Jenseits von Gut und Böse

By Friedrich Nietzsche

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ist er der gewöhnlichere, gleichgültigere, unbelehrendere Fall.
Und Niemand lügt soviel als der Entrüstete. -


27.

Es ist schwer, verstanden zu werden: besonders wenn man gangasrotogati
denkt und lebt, unter lauter Menschen, welche anders denken und leben,
nämlich kurmagati oder besten Falles "nach der Gangart des Frosches"
mandeikagati - ich thue eben Alles, um selbst schwer verstanden zu
werden? - und man soll schon für den guten Willen zu einiger Feinheit
der Interpretation von Herzen erkenntlich sein. Was aber "die guten
Freunde" anbetrifft, welche immer zu bequem sind und gerade als
Freunde ein Recht auf Bequemlichkeit zu haben glauben: so thut
man gut, ihnen von vornherein einen Spielraum und Tummelplatz des
Missverständnisses zuzugestehn: - so hat man noch, zu lachen; - oder
sie ganz abzuschaffen, diese guten Freunde, - und auch zu lachen!


28.

Was sich am schlechtesten aus einer Sprache in die andere übersetzen
lässt, ist das tempo ihres Stils: als welcher im Charakter der Rasse
seinen Grund hat, physiologischer gesprochen, im Durchschnitts-tempo
ihres "Stoffwechsels". Es giebt ehrlich gemeinte Übersetzungen, die
beinahe Fälschungen sind, als unfreiwillige Vergemeinerungen des
Originals, bloss weil sein tapferes und lustiges tempo nicht mit
übersetzt werden konnte, welches über alles Gefährliche in Dingen und
Worten wegspringt, weghilft. Der Deutsche ist beinahe des Presto in
seiner Sprache unfähig: also, wie man billig schliessen darf, auch
vieler der ergötzlichsten und verwegensten Nuances des freien,
freigeisterischen Gedankens. So gut ihm der Buffo und der Satyr fremd
ist, in Leib und Gewissen, so gut ist ihm Aristophanes und Petronius
unübersetzbar. Alles Gravitätische, Schwerflüssige, Feierlich-Plumpe,
alle langwierigen und langweiligen Gattungen des Stils sind bei den
Deutschen in überreicher Mannichfaltigkeit entwickelt, - man vergebe
mir die Thatsache, dass selbst Goethe's Prosa, in ihrer Mischung von
Steifheit und Zierlichkeit, keine Ausnahme macht, als ein Spiegelbild
der "alten guten Zeit", zu der sie gehört, und als Ausdruck des
deutschen Geschmacks, zur Zeit, wo es noch einen "deutschen Geschmack"
gab: der ein Rokoko-Geschmack war, in moribus et artibus. Lessing
macht eine Ausnahme, Dank seiner Schauspieler-Natur, die Vieles
verstand und sich auf Vieles verstand: er, der nicht umsonst der
Übersetzer Bayle's war und sich gerne in die Nähe Diderot's und
Voltaire's, noch lieber unter die römischen Lustspieldichter
flüchtete: - Lessing liebte auch im tempo die Freigeisterei, die
Flucht aus Deutschland. Aber wie vermöchte die deutsche Sprache, und
sei es selbst in der Prosa eines Lessing, das tempo Macchiavell's
nachzuahmen, der, in seinem principe, die trockne feine Luft von
Florenz athmen lässt und nicht umhin kann, die ernsteste Angelegenheit
in einem unbändigen Allegrissimo vorzutragen: vielleicht nicht ohne
ein boshaftes Artisten-Gefühl davon, welchen Gegensatz er wagt, -
Gedanken, lang, schwer, hart, gefährlich, und ein tempo des Galopps
und der allerbesten muthwilligsten Laune. Wer endlich

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Text Comparison with Dionysos: Valikoima runoja

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Tulenpatsas.
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Ylt'ympäri mietteihin kaikki vaipuu -- ja kuuntelee -- -- Paahteessa keskipäivän, jolloin kesä enskerran vuorille nousee, poika, min uupuneet silmät kuumetta hehkuu.
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Jos jäisin luoksesi, mun piirittäisit hennoin pilvilinnoin.
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niinkuin myrsky _pauhaa_ onnen ylväin hyrsky, henki vapain, kanssasi.
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Sen jumala paratkohon! Aamen.
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Miks väistyi Zarathustra ihmisten, eläinten luota? Miks äkkiä pakeni mannerta hän? Kuus tuntee hän yksinäisyyttä --, mut yksinäinen ei kylliksi merikään ollut, hän saarelle nousi, vuorella liekiksi muuttui, hän onkensa etsien aavoille heittää, on jäljellä _seitsemäs_ yksinäisyys.
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Ei! Saavu taas! Tuo kidutuksesi kaikki! Sua kohti kyynelvirtani nyt kaikki juoksee ja sydänliekkini viimeinen se sinulle liekkii.
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Oi kilpi ehdottomuuden! Ole vaisuuden korkein tähti! -- jota saavuta mikään ei toive, jota tahraa ei yksikään kielto, olevaisuuden iäinen myöntäminen oot minä iäinen myöntäjäsi oon: _sillä sua rakastan_, oi iäisyys! KATKELMIA Viel' leimuaa ukkospilvi: mut välkkyen, raskaana, hiljaa jo Zarathustran rikkaus lepää yli kenttien kimmeltäväin.
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