Early Greek Philosophy & Other Essays Collected Works, Volume Two

By Friedrich Nietzsche

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it, _i.e.,_ a latent motion of attraction.

Further: in order to explain that Chaos, a force must already have
been at work; a movement is necessary to bring about this complicated
entanglement.

Therefore periodical preponderance of the one and the other force is
certain. They are opposites.

The force of attraction is still at work; for otherwise there would be
no Things at all, everything would be segregated.

This is the actual fact: two kinds of motion. The Nous does not explain
them. On the contrary, Love and Hatred; indeed we certainly see that
these move as well as that the Nous moves.

Now the conception of the primal state undergoes a change: it is
the most _blessed._ With Anaxagoras it was the chaos before the
architectural work, the heap of stones as it were upon the building
site.



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Empedocles had conceived the thought of a tangential force originated
by revolution and working against gravity ("de coelo," i., p. 284),
Schopenhauer, "W. A. W.," ii. 390.

He considered the continuation of the circular movement according
to Anaxagoras _impossible._ It would result in a _whirl, i.e.,_ the
contrary of ordered motion.

If the particles were infinitely mixed, pell-mell, then one would be
able to break asunder the bodies without any exertion of power, they
would not cohere or hold together, they would be as dust.

The forces, which press the atoms against one another, and which give
stability to the mass, Empedocles calls "Love." It is a molecular
force, a constitutive force of the bodies.



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Against Anaxagoras.

1. The Chaos already presupposes motion.

2. Nothing prevented the complete segregation.

3. Our bodies would be dust-forms. How can motion exist, if there are
not counter-motions in all bodies?

4. An ordered permanent circular motion impossible; only a whirl. He
assumes the whirl itself to be an effect of the νεῑκος.--ἀπορροιαί. How
do distant things operate on one another, sun upon earth? If everything
were still in a whirl, that would be impossible. Therefore at least two
moving powers: which must be inherent in Things.

5. Why infinite ὄντα? Transgression of experience. Anaxagoras meant
the chemical atoms. Empedocles tried the assumption of four kinds of
chemical atoms. He took the aggregate states to be essential, and heat
to be co-ordinated. Therefore the aggregate states through repulsion
and attraction; matter in four forms.

6. The periodical principle is necessary.

7. With the living beings Empedocles will also deal still on the same
principle. Here also he denies purposiveness. His greatest deed. With
Anaxagoras a dualism.



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The symbolism of _sexual love._ Here as in the Platonic fable the
longing after Oneness shows itself, and here, likewise, is shown
that once a greater unity

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Text Comparison with Die Geburt der Tragödie: Versuch einer Selbstkritik

