Jenseits von Gut und Böse

By Friedrich Nietzsche

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Erziehungs- und
Veredelungsmittel, wenn eine Rasse über ihre Herkunft aus dem Pöbel
Herr werden will und sich zur einstmaligen Herrschaft emporarbeitet.
Den gewöhnlichen Menschen endlich, den Allermeisten, welche zum Dienen
und zum allgemeinen Nutzen da sind und nur insofern dasein dürfen,
giebt die Religion eine unschätzbare Genügsamkeit mit ihrer Lage und
Art, vielfachen Frieden des Herzens, eine Veredelung des Gehorsams,
ein Glück und Leid mehr mit Ihres-Gleichen und Etwas von Verklärung
und Verschönerung, Etwas von Rechtfertigung des ganzen Alltags, der
ganzen Niedrigkeit, der ganzen Halbthier-Armuth ihrer Seele. Religion
und religiöse Bedeutsamkeit des Lebens legt Sonnenglanz auf solche
immer geplagte Menschen und macht ihnen selbst den eigenen Anblick
erträglich, sie wirkt, wie eine epikurische Philosophie auf Leidende
höheren Ranges zu wirken pflegt, erquickend, verfeinernd, das Leiden
gleichsam ausnützend, zuletzt gar heiligend und rechtfertigend.
Vielleicht ist am Christenthum und Buddhismus nichts so ehrwürdig als
ihre Kunst, noch den Niedrigsten anzulehren, sich durch Frömmigkeit in
eine höhere Schein-Ordnung der Dinge zu stellen und damit das Genügen
an der wirklichen Ordnung, innerhalb deren sie hart genug leben, - und
gerade diese Härte thut Noth! - bei sich festzuhalten.


62.

Zuletzt freilich, um solchen Religionen auch die schlimme
Gegenrechnung zu machen und ihre unheimliche Gefährlichkeit an's Licht
zu stellen: - es bezahlt sich immer theuer und fürchterlich, wenn
Religionen nicht als Züchtungs- und Erziehungsmittel in der Hand des
Philosophen, sondern von sich aus und souverän walten, wenn sie selber
letzte Zwecke und nicht Mittel neben anderen Mitteln sein wollen. Es
giebt bei dem Menschen wie bei jeder anderen Thierart einen Überschuss
von Missrathenen, Kranken, Entartenden, Gebrechlichen, nothwendig
Leidenden; die gelungenen Fälle sind auch beim Menschen immer die
Ausnahme und sogar in Hinsicht darauf, dass der Mensch das noch nicht
festgestellte Thier ist, die spärliche Ausnahme. Aber noch schlimmer:
je höher geartet der Typus eines Menschen ist, der durch ihn
dargestellt wird, um so mehr steigt noch die Unwahrscheinlichkeit,
dass er geräth: das Zufällige, das Gesetz des Unsinns im gesammten
Haushalte der Menschheit zeigt sich am erschrecklichsten in
seiner zerstörerischen Wirkung auf die höheren Menschen, deren
Lebensbedingungen fein, vielfach und schwer auszurechnen sind. Wie
verhalten sich nun die genannten beiden grössten Religionen zu diesem
Überschuss der misslungenen Fälle? Sie suchen zu erhalten, im Leben
festzuhalten, was sich nur irgend halten lässt, ja sie nehmen
grundsätzlich für sie Partei, als Religionen für Leidende, sie geben
allen Denen Recht, welche am Leben wie an einer Krankheit leiden, und
möchten es durchsetzen, dass jede andre Empfindung des Lebens als
falsch gelte und unmöglich werde. Möchte man diese schonende und
erhaltende Fürsorge, insofern sie neben allen anderen auch dem
höchsten, bisher fast immer auch leidendsten Typus des Menschen gilt
und galt, noch so hoch anschlagen: in der

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Text Comparison with Antikristus Arvostelukoe kristinopista

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Ne ehdot, joilla minua ymmärretään, ja ymmärretään silloin _välttämättömästi_, vain liian hyvin ne tunnen.
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o.
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Todellisuus oli tehty "näennäisyydeksi"; kokonaan valheteltu maailma, olemisen maailma, oli tehty todellisuudeksi.
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Itse he _eivät_ kutsu itseään heikoiksi, he kutsuvat itseään "hyviksi".
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minkä historia tietää, vielä tietoteoriassaankin (ankaraa fenomenalismia), se ei sano enää "taistelu _syntiä_ vastaan", vaan, antaen täyden oikeuden todellisuudelle, "taistelu _kärsimystä_ vastaan".
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ja kiihottaa liiaksi hermoja.
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Vanha jumala ei _kyennyt_ enää mihinkään, mihin hän muinoin kykeni.
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-- 28.
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Edellytyksenä tähän vastaukseen on, että lunastajan tyyppi on säilynyt meille hyvin väärennellyssä muodossa.
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Liehakoitsijain lailla pakottaessaan itsensä läpi, istuessaan nurkassa, varjon lailla eläessään elämänsä varjossa, tekevät he itselleen _velvollisuuden_ siitä: velvollisuutena saa heidän elämänsä nöyryyden leiman, nöyryytenä se on todistus lisää hurskaudesta.
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Onko oikeastaan ymmärretty sitä mainiota kertomusta, jolla raamattu alkaa, -- kertomusta jumalan äärettömästä kauhusta _tiedettä_ kohtaan?.
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Vasta naisen kautta oppi ihminen maistamaan tiedon puun hedelmiä.
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Page 37
-- Ja tätä ei yhtenä yönä hävittänyt luonnonmullistus.
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