Human, All-Too-Human: A Book for Free Spirits, Part 1 Complete Works, Volume Six

By Friedrich Nietzsche

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a generation, an association, a people;
every superstitious custom that has arisen on account of some falsely
explained accident, creates a tradition, which it is moral to follow;
to separate one's self from it is dangerous, but more dangerous for the
_community_ than for the individual (because the Godhead punishes the
community for every outrage and every violation of its rights, and the
individual only in proportion). Now every tradition grows continually
more venerable, the farther off lies its origin, the more this is
lost sight of; the veneration paid it accumulates from generation to
generation, the tradition at last becomes holy and excites awe; and
thus in any case the morality of piety is a much older morality than
that which requires un-egoistic actions.


97.

PLEASURE IN TRADITIONAL CUSTOM.--An important species of pleasure,
and therewith the source of morality, arises out of habit. Man does
what is habitual to him more easily, better, and therefore more
willingly; he feels a pleasure therein, and knows from experience
that the habitual has been tested, and is therefore useful; a custom
that we can live with is proved to be wholesome and advantageous in
contrast to all new and not yet tested experiments. According to
this, morality is the union of the pleasant and the useful; moreover,
it requires no reflection. As soon as man can use compulsion, he uses
it to introduce and enforce his _customs_; for in his eyes they are
proved as the wisdom of life. In the same way a company of individuals
compels each single one to adopt the same customs. Here the inference
is wrong; because we feel at ease with a morality, or at least
because we are able to carry on existence with it, therefore this
morality is necessary, for it seems to be the _only_ possibility of
feeling at ease; the ease of life seems to grow out of it alone. This
comprehension of the habitual as a necessity of existence is pursued
even to the smallest details of custom,--as insight into genuine
causality is very small with lower peoples and civilisations, they
take precautions with superstitious fear that everything should go in
its same groove; even where custom is difficult, hard, and burdensome,
it is preserved on account of its apparent highest usefulness. It is
not known that the same degree of well-being can also exist with other
customs, and that even higher degrees may be attained. We become aware,
however, that all customs, even the hardest, grow pleasanter and milder
with time, and that the severest way of life may become a habit and
therefore a pleasure.


98.

PLEASURE AND SOCIAL INSTINCT.--Out

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Text Comparison with Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch Fuer Freie Geister

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Von dieser krankhaften Vereinsamung, von der Wüste solcher Versuchs-Jahre ist der Weg noch weit bis zu jener ungeheuren überströmenden Sicherheit und Gesundheit, welche der Krankheit selbst nicht entrathen mag, als eines Mittels und Angelhakens der Erkenntniss, bis zu jener reifen Freiheit des Geistes, welche ebensosehr Selbstbeherrschung und Zucht des Herzens ist und die Wege zu vielen und entgegengesetzten Denkweisen erlaubt -, bis zu jener inneren Umfänglichkeit und Verwöhnung des Ueberreichthums, welche die Gefahr ausschliesst, dass der Geist sich etwa selbst in die eignen Wege verlöre und verliebte und in irgend einem Winkel berauscht sitzen bliebe, bis zu jenem Ueberschuss an plastischen, ausheilenden, nachbildenden und wiederherstellenden Kräften, welcher eben das Zeichen der grossen Gesundheit ist, jener Ueberschuss, der dem freien Geiste das gefährliche Vorrecht giebt, auf den Versuch hin leben und sich dem Abenteuer anbieten zu dürfen: das Meisterschafts-Vorrecht des freien Geistes! Dazwischen mögen lange Jahre der Genesung liegen, Jahre voll vielfarbiger schmerzlich-zauberhafter Wandlungen, beherrscht und am Zügel geführt durch einen zähen Willen zur Gesundheit, der sich oft schon als Gesundheit zu kleiden und zu verkleiden wagt.
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Erscheinung und Ding an sich.
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Sich aber als Menschheit (und nicht nur als Individuum) ebenso vergeudet zu fühlen, wie wir die einzelne Blüthe von der Natur vergeudet sehen, ist ein Gefühl über alle Gefühle.
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nicht vermögend, die Kunst der Sentenzen-Schleiferei gebührend zu würdigen, wenn er nicht selber zu ihr erzogen ist, in ihr gewetteifert hat.
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Doppelte Vorgeschichte von Gut und Böse.
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Ueberall gab es umgränzte Gebiete, zu welchen das göttliche Recht den Zutritt versagte, ausser unter bestimmten Bedingungen: zu allererst ganz räumlich, insofern gewisse Stätten vom Fusse der Uneingeweihten nicht zu betreten waren und in deren Nähe Diese Schauder und Angst empfanden.
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Religion und Kunst (auch die metaphysische Philosophie) bemühen sich, auf die Aenderung.
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Wagen wir es also, einzelne Antriebe in der Seele der Heiligen und Asketen zunächst zu isoliren und zum Schluss sie in einander uns.
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- 138.
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Das Auf- und Niederschwanken der Wagschalen Hochmuth und Demuth unterhielt ihre grübelnden Köpfe so gut, wie der Wechsel von Begierde und Seelenruhe.
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- Ebenso wie nicht nur das Mannesalter, sondern auch Jugend und Kindheit einen Werth an sich haben und.
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Wir folgen Alle einem innerlich falschen revolutionären System, - unsere oder die nächste Generation wird noch zu der selben Ueberzeugung gelangen.
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Hier erstarkt die gute, tüchtige Sitte, hier wird die Unterordnung des Individuums gelernt und dem.
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Der.
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Aber so lange ihr Einfluss reicht, soll sie Das erzwingen, was das Wesentliche und Auszeichnende am Menschen ist- "Vernunft und Wissenschaft des Menschen allerhöchste Kraft" - wie wenigstens Goethe urtheilt.
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Ohne Nebenbuhlerinnen.
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Vielleicht ist die gewohnheitsmässige Gedankenlosigkeit der Eltern der Grund, wesshalb sie, einmal genöthigt über ihre Kinder zu urtheilen, so schief urtheilen.
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Moralität und Quantität.
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Vom Stundenzeiger des Lebens.
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Wie selten trifft man noch auf einen, der so recht friedlich und froh mit sich auch im Gedränge fortleben kann, zu sich redend wie Goethe: "das Beste ist die tiefe Stille, in der ich gegen die Welt lebe und wachse, und gewinne, was sie mir mit Feuer und Schwert nicht nehmen können.