Human, All-Too-Human: A Book for Free Spirits, Part 1 Complete Works, Volume Six

By Friedrich Nietzsche

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of action; his intellect is
fettered and restricted, because in a given case it shows him, perhaps,
only two possibilities; between these two he must now of necessity
choose, in accordance with his whole nature, and he does this easily
and quickly because he has not to choose between fifty possibilities.
The educating surroundings aim at fettering every individual, by always
placing before him the smallest number of possibilities. The individual
is always treated by his educators as if he were, indeed, something
new, but should become a _duplicate._ If he makes his first appearance
as something unknown, unprecedented, he must be turned into something
known and precedented. In a child, the familiar manifestation of
restriction is called a good character; in placing itself on the side
of the fettered spirits the child first discloses its awakening common
feeling; with this foundation of common sentiment, he will eventually
become useful to his State or rank.


229.

THE STANDARDS AND VALUES OF THE FETTERED SPIRITS.--There are four
species of things concerning which the restricted spirits say they
are in the right. Firstly: all things that last are right; secondly:
all things that are not burdens to us are right; thirdly: all things
that are advantageous for us are right; fourthly: all things for which
we have made sacrifices are right. The last sentence, for instance,
explains why a war that was begun in opposition to popular feeling
is carried on with enthusiasm directly a sacrifice has been made for
it. The free spirits, who bring their case before the forum of the
fettered spirits, must prove that free spirits always existed, that
free-spiritism is therefore enduring, that it will not become a burden,
and, finally, that on the whole they are an advantage to the fettered
spirits. It is because they cannot convince the restricted spirits on
this last point that they profit nothing by having proved the first and
second propositions.


230.

_ESPRIT FORT._--Compared with him who has tradition on his side and
requires no reasons for his actions, the free spirit is always weak,
especially in action; for he is acquainted with too many motives and
points of view, and has, therefore, an uncertain and unpractised hand.
What means exist of making him _strong in spite of this,_ so that he
will, at least, manage to survive, and will not perish ineffectually?
What is the source of the strong spirit (_esprit fort_)! This is
especially the question as to the production of genius. Whence comes
the energy, the unbending strength, the endurance with which the one,
in opposition to accepted ideas, endeavours to obtain an entirely
individual knowledge of the world?


231.

THE

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Text Comparison with Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen

