Human, All-Too-Human: A Book for Free Spirits, Part 1 Complete Works, Volume Six

By Friedrich Nietzsche

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hated, and _vice versa._ Indeed, it must not be
a thing impossible for him to sow dragon's teeth in the same field in
which he formerly scattered the abundance of his bounty. From this it
can be inferred whether he is suited for the happiness of marriage.


428.

TOO INTIMATE.--When we live on too intimate terms with a person it
is as if we were again and again handling a good engraving with our
fingers; the time comes when we have soiled and damaged paper in our
hands, and nothing more. A man's soul also gets worn out by constant
handling; at least, it eventually _appears_ so to us--never again do we
see its original design and beauty. We always lose through too familiar
association with women and friends; and sometimes we lose the pearl of
our life thereby.


429.

THE GOLDEN CRADLE.--The free spirit will always feel relieved when he
has finally resolved to shake off the motherly care and guardianship
with which women surround him. What harm will a rough wind, from which
he has been so anxiously protected, do him? Of what consequence is a
genuine disadvantage, loss, misfortune, sickness, illness, fault, or
folly more or less in his life, compared with the bondage of the golden
cradle, the peacock's-feather fan, and the oppressive feeling that he
must, in addition, be grateful because he is waited on and spoiled like
a baby? Hence it is that the milk which is offered him by the motherly
disposition of the women about him can so readily turn into gall.


430.

A VOLUNTARY VICTIM.--There is nothing by, which able women can
so alleviate the lives of their husbands, should these be great
and famous, as by becoming, so to speak, the receptacle for the
general disfavour and occasional ill-humour of the rest of mankind.
Contemporaries are usually accustomed to overlook many mistakes,
follies, and even flagrant injustices in their great men if only they
can find some one to maltreat and kill, as a proper victim for the
relief of their feelings. A wife not infrequently has the ambition to
present herself for this sacrifice, and then the husband may indeed
feel satisfied,--he being enough of an egoist to have such a voluntary
storm, rain, and lightning-conductor beside him.


431.

AGREEABLE ADVERSARIES.--The natural inclination, of women towards
quiet, regular, happily tuned existences and intercourse, the oil-like
and calming effect of their influence upon the sea of life, operates
unconsciously against the heroic inner impulse of the free spirit.
Without knowing it, women act as if they were taking away the stones
from the path of the wandering mineralogist in order that he

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Text Comparison with Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch Fuer Freie Geister

