Early Greek Philosophy & Other Essays Collected Works, Volume Two

By Friedrich Nietzsche

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again we see with what pitiless inflexibility Nature, in order
to arrive at Society, forges for herself the cruel tool of the
State--namely, that _conqueror_ with the iron hand, who is nothing else
than the objectivation of the instinct indicated. By the indefinable
greatness and power of such conquerors the spectator feels, that they
are only the means of an intention manifesting itself through them
and yet hiding itself from them. The weaker forces attach themselves
to them with such mysterious speed, and transform themselves so
wonderfully, in the sudden swelling of that violent avalanche, under
the charm of that creative kernel, into an affinity hitherto not
existing, that it seems as if a magic will were emanating from them.

Now when we see how little the vanquished trouble themselves after a
short time about the horrible origin of the State, so that history
informs us of no class of events worse than the origins of those
sudden, violent, bloody and, at least in _one_ point, inexplicable
usurpations: when hearts involuntarily go out towards the magic of
the growing State with the presentiment of an invisible deep purpose,
where the calculating intellect is enabled to see an addition of forces
only; when now the State is even contemplated with fervour as the
goal and ultimate aim of the sacrifices and duties of the individual:
then out of all that speaks the enormous necessity of the State,
without which Nature might not succeed in coming, through Society,
to her deliverance in semblance, in the mirror of the genius. What
discernments does the instinctive pleasure in the State not overcome!
One would indeed feel inclined to think that a man who looks into the
origin of the State will henceforth seek his salvation at an awful
distance from it; and where can one not see the monuments of its
origin--devastated lands, destroyed cities, brutalised men, devouring
hatred of nations! The State, of ignominiously low birth, for the
majority of men a continually flowing source of hardship, at frequently
recurring periods the consuming torch of mankind--and yet a word, at
which we forget ourselves, a battle cry, which has filled men with
enthusiasm for innumerable really heroic deeds, perhaps the highest and
most venerable object for the blind and egoistic multitude which only
in the tremendous moments of State-life has the strange expression of
greatness on its face!

We have, however, to consider the Greeks, with regard to the unique
sun-height of their art, as the "political men in themselves," and
certainly history knows of no second instance of such an awful
unchaining of the political passion, such an unconditional immolation
of all

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Text Comparison with Die Geburt der Tragödie: Versuch einer Selbstkritik