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Ich liebe Den, dessen Seele übervoll ist, so dass er sich selber vergisst, und alle Dinge in ihm sind: so werden alle Dinge sein Untergang.
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Nun wartet er und wartet, - worauf wartet er doch? Er wohnt dem.
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Wahrlich, den Willen zum Tode deutet dieses Zeichen! Wahrlich, es winkt den.
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Bist du ein Sclave? So kannst du nicht Freund sein.
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Also spricht der Narr: "der Umgang mit Menschen verdirbt den Charakter, sonderlich wenn man keinen hat.
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Aber diess sei eure Ehre, immer mehr zu lieben, als ihr geliebt werdet, und nie die Zweiten zu sein.
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Seltsam ist's, Zarathustra kennt wenig die Weiber, und doch hat er über sie Recht! Geschieht diess desshalb, weil beim Weibe kein Ding unmöglich ist? Und nun nimm zum Danke eine kleine Wahrheit! Bin ich doch alt genug für sie! Wickle sie ein und halte ihr den Mund: sonst schreit sie überlaut, diese kleine Wahrheit.
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Zu langsam läuft mir alles Reden: - in deinen Wagen springe ich, Sturm! Und auch dich will ich noch peitschen mit meiner Bosheit! Wie ein Schrei und ein jauchzen will ich über weite Meere hinfahren, bis ich die glückseligen Inseln finde, wo meine Freunde weilen: - Und meine Feinde unter ihnen! Wie liebe ich nun jeden, zu dem ich nur reden darf! Auch meine Feinde gehören zu meiner Seligkeit.
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Aber, wo ich nur Lebendiges fand, da hörte ich auch die Rede vom Gehorsame.
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Eben nämlich gieng der volle Mond, todtschweigsam, über das Haus, eben stand er still, eine runde Gluth, - still auf flachem Dache, gleich als auf fremdem Eigenthume: - darob entsetzte sich damals der Hund: denn Hunde glauben an Diebe und Gespenster.
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Noch kam mir die Stunde meines letzten Kampfes nicht, - oder kommt sie wohl mir eben? Wahrlich, mit tückischer Schönheit schaut mich rings Meer und Leben an! Oh Nachmittag meines Lebens! Oh Glück vor Abend! Oh Hafen auf hoher See! Oh Friede im Ungewissen! Wie misstraue ich euch Allen! Wahrlich, misstrauisch bin ich gegen eure tückische Schönheit! Dem Liebenden gleiche ich, der allzusammtenem.
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- Also sprach Zarathustra.
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in meine heimlichsten Gedanken einsteigen? Schamloser! Unbekannter - Dieb! Was willst du dir erstehlen, Was willst du dir erhorchen, Was willst du dir erfoltern, Du Folterer! Du - Henker-Gott! Oder soll ich, dem Hunde gleich, Vor dir mich wälzen? Hingebend, begeistert-ausser-mir, Dir - Liebe zuwedeln? Umsonst! Stich weiter, Grausamster Stachel! Nein, Kein Hund - dein Wild nur bin ich, Grausamster Jäger! Dein stolzester Gefangner, Du Räuber hinter Wolken! Sprich endlich, Was willst du, Wegelagerer, von _mir_? Du Blitz-Verhüllter! Unbekannter! Sprich, Was _willst_ du, unbekannter Gott? - - Wie? Lösegeld? Was willst du Lösegelds? Verlange Viel - das räth mein Stolz! Und rede kurz - das räth mein andrer Stolz! Haha! Mich - willst du? Mich? Mich - ganz? Haha! Und marterst mich, Narr, der du bist, Zermarterst meinen Stolz? Gieb _Liebe_ mir - wer wärmt mich noch? Wer liebt mich noch? - gieb heisse Hände, Gieb Herzens-Kohlenbecken, Gieb mir, dem Einsamsten, Den Eis, ach! siebenfaches Eis Nach Feinden selber, Nach Feinden schmachten lehrt, Gieb, ja ergieb, Grausamster Feind, Mir - _dich_! - - Davon! Da floh er selber, Mein letzter einziger Genoss, Mein grosser Feind, Mein Unbekannter, Mein Henker-Gott! - - Nein! Komm zurück, Mit allen deinen Martern! Zum Letzten aller Einsamen Oh komm zurück! All meine Thränen-Bäche laufen Zu dir den Lauf! Und meine letzte Herzens-Flamme - _Dir_ glüht sie auf! Oh komm zurück, Mein unbekannter Gott! Mein.
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Da ist kein Schmied in der Welt, der euch mir zurecht und gerade schlüge.
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Vor Gott! - Nun aber starb dieser Gott! Ihr höheren Menschen, dieser Gott war eure grösste Gefahr.
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Sonderlich, wenn sie grosse Dinge wollen! Denn sie wecken Misstrauen gegen grosse Dinge, diese feinen Falschmünzer und Schauspieler: - - bis sie endlich falsch vor sich selber sind, schieläugig, übertünchter Wurmfrass, bemäntelt durch starke Worte, durch Aushänge-Tugenden, durch glänzende falsche Werke.
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Solche brüsten sich damit, dass sie nicht lügen: aber Ohnmacht zur Lüge ist lange noch nicht Liebe zur Wahrheit.
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Der _Ekel_ weicht diesen höheren Menschen: wohlan! das ist mein Sieg.
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- Der Esel aber schrie dazu I-A.
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Alle Lust will aller Dinge Ewigkeit, will Honig, will Hefe, will trunkene Mitternacht, will Gräber, will Gräber-Thränen-Trost, will vergüldetes Abendroth - - _was_ will nicht Lust! sie ist durstiger, herzlicher, hungriger, schrecklicher, heimlicher als alles Weh, sie will _sich_, sie beisst in _sich_, des Ringes Wille ringt in ihr, - - sie will Liebe, sie will Hass, sie ist überreich, schenkt, wirft weg, bettelt, dass Einer sie nimmt, dankt dem Nehmenden, sie möchte gern gehasst sein, - - so reich ist Lust, dass sie nach Wehe durstet, nach Hölle, nach Hass, nach Schmach, nach dem Krüppel, nach _Welt_, - denn diese Welt, oh ihr kennt sie ja! Ihr höheren Menschen, nach euch sehnt sie sich, die Lust, die unbändige, selige, - nach eurem Weh, ihr Missrathenen! Nach Missrathenem sehnt sich alle ewige Lust.