat laineet kulkivat, kiersivät mitatonta merta, vaahdoten valkeana tuolla ja täällä kiehuivat muodotta muodostuvat aineet etsien toisia yhtyäkseen kerta.
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Nyt viattomiksi tulkaa uudelleen -- jos enää voitte.
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Eloni päivä! Aurinko laskee.