Jenseits von Gut und Böse

By Friedrich Nietzsche

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Ungerechtsein, Begrenzt-sein,
Different-sein-wollen? Und gesetzt, euer Imperativ "gemäss der Natur
leben" bedeute im Grunde soviel als "gemäss dem Leben leben" - wie
könntet ihr's denn nicht? Wozu ein Princip aus dem machen, was ihr
selbst seid und sein müsst? - In Wahrheit steht es ganz anders: indem
ihr entzückt den Kanon eures Gesetzes aus der Natur zu lesen vorgebt,
wollt ihr etwas Umgekehrtes, ihr wunderlichen Schauspieler und
Selbst-Betrüger! Euer Stolz will der Natur, sogar der Natur, eure
Moral, euer Ideal vorschreiben und einverleiben, ihr verlangt,
dass sie "der Stoa gemäss" Natur sei und möchtet alles Dasein nur
nach eurem eignen Bilde dasein machen - als eine ungeheure ewige
Verherrlichung und Verallgemeinerung des Stoicismus! Mit aller eurer
Liebe zur Wahrheit zwingt ihr euch so lange, so beharrlich, so
hypnotisch-starr, die Natur falsch, nämlich stoisch zu sehn, bis ihr
sie nicht mehr anders zu sehen vermögt, - und irgend ein abgründlicher
Hochmuth giebt euch zuletzt noch die Tollhäusler-Hoffnung ein, dass,
weil ihr euch selbst zu tyrannisiren versteht - Stoicismus ist
Selbst-Tyrannei -, auch die Natur sich tyrannisiren lässt: ist denn
der Stoiker nicht ein Stück Natur? Aber dies ist eine alte ewige
Geschichte: was sich damals mit den Stoikern begab, begiebt sich heute
noch, sobald nur eine Philosophie anfängt, an sich selbst zu glauben.
Sie schafft immer die Welt nach ihrem Bilde, sie kann nicht anders;
Philosophie ist dieser tyrannische Trieb selbst, der geistigste Wille
zur Macht, zur "Schaffung der Welt", zur causa prima.


10.

Der Eifer und die Feinheit, ich möchte sogar sagen: Schlauheit, mit
denen man heute überall in Europa dem Probleme "von der wirklichen
und der scheinbaren Welt" auf den Leib rückt, giebt zu denken und zu
horchen; und wer hier im Hintergrunde nur einen "Willen zur Wahrheit"
und nichts weiter hört, erfreut sich gewiss nicht der schärfsten
Ohren. In einzelnen und seltenen Fällen mag wirklich ein solcher Wille
zur Wahrheit, irgend ein ausschweifender und abenteuernder Muth, ein
Metaphysiker-Ehrgeiz des verlornen Postens dabei betheiligt sein, der
zuletzt eine Handvoll "Gewissheit" immer noch einem ganzen Wagen voll
schöner Möglichkeiten vorzieht; es mag sogar puritanische Fanatiker
des Gewissens geben, welche lieber noch sich auf ein sicheres Nichts
als auf ein ungewisses Etwas sterben legen. Aber dies ist Nihilismus
und Anzeichen einer verzweifelnden sterbensmüden Seele: wie tapfer
auch die Gebärden einer solchen Tugend sich ausnehmen mögen. Bei den
stärkeren, lebensvolleren, nach Leben noch durstigen Denkern scheint
es aber anders zu stehen: indem sie Partei gegen den Schein nehmen und
das Wort "perspektivisch" bereits mit Hochmuth aussprechen, indem sie
die Glaubwürdigkeit ihres eigenen Leibes ungefähr so gering anschlagen
wie die Glaubwürdigkeit des Augenscheins, welcher sagt "die Erde steht
still", und dermaassen anscheinend gut gelaunt den sichersten Besitz
aus

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Text Comparison with Dionysos: Valikoima runoja

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Dionysos-dityrambeja: Vain narri! Vain runoniekka! Erämaan tyttärien joukossa.
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Ylt'ympäri mietteihin kaikki vaipuu -- ja kuuntelee -- -- Paahteessa keskipäivän, jolloin kesä enskerran vuorille nousee, poika, min uupuneet silmät kuumetta hehkuu.
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sun sieluas mun sieluin janoaa! En siitä luopuisi kai koskaan? -- Ei, siit' emme haasta kielin! -- oi onneni! Sa torni tuima, jalopeura-innoin mi nouset, sota syntysi on syy! Soi laulus torin yllä malmirinnoin --: sen herra olet,.
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"Heidän tykönään oli näet yhtä hyvä kirkas itämainen ilma; siellä minä olin kauimpana poissa pilvisestä kosteasta alakuloisest Vanhasta-Europasta! "Siihen aikaan minä rakastin näitä Itämaantyttöjä ja toista sinistä taivaanvaltakuntaa, jonka ylitse ei yhtään pilveä eikä ajatusta riipu.
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Hu! Hu! Hu! Hu! Huu!.
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Tiessään! Siinä hän pakeni, hänkin, mun seurani ainoa, viimeinen, mun vihamieheni suuri, mun tuntemattomani, mun jumal-teloittajani!.
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Se raha, jolla koko maailma maksaa, on _maine_ --, ma hansikas-käsin käyn rahaan siihen, sitä inhoten jalkaini alla poljen.
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Se ollut ei rohkeutes, ett' epäjumalia kaadoit: vaan että sä itsessäs epäjumalanpalvelijan _löit_ maahan, se oli sun rohkeutes.
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savu, etkö sa ilmoita taivaltajalle, ett' ystävällinen liesi lähellä loimuaa? Mutkia tehden kulkevat suuret ihmiset, virrat, mutkia tehden, mut maaliinsa: se heidän on parhain rohkeutensa, he teitä polveilevia ei pelkää.