Jenseits von Gut und Böse

By Friedrich Nietzsche

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in simile,
die Fortbildung des Menschen in's Ähnliche, Gewöhnliche,
Durchschnittliche, Heerdenhafte - in's Gemeine! - zu kreuzen.


269.

Je mehr ein Psycholog - ein geborner, ein unvermeidlicher Psycholog
und Seelen-Errather - sich den ausgesuchteren Fällen und Menschen
zukehrt, um so grösser wird seine Gefahr, am Mitleiden zu ersticken:
er hat Härte und Heiterkeit nöthig, mehr als ein andrer Mensch. Die
Verderbniss, das Zugrundegehen der höheren Menschen, der fremder
gearteten Seelen ist nämlich die Regel: es ist schrecklich, eine
solche Regel immer vor Augen zu haben. Die vielfache Marter des
Psychologen, der dieses Zugrundegehen entdeckt hat, der diese gesammte
innere "Heillosigkeit" des höheren Menschen, dieses ewige "Zu spät!"
in jedem Sinne, erst einmal und dann fast immer wieder entdeckt, durch
die ganze Geschichte hindurch, - kann vielleicht eines Tages zur
Ursache davon werden, dass er mit Erbitterung sich gegen sein eignes
Loos wendet und einen Versuch der Selbst-Zerstörung macht, - dass
er selbst "verdirbt". Man wird fast bei jedem Psychologen eine
verrätherische Vorneigung und Lust am Umgange mit alltäglichen und
wohlgeordneten Menschen wahrnehmen: daran verräth sich, dass er immer
einer Heilung bedarf, dass er eine Art Flucht und Vergessen braucht,
weg von dem, was ihm seine Einblicke und Einschnitte, was ihm
sein "Handwerk" auf's Gewissen gelegt hat. Die Furcht vor seinem
Gedächtniss ist ihm eigen. Er kommt vor dem Urtheile Anderer leicht
zum Verstummen: er hört mit einem unbewegten Gesichte zu, wie dort
verehrt, bewundert, geliebt, verklärt wird, wo er gesehen hat,
- oder er verbirgt noch sein Verstummen, indem er irgend einer
Vordergrunds-Meinung ausdrücklich zustimmt. Vielleicht geht die
Paradoxie seiner Lage so weit in's Schauerliche, dass die Menge, die
Gebildeten, die Schwärmer gerade dort, wo er das grosse Mitleiden
neben der grossen Verachtung gelernt hat, ihrerseits die grosse
Verehrung lernen, - die Verehrung für "grosse Männer" und
Wunderthiere, um derentwillen man das Vaterland, die Erde, die Würde
der Menschheit, sich selber segnet und in Ehren hält, auf welche man
die Jugend hinweist, hinerzieht.... Und wer weiss, ob sich nicht
bisher in allen grossen Fällen eben das Gleiche begab: dass die Menge
einen Gott anbetete, - und dass der "Gott" nur ein armes Opferthier
war! Der Erfolg war immer der grösste Lügner, und das "Werk" selbst
ist ein Erfolg; der grosse Staatsmann, der Eroberer, der Entdecker ist
in seine Schöpfungen verkleidet, bis in's Unerkennbare; das "Werk",
das des Künstlers, des Philosophen, erfindet erst Den, welcher es
geschaffen hat, geschaffen haben soll; die "grossen Männer", wie sie
verehrt werden, sind kleine schlechte Dichtungen hinterdrein; in der
Welt der geschichtlichen Werthe herrscht die Falschmünzerei. Diese
grossen Dichter zum Beispiel, diese Byron, Musset, Poe, Leopardi,
Kleist, Gogol, - so wie sie nun einmal sind, vielleicht sein müssen:
Menschen der Augenblicke,

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Text Comparison with Dityrambeja

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Me synkkiä polkuja taivallamme, louhia kuljemme, kuiluja käymme.
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»Tuli valloilla on!» kävi myrskyisä huuto.
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2.
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Yö hälvenee ja taiston aallot raukee, on sammunut jo mielen hurja uhka, on voitto tasavallan, hauta aukee nyt sankarin, mut kerran syttyy tuhka, mi maassa lepää, mutta tulta yhä salassa vaalii, helmahansa sulkee sen kipinän, mi lieskan uuden siittää, lyö kerran hetki, voimakas ja pyhä, jolloinka kohti määrää uutta kulkee taas Rooma, kansat kansoin jälleen liittää, lait ihmisille laatii, ohjat ottaa käskystä valtiaan, mi nousee kerran ja astinlaudaksensa lyöpi maan.
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Kuohahti äkkiä synkimmät aineet, väkevänä jylisten pauhasi myrsky, hälveni pimeys ja tuhansissa liekeissä hehkuen hulmusi tulipuna tähti keskellä avaruuden ääretöntä kantta.
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Myrskyn jylhät kellot kaikuu, kuolinkellot, kylmät, jäiset kellot, joilla sääliä ei, armahdusta, jotka katoa ja kalmaa laulaa.
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