Human, All-Too-Human: A Book for Free Spirits, Part 1 Complete Works, Volume Six

By Friedrich Nietzsche

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means of healing. But are there many honest people who
will admit that it is pleasing to give pain? that one not infrequently
amuses one's self--and amuses one's self very well--in causing
mortifications to others, at least in thought, and firing off at them
the grape-shot of petty malice? Most people are too dishonest, and a
few are too good, to know anything of this _pudendum_ these will always
deny that Prosper Mérimée is right when he says, "_Sachez aussi qu'il
n'y a rien de plus commun que de faire le mal pour le plaisir de le
faire._"


51.

HOW APPEARANCE BECOMES ACTUALITY.--The actor finally reaches such a
point that even in the deepest sorrow he cannot cease from thinking
about the impression made by his own person and the general scenic
effect; for instance, even at the funeral of his child, he will weep
over his own sorrow and its expression like one of his own audience.
The hypocrite, who always plays one and the same part, ceases at
last to be a hypocrite; for instance, priests, who as young men are
generally conscious or unconscious hypocrites, become at last natural,
and are then really without any affectation, just priests; or if the
father does not succeed so far, perhaps the son does, who makes use
of his father's progress and inherits his habits. If any one long and
obstinately desires to _appear_ something, he finds it difficult at
last to _be_ anything else. The profession of almost every individual,
even of the artist, begins with hypocrisy, with an imitating from
without, with a copying of the effective. He who always wears the
mask of a friendly expression must eventually obtain a power over
well-meaning dispositions without which the expression of friendliness
is not to be compelled,--and finally, these, again, obtain a power
over him, he _is_ well-meaning.


52.

THE POINT OF HONOUR IN DECEPTION.--In all great deceivers one thing
is noteworthy, to which they owe their power. In the actual act of
deception, with all their preparations, the dreadful voice, expression,
and mien, in the midst of their effective scenery they are overcome
by their _belief in themselves_ it is this, then, which speaks so
wonderfully and persuasively to the spectators. The founders of
religions are distinguished from those great deceivers in that they
never awake from their condition of self-deception; or at times, but
very rarely, they have an enlightened moment when doubt overpowers
them; they generally console themselves, however, by ascribing these
enlightened moments to the influence of the Evil One. There must
be self-deception in order that this and that may _produce_ great
_effects._ For men believe

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Text Comparison with Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen

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Hirten sage ich: aber sie nennen sich die Gläubigen des rechten Glaubens.
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Wie ist es möglich, dass du meine Seele entdecktest?" Zarathustra lächelte und sprach: "Manche Seele wird man nie entdecken, es sei denn, dass man sie zuerst erfindet.
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Und Blut gilt ihm als aller Gründe bester.
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vor euch selber und möchtet euch daraus eine Tugend machen: aber ich durchschaue euer "Selbstloses".
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Wahrlich, allzugut verstehe ich des Traumes Zeichen und Mahnung: meine _Lehre_ ist in Gefahr, Unkraut will Weizen heissen! Meine Feinde sind mächtig worden und haben meiner Lehre Bildniss entstellt, also, dass meine Liebsten sich der Gaben schämen müssen, die ich ihnen gab.
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Ach, dass ich's verstünde, euch mit Hirtenflöten zurück zu locken! Ach, dass meine Löwin Weisheit zärtlich brüllen lernte! Und Vieles lernten wir schon mit einander! Meine wilde Weisheit wurde trächtig auf einsamen Bergen; auf rauhen Steinen gebar sie ihr Junges, Jüngstes.
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" Aber hier sollte man nicht sparen wollen.
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Meer.
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Das aber glauben alle Dichter: dass wer im Grase oder an einsamen Gehängen liegend die Ohren spitze, Etwas von den Dingen erfahre, die zwischen Himmel und Erde sind.
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Ihr hörtet wohl schon Einiges vom Wanderer und seinem Schatten? Sicher aber ist das: ich muss ihn kürzer halten, - er verdirbt mir sonst noch den Ruf.
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Und After-Weisheit: so heisst sie Alles, was Knechte und Greise und Müde witzeln; und sonderlich die ganze schlimme aberwitzige, überwitzige Priester-Narrheit! Die After-Weisen aber, alle die Priester, Weltmüden und wessen Seele von Weibs- und Knechtsart ist, - oh wie hat ihr Spiel von jeher der Selbstsucht übel mitgespielt! Und Das gerade sollte Tugend sein und Tugend heissen, _dass_ man der Selbstsucht übel mitspiele! Und "selbstlos" - so wünschten sich selber mit gutem Grunde alle diese weltmüden Feiglinge und Kreuzspinnen! Aber denen Allen kommt nun der Tag, die Wandlung, das Richtschwert, _der_grosse_Mittag_: da soll Vieles offenbar werden! Und wer das Ich heil und heilig spricht und die Selbstsucht selig, wahrlich, der spricht auch, was er weiss, ein Weissager: "Siehe, er kommt, er ist nahe, der grosse Mittag!" Also sprach Zarathustra.
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"Wie? sagen die Tölpel, Alles wäre im Flusse? Balken und Geländer sind doch _über_ dem Flusse!" "_Über_ dem Flusse ist Alles fest, alle die Werthe der Dinge, die Brücken, Begriffe, alles `Gut` und `Böse`: das ist Alles fest!" - Kommt gar der harte Winter, der Fluss-Thierbändiger: dann lernen auch die Witzigsten Misstrauen; und, wahrlich, nicht nur die Tölpel sprechen dann: "Sollte nicht Alles - _stille_stehn_?" "Im Grunde steht Alles stille" -, das ist eine rechte Winter-Lehre, ein gut Ding für unfruchtbare Zeit, ein guter Trost für Winterschläfer und Ofenhocker.
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Vielmehr lag er still, mit geschlossenen Augen, einem Schlafenden ähnlich, ob er schon nicht schlief: denn er unterredete sich eben mit seiner Seele.
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Der Gott, der Alles sah, _auch_den_Menschen_ dieser Gott musste sterben! Der Mensch _erträgt_ es nicht, dass solch ein Zeuge lebt.
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Eine ganze Landschaft erquickt sich an Einem solchen Baume.
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Das Böseste ist nöthig zu des Übermenschen Bestem.
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Welches war hier auf Erden bisher die grösste Sünde? War es nicht das Wort Dessen, der sprach: "Wehe Denen, die hier lachen!" Fand er zum Lachen auf der Erde selber keine Gründe? So suchte er nur schlecht.
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Nur der Gewissenhafte des Geistes war nicht eingefangen: er nahm flugs dem Zauberer die Harfe weg und rief "Luft! Lasst gute Luft herein! Lass Zarathustra herein! Du machst diese Höhle schwül und giftig, du schlimmer alter Zauberer! Du verfährst, du Falscher, Feiner, zu unbekannten Begierden und Wildnissen.
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Als er aber dabei an die Thür seiner Höhle kam, siehe, da gelüstete ihn schon wieder nach der guten Luft da draussen und nach seinen Thieren, - und er wollte hinaus schlüpfen.
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