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Willkürlich und verworren, wie es ist, verwechselt es fortwährend die Dinge auf Grund der flüchtigsten Aehnlichkeiten: aber mit der selben Willkür und Verworrenheit dichteten die Völker ihre Mythologien, und noch jetzt pflegen Reisende zu beobachten, wie sehr der Wilde zur Vergesslichkeit neigt, wie sein Geist nach kurzer Anspannung des Gedächtnisses hin und her zu taumeln beginnt und er, aus blosser Erschlaffung, Lügen und Unsinn hervorbringt.
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Insofern hat man mit jener Anempfehlung Recht.
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Schlechte Gewohnheiten im Schliessen.
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Der unveränderliche Charakter.
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In solchen unzähligen, aber sehr kleinen Dosen, in welchen die Bosheit sich geltend macht, ist sie ein mächtiges Reizmittel des Lebens: ebenso wie das Wohlwollen, in gleicher Form durch die Menschenwelt hin verbreitet, das allezeit bereite Heilmittel ist.
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Schlaf der Tugend.
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Dagegen giebt es einen consensus omnium sapientium gar nicht, in Bezug auf kein einziges Ding, mit jener Ausnahme, von welcher der Goethe'sche Vers spricht: Alle die Weisesten aller der Zeiten lächeln und winken und stimmen mit ein: Thöricht, auf Bess'rung der Thoren zu harren! Kinder der Klugheit, o habet die Narren eben zum Narren auch, wie sich's gehört! Ohne Vers und Reim gesprochen und auf unseren Fall angewendet: der consensus sapientium besteht darin, dass der consensus gentium einer Narrheit gilt.
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Alle diese Thätigkeiten erklären sich, wenn man sich Menschen vergegenwärtigt, deren Denken in Einer Richtung thätig ist, die Alles als Stoff benützen, die immer ihrem innern Leben und dem Anderer mit Eifer zusehen, die überall Vorbilder, Anreizungen erblicken, die in der Combination ihrer Mittel nicht müde werden.
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Vielleicht vergisst er es fast ganz, vielleicht erhebt er sich über die darin niedergelegten Ansichten, vielleicht selbst versteht er es nicht mehr und hat jene Schwingen verloren, auf denen er damals flog, als er jenes Buch aussann: währenddem sucht es sich seine Leser, entzündet Leben, beglückt, erschreckt, erzeugt neue Werke, wird die Seele von Vorsätzen und Handlungen - kurz: es lebt wie ein mit Geist und Seele ausgestattetes Wesen und ist doch kein Mensch.
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Man lese nur von Zeit zu Zeit Voltaire's Mahomet, um sich klar vor die Seele zu stellen, was durch jenen Abbruch der Tradition ein für alle Mal der europäischen Cultur verloren gegangen ist.
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Die Erdregierung des Menschen im Grossen hat der Mensch selber in die Hand zu nehmen, seine "Allwissenheit" muss über dem weiteren Schicksal der Cultur mit scharfem Auge wachen.
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Wir begegnen oft einem Wohlwollen, welches uns unerklärlich ist; verstehen wir es aber, so beleidigt es uns, weil es zeigt, dass man uns nicht ernst, nicht wichtig genug nimmt.
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Unwillkürlich vornehm.
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534.
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- Wer viel denkt, eignet sich nicht zum Parteimann: er denkt sich zu bald durch die Partei hindurch.
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- So lange Einer noch nicht zum Werkzeug des allgemeinen menschlichen Nutzens geworden ist, mag ihn der Ehrgeiz peinigen; ist jenes Ziel aber erreicht, arbeitet er mit Nothwendigkeit wie eine Maschine zum Besten Aller, so mag dann die Eitelkeit kommen; sie wird ihn im Kleinen vermenschlichen, geselliger, erträglicher, nachsichtiger machen, dann, wenn der Ehrgeiz die grobe Arbeit (ihn nützlich zu machen) an ihm vollendet hat.
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- Wer etwas Neues wirklich kennen lernen will (sei es ein Mensch, ein Ereigniss, ein Buch), der thut gut, dieses Neue mit aller möglichen Liebe aufzunehmen, von Allem, was ihm daran feindlich, anstössig, falsch vorkommt, schnell das Auge abzuwenden, ja es zu vergessen: so dass man zum Beispiel dem Autor eines Buches den grössten Vorsprung giebt und geradezu, wie bei einem Wettrennen, mit klopfendem Herzen danach begehrt, dass er sein Ziel erreiche.
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Die Voraussetzung jedes Gläubigen jeder Richtung war, nicht widerlegt werden zu können; erwiesen sich die Gegengründe als sehr stark, so blieb ihm immer noch übrig, die Vernunft überhaupt zu verlästern und vielleicht gar das "credo quia absurdum est" als Fahne des äussersten Fanatismus aufzupflanzen.
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sich einer Ueberzeugung, welche Personen von Autorität haben (Väter, Freunde, Lehrer, Fürsten), auf Gnade oder Ungnade zu ergeben, und hat, wenn man diess nicht thut, eine Art von Gewissensbissen.
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So mag es wohl einmal dem Wanderer ergehen; aber dann kommen, als Entgelt, die wonnevollen Morgen anderer Gegenden und Tage, wo er schon im Grauen des Lichtes die Musenschwärme im Nebel des Gebirges nahe an sich vorübertanzen sieht, wo ihm nachher, wenn er still, in dem Gleichmaass der Vormittagsseele, unter Bäumen sich ergeht, aus deren Wipfeln und Laubverstecken heraus lauter gute und helle Dinge zugeworfen werden, die Geschenke aller jener freien Geister, die in Berg, Wald und Einsamkeit zu Hause sind und welche, gleich ihm, in ihrer bald fröhlichen bald nachdenklichen Weise, Wanderer und Philosophen sind.