Ecce Homo Complete Works, Volume Seventeen

By Friedrich Nietzsche

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the limits of that which he can allow himself--in other
words, the limits of that which is beneficial to him--become more and
more confined. As far as I in particular am concerned, _reading_ in
general belongs to my means of recuperation; consequently it belongs
to that which rids me of myself, to that which enables me to wander
in strange sciences and strange souls--to that, in fact, about which
I am no longer in earnest. Indeed, it is while reading that I recover
from _my_ earnestness. During the time that I am deeply absorbed in
my work, no books are found within my reach; it would never occur
to me to allow any one to speak or even to think in my presence.
For that is what reading would mean.... Has any one ever actually
noticed, that, during the period of profound tension to which the
state of pregnancy condemns not only the mind, but also, at bottom,
the whole organism, accident and every kind of external stimulus acts
too acutely and strikes too deep? Accident and external stimuli must,
as far as possible, be avoided: a sort of walling-of-one's-self-in is
one of the primary instinctive precautions of spiritual pregnancy.
Shall I allow a strange thought to steal secretly over the wall?
For that is what reading would mean.... The periods of work and
fruit-fulness are followed by periods of recuperation: come hither,
ye delightful, intellectual, intelligent books! Shall I read German
books?... I must go back six months to catch myself with a book in
my hand. What was it? An excellent study by Victor Brochard upon the
Greek sceptics, in which my Laertiana[1] was used to advantage. The
sceptics!--the only _honourable_ types among that double-faced and
sometimes quintuple-faced throng, the philosophers!.... Otherwise I
almost always take refuge in the same books: altogether their number
is small; they are books which are precisely my proper fare. It is
not perhaps in my nature to read much, and of all sorts: a library
makes me ill. Neither is it my nature to love much or many kinds of
things. Suspicion or even hostility towards new books is much more
akin to my instinctive feeling than "toleration," _largeur de cœur,_
and other forms of "neighbour-love." ... It is to a small number of
old French authors, that I always return again and again; I believe
only in French culture, and regard everything else in Europe which
calls itself "culture" as a misunderstanding. I do not even take
the German kind into consideration.... The few instances of higher
culture with which I have met in Germany were all French

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Text Comparison with Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen

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Wunderliche Launen hat mein Hunger.
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" Das Selbst sagt zum Ich: "hier fühle Schmerz!" Und da leidet es und denkt nach, wie es nicht mehr leide - und dazu eben _soll_ es denken.
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Und bei Einigen von euch giebt es einen Hass auf den ersten Blick.
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Feigheit ist es, die ihn an seinem Aste festhält.
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Und Mancher, der in die Wüste gieng und mit Raubthieren Durst litt, wollte nur nicht mit schmutzigen Kameeltreibern um die Cisterne sitzen.
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Und die Nase mir haltend, gieng ich unmuthig durch alles Gestern und Heute: wahrlich, übel riecht alles Gestern und Heute nach dem schreibenden Gesindel! Einem Krüppel gleich, der taub und blind und stumm wurde: also lebte ich lange, dass ich nicht mit Macht- und Schreib- und Lust-Gesindel lebte.
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Eiskalt sind die innersten Brunnen des Geistes: ein Labsal heissen Händen und Handelnden.
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Immer noch bin ich der Reichste und Bestzubeneidende - ich der Einsamste! Denn ich _hatte_ euch doch, und ihr habt mich noch: sagt, wem fielen, wie mir, solche Rosenäpfel vom Baume? Immer noch bin ich eurer Liebe Erbe und Erdreich, blühend zu eurem Gedächtnisse von bunten wildwachsenen Tugenden, oh ihr Geliebtesten! Ach, wir waren gemacht, einander nahe zu bleiben, ihr holden fremden Wunder; und nicht schüchternen Vögeln gleich kamt ihr zu mir und meiner Begierde - nein, als Trauende zu dem Trauenden! Ja, zur Treue gemacht, gleich mir, und zu zärtlichen Ewigkeiten: muss ich nun euch nach eurer Untreue heissen, ihr göttlichen Blicke und Augenblicke: keinen andern Namen lernte ich noch.
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Sie wollen im Grunde einfältiglich Eins am meisten: dass ihnen Niemand wehe thue.
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Und After-Weisheit: so heisst sie Alles, was Knechte und Greise und Müde witzeln; und sonderlich die ganze schlimme aberwitzige, überwitzige Priester-Narrheit! Die After-Weisen aber, alle die Priester, Weltmüden und wessen Seele von Weibs- und Knechtsart ist, - oh wie hat ihr Spiel von jeher der Selbstsucht übel mitgespielt! Und Das gerade sollte Tugend sein und Tugend heissen, _dass_ man der Selbstsucht übel mitspiele! Und "selbstlos" - so wünschten sich selber mit gutem Grunde alle diese weltmüden Feiglinge und Kreuzspinnen! Aber denen Allen kommt nun der Tag, die Wandlung, das Richtschwert, _der_grosse_Mittag_: da soll Vieles offenbar werden! Und wer das Ich heil und heilig spricht und die Selbstsucht selig, wahrlich, der spricht auch, was er weiss, ein Weissager: "Siehe, er kommt, er ist nahe, der grosse Mittag!" Also sprach Zarathustra.
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- - Der Sonne gleich will auch Zarathustra untergehn: nun sitzt er hier und wartet, alte zerbrochne Tafeln um sich und auch neue Tafeln, - halbbeschriebene.
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Darum, oh meine Brüder, bedarf es eines _neuen_Adels_, der allem Pöbel und allem Gewalt-Herrischen Widersacher ist und auf neue Tafeln neu das Wort schreibt "edel".
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Die Guten und Gerechten selber durften ihn nicht verstehen: ihr Geist ist eingefangen in ihr gutes Gewissen.
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" Mein Schicksal nämlich lässt mir Zeit: es vergass mich wohl? Oder sitzt es hinter einem grossen Steine im Schatten und fängt Fliegen? Und wahrlich, ich bin ihm gut darob, meinem ewigen Schicksale, dass es mich nicht hetzt und drängt und mir Zeit zu Possen lässt und Bosheiten: also dass ich heute zu einem Fischfange auf diesen hohen Berg stieg.
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Auch schien der Unglückliche nicht zu merken, dass jemand um ihn sei; vielmehr sah er sich immer mit rührenden Gebärden um, wie ein von aller Welt Verlassener und Vereinsamter.
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Der hässlichste Mensch - Und wieder liefen Zarathustra's Füsse durch Berge und Wälder, und seine Augen suchten und suchten, aber nirgends war Der zu sehen, welchen sie sehn wollten, der grosse Nothleidende und Nothschreiende.
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" "Du erriethst mich gut, antwortete der freiwillige Bettler, mit erleichtertem Herzen.
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Diess hier ist mein Reich und meine Herrschaft: was aber mein ist, für diesen Abend und diese Nacht soll es euer sein.
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Nichts, oh Zarathustra, wächst Erfreulicheres auf Erden, als ein hoher starker Wille: der ist ihr schönstes Gewächs.
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herauf, du grosser Mittag!" - - Also sprach Zarathustra und verliess seine Höhle, glühend und stark, wie eine Morgensonne, die aus dunklen Bergen kommt.