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es.
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Vielleicht würde ich jetzt vorsichtiger und weniger beredt von einer so schweren psychologischen Frage reden, wie sie der Ursprung der Tragödie bei den Griechen ist.
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Aber eben so gewiss ist, dass dort, wo der erste Ansturm ausgehalten wurde, das Ansehen und die Majestät des delphischen Gottes starrer und drohender als je sich äusserte.
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Dabei ist es doch keine willkürlich zwischen Himmel und Erde hineinphantasirte Welt; vielmehr eine Welt von gleicher Realität und Glaubwürdigkeit wie sie der Olymp sammt seinen Insassen für den gläubigen Hellenen besass.
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Alles, was im apollinischen Theile der griechischen Tragödie, im Dialoge, auf die Oberfläche kommt, sieht einfach, durchsichtig, schön aus.
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Die griechische.
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jetzt unter den Händen der neueren Dichter zur Figur des Graeculus herab, der von jetzt ab als gutmüthigverschmitzter Haussclave im Mittelpunkte des dramatischen Interesse's steht.
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Jene Tragödie ist ein Protest gegen die Ausführbarkeit seiner Tendenz; ach, und sie war bereits ausgeführt! Das Wunderbare war geschehn: als der Dichter widerrief, hatte bereits seine Tendenz gesiegt.
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Diese Erregungsmittel sind kühle paradoxe Gedanken - an Stelle der apollinischen Anschauungen - und feurige Affecte - an Stelle der dionysischen Entzückungen - und zwar höchst realistisch nachgemachte, keineswegs in den Aether der Kunst getauchte Gedanken und Affecte.
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Nun steht freilich neben dieser vereinzelten Erkenntniss, als einem Excess der Ehrlichkeit, wenn nicht des Uebermuthes, eine tiefsinnige Wahnvorstellung, welche zuerst in der Person des Sokrates zur Welt kam, jener unerschütterliche Glaube, dass das Denken, an dem Leitfaden der Causalität, bis in die tiefsten Abgründe des Seins reiche, und dass das Denken das Sein nicht nur zu erkennen, sondern sogar zu corrigiren im Stande sei.
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Denn dächte man sich einmal diese ganze unbezifferbare Summe von Kraft, die für jene Welttendenz verbraucht worden ist, nicht im Dienste des Erkennens, sondern auf die praktischen d.
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Jenes Urproblem möchten wir vielleicht mit dieser Frage berühren: welche aesthetische Wirkung entsteht, wenn jene an sich getrennten Kunstmächte des Apollinischen und des Dionysischen neben einander in Thätigkeit gerathen? Oder in kürzerer Form: wie verhält sich die Musik zu Bild und Begriff? - Schopenhauer, dem Richard Wagner gerade für diesen Punkt eine nicht zu überbietende Deutlichkeit und Durchsichtigkeit der Darstellung nachrühmt, äussert sich hierüber am ausführlichsten in der folgenden Stelle, die ich hier in ihrer ganzen Länge wiedergeben werde.
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"Wir glauben an das ewige Leben", so ruft die Tragödie; während die Musik die unmittelbare Idee dieses Lebens ist.
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jenes Urmenschen; die Oper als das wiederaufgefundene Land jenes idyllisch oder heroisch guten Wesens, das zugleich in allen seinen Handlungen einem natürlichen Kunsttriebe folgt, das bei allem, was es zu sagen hat, wenigstens etwas singt, um, bei der leisesten Gefühlserregung, sofort mit voller Stimme zu singen.
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Sondern nur an diejenigen habe ich mich zu wenden, die, unmittelbar verwandt mit der Musik, in ihr gleichsam ihren Mutterschooss haben und mit den Dingen fast nur durch unbewusste Musikrelationen in Verbindung stehen.
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"Ohne ein lebhaftes pathologisches Interesse", sagt er, "ist es auch mir niemals gelungen, irgend eine tragische Situation zu bearbeiten, und ich habe sie daher lieber vermieden als aufgesucht.
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Aus derartigen "Kritikern" bestand aber bisher das Publicum; der Student, der Schulknabe, ja selbst das harmloseste weibliche Geschöpf war wider sein Wissen bereits durch Erziehung und Journale zu einer gleichen Perception eines Kunstwerks vorbereitet.
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Durch ein merkwürdiges Auseinanderreissen beider künstlerischen Urtriebe musste uns der Untergang der griechischen Tragödie herbeigeführt erscheinen: mit welchem Vorgange eine Degeneration und Umwandlung des griechischen Volkscharakters im Einklang war, uns zu ernstem Nachdenken auffordernd, wie nothwendig und eng die Kunst und das Volk, Mythus und Sitte, Tragödie und Staat, in ihren Fundamenten verwachsen sind.
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Diesem Zustande haben wir uns, seit der Wiedererweckung des alexandrinisch - römischen Alterthums im fünfzehnten Jahrhundert, nach einem langen schwer zu beschreibenden Zwischenacte, in der auffälligsten Weise angenähert.
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In ihr haben wir, wiedergeboren aus der Musik, den tragischen Mythus - und in ihm dürft ihr Alles hoffen und das Schmerzlichste vergessen! Das Schmerzlichste aber ist für uns alle - die lange Entwürdigung, unter der der deutsche Genius, entfremdet von Haus und Heimat, im Dienst tückischer Zwerge lebte.