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- Abseits freilich von allen übereilten Hoffnungen und fehlerhaften Nutzanwendungen auf Gegenwärtigstes, mit denen ich mir damals mein erstes Buch verdarb, bleibt das grosse dionysische Fragezeichen, wie es darin gesetzt ist, auch in Betreff der Musik, fort und fort bestehen: wie müsste eine Musik beschaffen sein, welche nicht mehr romantischen Ursprungs wäre, gleich der deutschen, - sondern dionysischen? .
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Glaubt mir, des.
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Rafael, selbst einer jener unsterblichen "Naiven", hat uns in einem gleichnissartigen Gemälde jenes Depotenziren des Scheins zum Schein, den Urprozess des naiven Künstlers und zugleich der apollinischen Cultur, dargestellt.
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Die Melodie ist also das Erste und Allgemeine, das deshalb auch mehrere Objectivationen, in mehreren Texten, an sich erleiden kann.
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Ihr gegenüber ist vielmehr jede Erscheinung nur Gleichniss: daher kann die Sprache, als Organ und Symbol der Erscheinungen, nie und nirgends das tiefste Innere der Musik nach Aussen kehren, sondern bleibt immer, sobald sie sich auf Nachahmung der Musik einlässt, nur in einer äusserlichen Berührung mit der Musik, während deren tiefster Sinn, durch alle lyrische Beredsamkeit, uns auch keinen Schritt näher gebracht werden kann.
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Die Erkenntniss tödtet das Handeln, zum Handeln gehört das Umschleiertsein durch die Illusion - das ist die Hamletlehre, nicht jene wohlfeile Weisheit von Hans dem Träumer, der aus zu viel Reflexion, gleichsam aus einem Ueberschuss von Möglichkeiten nicht zum Handeln kommt; nicht das Reflectiren, nein! - die wahre Erkenntniss, der Einblick in die grauenhafte Wahrheit überwiegt jedes zum Handeln antreibende Motiv, bei Hamlet sowohl als bei dem dionysischen Menschen.
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In Wahrheit aber.
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Der Mensch des alltäglichen Lebens drang durch ihn aus den Zuschauerräumen auf die Scene, der Spiegel, in dem früher nur die grossen und kühnen Züge zum Ausdruck kamen, zeigte jetzt jene peinliche Treue, die auch die misslungenen Linien der Natur gewissenhaft wiedergiebt.
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Mit ihm verurtheilt der Sokratismus eben so die bestehende Kunst wie die bestehende Ethik: wohin er seine prüfenden Blicke richtet, sieht er den Mangel der Einsicht und die Macht des Wahns und schliesst aus diesem Mangel auf die innerliche Verkehrtheit und Verwerflichkeit des Vorhandenen.
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An diesem ausgeführten historischen Beispiel haben wir klar zu machen gesucht, wie die Tragödie an dem Entschwinden des Geistes der Musik eben so gewiss zu Grunde geht, wie sie aus diesem Geiste allein geboren werden kann.
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Der sicher zugreifende Instinct des Aristophanes hat gewiss das Rechte erfasst, wenn er Sokrates selbst, die Tragödie des Euripides und die Musik der neueren Dithyrambiker in dem gleichen Gefühle des Hasses zusammenfasste und in allen drei Phänomenen die Merkmale einer degenerirten Cultur witterte.
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Das ist ja das Merkmal jenes "Bruches", von dem Jedermann als von dem Urleiden der modernen Cultur zu reden pflegt, dass der theoretische Mensch vor seinen Consequenzen erschrickt und unbefriedigt es nicht mehr wagt sich dem furchtbaren Eisstrome des Daseins anzuvertrauen: ängstlich läuft er am Ufer auf und ab.
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Jetzt endlich darf er, nach seiner Heimkehr zum Urquell seines Wesens, vor allen Völkern kühn und frei, ohne das Gängelband einer romanischen Civilisation, einherzuschreiten wagen: wenn er nur von einem Volke unentwegt zu lernen versteht, von dem überhaupt lernen zu können schon ein hoher Ruhm und eine auszeichnende Seltenheit ist, von den Griechen.
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Wenn demnach die eigentliche Bildungskraft der höheren Lehranstalten wohl noch niemals niedriger und schwächlicher gewesen ist, wie in der Gegenwart, wenn der "Journalist", der papierne Sclave des Tages, in jeder Rücksicht auf Bildung den Sieg über den höheren Lehrer davongetragen hat, und Letzterem nur noch die bereits oft erlebte Metamorphose übrig bleibt, sich jetzt nun auch in der Sprechweise des Journalisten, mit der "leichten Eleganz" dieser Sphäre, als heiterer gebildeter Schmetterling zu bewegen - in welcher peinlichen Verwirrung müssen die derartig Gebildeten einer solchen Gegenwart jenes Phänomen anstarren, das nur etwa aus dem tiefsten Grunde des bisher unbegriffnen hellenischen Genius analogisch zu begreifen wäre, das Wiedererwachen des dionysischen Geistes und die Wiedergeburt der Tragödie? Es giebt keine andere Kunstperiode, in der sich die sogenannte Bildung und die eigentliche Kunst so befremdet und abgeneigt gegenübergestanden hätten, als wir das in der Gegenwart mit Augen sehn.
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Der Mythus schützt uns vor der Musik, wie er ihr andrerseits erst die höchste Freiheit giebt.
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So wäre wirklich das schwierige Verhältniss des Apollinischen und des Dionysischen in der Tragödie durch einen Bruderbund beider Gottheiten zu symbolisiren: Dionysus redet die Sprache des Apollo, Apollo aber schliesslich die Sprache des Dionysus: womit das höchste Ziel der Tragödie und der Kunst überhaupt erreicht ist.
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Der tragische Mythus, sofern er überhaupt zur Kunst gehört, nimmt auch vollen Antheil an dieser metaphysischen Verklärungsabsicht der Kunst überhaupt: was verklärt er aber, wenn er die Erscheinungswelt unter dem Bilde des leidenden Helden vorführt? Die "Realität".