Ecce Homo Complete Works, Volume Seventeen

By Friedrich Nietzsche

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a
feeling of profound strangeness towards everything that surrounded
me there, is one of its first conditions. He who has any notion of
the visions which even at that time had flitted across my path, will
be able to guess what I felt when one day I came to my senses in
Bayreuth. It was just as if I had been dreaming. Where on earth was I?
I recognised nothing that I saw; I scarcely recognised Wagner. It was
in vain that I called up reminiscences. Tribschen--remote island of
bliss: not the shadow of a resemblance! The incomparable days devoted
to the laying of the first stone, the small group of the initiated
who celebrated them, and who were far from lacking fingers for the
handling of delicate things: not the shadow of a resemblance! _What
had happened?_--Wagner had been translated into German! The Wagnerite
had become master of Wagner!_--German_ art! the German master! German
beer!... We who know only too well the kind of refined artists and
cosmopolitanism in taste, to which alone Wagner's art can appeal, were
beside ourselves at the sight of Wagner bedecked with German virtues.
I think I know the Wagnerite, I have experienced three generations
of them, from Brendel of blessed memory, who confounded Wagner with
Hegel, to the "idealists" of the _Bayreuth Gazette,_ who confound
Wagner with themselves,--I have been the recipient of every kind of
confession about Wagner, from "beautiful souls." My kingdom for just
one intelligent word I--In very truth, a blood-curdling company! Nohl,
Pohl, and _Kohl_[1] and others of their kidney to infinity! There
was not a single abortion that was lacking among them--no, not even
the anti-Semite.--Poor Wagner! Into whose hands had he fallen? If
only he had gone into a herd of swine! But among Germans! Some day,
for the edification of posterity, one ought really to have a genuine
Bayreuthian stuffed, or, better still, preserved in spirit,--for
it is precisely spirit that is lacking in this quarter,--with this
inscription at the foot of the jar: "A sample of the spirit whereon
the 'German Empire' was founded." ... But enough! In the middle of
the festivities I suddenly packed my trunk and left the place for a
few weeks, despite the fact that a charming Parisian lady sought to
comfort me; I excused myself to Wagner simply by means of a fatalistic
telegram. In a little spot called Klingenbrunn, deeply buried in the
recesses of the Bohmerwald, I carried my melancholy and my contempt of
Germans about with me like an illness--and, from time to time, under
the general title of "The Plough-share," I wrote a

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Text Comparison with Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch Fuer Freie Geister

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Ein Antrieb und Andrang waltet und wird über sie Herr wie ein Befehl; ein Wille und Wunsch erwacht, fortzugehn, irgend wohin, um jeden Preis; eine heftige gefährliche Neugierde nach einer unentdeckten Welt flammt und flackert in allen ihren Sinnen.
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Denn hier gebietet jene Wissenschaft, welche nach Ursprung und Geschichte der sogenannten moralischen Empfindungen fragt und welche im Fortschreiten die verwickelten sociologischen Probleme aufzustellen und zu lösen hat: - die ältere Philosophie kennt die letzteren gar nicht und ist der Untersuchung von Ursprung und Geschichte der moralischen Empfindungen unter dürftigen Ausflüchten immer aus dem Wege gegangen.
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Er ist eine sehr wandelbare, an die Entwickelung der Sitte und Cultur geknüpfte Sache und vielleicht nur in einer verhältnissmässig kurzen Zeit der Weltgeschichte vorhanden.
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Hinrichtung.
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Diese Auffassung des Gewohnten als einer Bedingung des Daseins wird bis auf die kleinsten Einzelheiten der Sitte durchgeführt: da die Einsicht in die wirkliche Causalität bei den niedrig stehenden Völkern und Culturen sehr gering ist, so sieht man mit abergläubischer Furcht darauf, dass Alles seinen gleichen Gang gehe; selbst wo die Sitte schwer, hart, lästig ist, wird sie ihrer scheinbar höchsten Nützlichkeit wegen bewahrt.
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Die gleichartigen Aeusserungen der Lust erwecken die Phantasie der Mitempfindung, das Gefühl etwas Gleiches zu sein: das Selbe thun auch die gemeinsamen Leiden, die selben Unwetter, Gefahren, Feinde.
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ein Anderer durch uns leidet, soll hier die selbe Sache, in Bezug auf welche wir uns sonst unverantwortlich fühlen, unmoralisch machen? Aber wüsste man diess nicht, so hätte man die Lust an seiner eigenen Ueberlegenheit auch nicht dabei, diese kann eben sich nur im Leide des Anderen zuerkennen geben, zum Beispiel bei der Neckerei.
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Das Vorbild des Grossen reizt die eitleren Naturen zum äusserlichen Nachmachen oder zum Ueberbieten; dazu haben alle grossen Begabungen das Verhängnissvolle an sich, viele schwächere Kräfte und Keime zu erdrücken und um sich herum gleichsam die Natur zu veröden.
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Sie sind also leicht bereit, das Phantasma als wirklichen, nothwendigen Menschen zu behandeln, weil sie gewöhnt sind, beim wirklichen Menschen ein Phantasma, einen Schattenriss, eine willkürliche Abbreviatur für das Ganze zu nehmen.
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Wem liegt jetzt noch daran, die Differenzen zwischen Wirklichkeit und anspruchsvollem Schein, zwischen dem, was der Mensch ist und was er vorstellen will, in scherzhaftem Lichte zu sehen; das Gefühl dieser Contraste wirkt alsbald ganz anders, wenn man nach den Gründen sucht.
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sich die grosse Architektur der Cultur entfaltet hat, war ihre Aufgabe, die einander widerstrebenden Mächte zur Eintracht vermöge einer übermächtigen Ansammelung der weniger unverträglichen übrigen Mächte zu zwingen, ohne sie desshalb zu unterdrücken und in Fesseln zu schlagen.
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Zu keiner Zeit haben die Thätigen, das heisst die Ruhelosen, mehr gegolten.
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Um ein Beispiel zu nehmen: so weiss ein deutscher Staatsmann wohl, dass die katholische Kirche niemals mit Russland gleiche Pläne haben wird, ja sich viel lieber mit den Türken verbünden würde, als mit ihm; ebenso weiss er, dass Deutschland alle Gefahr von einem Bündnisse Frankreichs mit Russland droht.
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Wenn das Christenthum Alles gethan hat, um den Occident zu orientalisiren, so hat das judenthum wesentlich mit dabei geholfen, ihn immer wieder zu occidentalisiren: was in einem bestimmten Sinne so viel heisst als Europa's Aufgabe und Geschichte zu einer Fortsetzung der griechischen zumachen.
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- Wer vom Herkömmlichen abweicht, ist das Opfer des Aussergewöhnlichen; wer im Herkömmlichen bleibt, ist der Sclave desselben.
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Mit Vortheil angefeindet.
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Durch Missfallen gefallen.