Götzen-Dämmerung

By Friedrich Nietzsche

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Alles. Eben darum sollten wir uns etwas strenger halten;
eben darum sollten wir uns, von Zeit zu Zeit, einen kleinen Affekt,
ein kleines Laster von Affect züchten. Es mag uns sauer angehn;
und unter uns lachen wir vielleicht über den Aspekt, den wir damit
geben. Aber was hilft es! Wir haben keine andre Art mehr übrig von
Selbstüberwindung: dies ist unsre Asketik, unser Büsserthum"...
Persönlich werden - die Tugend des "Unpersönlichen"...


29.

Aus einer Doctor-Promotion. - "Was ist die Aufgabe alles höheren
Schulwesens?" - Aus dem Menschen eine Maschine zu machen. - "Was ist
das Mittel dazu?" - Er muss lernen, sich langweilen. - "Wie erreicht
man das?" - Durch den Begriff der Pflicht. - "Wer ist sein Vorbild
dafür?" - Der Philolog: der lehrt ochsen. - "Wer ist der vollkommene
Mensch?" - Der Staats-Beamte. - "Welche Philosophie giebt die höchste
Formel für den Staats-Beamten?" - Die Kant's: der Staats-Beamte
als Ding an sich zum Richter gesetzt über den Staats-Beamten als
Erscheinung. -


30.

Das Recht auf Dummheit. - Der ermüdete und langsam athmende Arbeiter,
der gutmüthig blickt, der die Dinge gehen lässt, wie sie gehn: diese
typische Figur, der man jetzt, im Zeitalter der Arbeit (und des
"Reichs"! -) in allen Klassen der Gesellschaft begegnet, nimmt heute
gerade die Kunst für sich in Anspruch, eingerechnet das Buch, vor
Allem das Journal, - um wie viel mehr die schöne Natur, Italien... Der
Mensch des Abends, mit den "entschlafenen wilden Trieben", von denen
Faust redet, bedarf der Sommerfrische, des Seebads, der Gletscher,
Bayreuth's... In solchen Zeitaltern hat die Kunst ein Recht auf reine
Thorheit, - als eine Art Ferien für Geist, Witz und Gemüth. Das
verstand Wagner. Die reine Thorheit stellt wieder her...


31.

Noch ein Problem der Diät. - Die Mittel, mit denen Julius Cäsar sich
gegen Kränklichkeiten und Kopfschmerz vertheidigte: ungeheure Märsche,
einfachste Lebensweise, ununterbrochner Aufenthalt im Freien,
beständige Strapazen - das sind, in's Grosse gerechnet, die
Erhaltungs- und Schutz-Maassregeln überhaupt gegen die extreme
Verletzlichkeit jener subtilen und unter höchstem Druck arbeitenden
Maschine, welche Genie heisst. -


32.

Der Immoralist redet. - Einem Philosophen geht Nichts mehr wider
den Geschmack als der Mensch, sofern er wünscht... Sieht er den
Menschen nur in seinem Thun, sieht er dieses tapferste, listigste,
ausdauerndste Thier verirrt selbst in labyrinthische Nothlagen, wie
bewunderungswürdig erscheint ihm der Mensch! Er spricht ihm noch
zu... Aber der Philosoph verachtet den wünschenden Menschen, auch den
"wünschbaren" Menschen - und überhaupt alle Wünschbarkeiten, alle
Ideale des Menschen. Wenn ein Philosoph Nihilist sein könnte, so würde
er es sein, weil er das Nichts hinter allen Idealen des Menschen
findet. Oder noch nicht einmal das Nichts, - sondern nur das
Nichtswürdige, das Absurde, das Kranke, das Feige, das Müde,

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Text Comparison with Dionysos: Valikoima runoja

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Hänen hengityksensä huokuu kuin sairaan hengitys huokuu kuumeyönä.
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SYKSY Tää syksy on: se vielä särkee sydämesi Sa pois pakene! -- Päivä hiipii vuorten taa, se nousemistansa nousee ja lepää askeleen astuttuaan.
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Valot, soitto ja gondolit -- hämyn helmahan kaikki ui juopuen pois.
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Ma yksinäiseks ylenin -- ma varron: mitä vartoisin? Ken pilviin saakka kohoaa, -- hän vartoo ensi salamaa.
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Se on poissa, ikipäiviksi poissa, tuo toinen jalka! Oi vahinko armasta toista jalkaa! Miss' -- ollevi nyt ja surrevi orpouttaan, tuo yksinäinen jalka? Ehkä pelkää se julmaa kellerväkiharaista jalopeura-hirviötä? vai ehk'on jo kaluttuna, nakerreltuna -- voi, surkeasti nakerreltuna! Sela.
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Jo virta kultana kimmeltää.
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Tiessään! Siinä hän pakeni, hänkin, mun seurani ainoa, viimeinen, mun vihamieheni suuri, mun tuntemattomani, mun jumal-teloittajani!.
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Niin kauan kuin maailma seisoo hyve-lörpötyksen he maineen kilin-kalinalla maksavat, _elo_ melua tällaista on.
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