Early Greek Philosophy & Other Essays Collected Works, Volume Two

By Friedrich Nietzsche

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is somewhat at a disadvantage through its lack
of a Noun-Infinitive. I can best illustrate this by a passage from
_Parmenides_:

χρὴ τὸ λέγειν τε νοεῑν τ' ἐὸν ἔμμεναι· ἔστι γὰρ εῖναι, μηδὲν δ' οὐκ
ἔστιν· τά σ' ἐγὼ ψράζεσθαι ἄνωγα.

In his usual masterly manner _Diels_ translates these lines with: "Das
Sagen und Denken musz ein Seiendes sein. Denn das Sein existiert, das
Nichts existiert nicht; das heisz ich dich wohl zu beherzigen." On
the other hand in _Fairbanks'_ "version" we read: "It is necessary
both to say and to think that being is; for it is possible that being
is, and it is impossible that not being is; this is what I bid thee
ponder." In order to avoid a similar obscurity, throughout the paper on
"EARLY GREEK PHILOSOPHY" I have rendered "das Seiende" (τὸ ἐὸν) with
"Existent", "das Nicht-Seiende" with "Non-Existent"; "das Sein" (εῖναι)
with "Being" and "das Nicht-Sein" with "Not-Being."

I am directly or indirectly indebted for many suggestions to several
friends of mine, especially to two of my colleagues, J. Charlton
Hipkins, M.A., and R. Miller, B.A., for their patient revision of the
whole of the proofs.

M. A. MÜGGE.

LONDON, _July_ 1911.




THE GREEK STATE


Preface to an Unwritten Book (1871)


We moderns have an advantage over the Greeks in two ideas, which are
given as it were as a compensation to a world behaving thoroughly
slavishly and yet at the same time anxiously eschewing the word
"slave": we talk of the "dignity of man" and of the "dignity of
labour." Everybody worries in order miserably to perpetuate a miserable
existence; this awful need compels him to consuming labour; man
(or, more exactly, the human intellect) seduced by the "Will" now
occasionally marvels at labour as something dignified. However in
order that labour might have a claim on titles of honour, it would be
necessary above all, that Existence itself, to which labour after all
is only a painful means, should have more dignity and value than it
appears to have had, up to the present, to serious philosophies and
religions. What else may we find in the labour-need of all the millions
but the impulse to exist at any price, the same all-powerful impulse by
which stunted plants stretch their roots through earthless rocks!

Out of this awful struggle for existence only individuals can emerge,
and they are at once occupied with the noble phantoms of artistic
culture, lest they should arrive at practical pessimism, which Nature
abhors as her exact opposite. In the modern world, which, compared
with the Greek, usually produces only abnormalities and centaurs, in
which the individual, like that fabulous creature in

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Text Comparison with Ecce homo, Wie man wird, was man ist

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Ihm schmeckt nur, was ihm zuträglich ist; sein Gefallen, seine Lust hört auf, wo das Maass des Zuträglichen überschritten wird.
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Alle herrschenden Begriffe über Verwandtschafts-Grade sind ein physiologischer Widersinn, der nicht überboten.
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Ich habe nie die Kunst verstanden, gegen mich einzunehmen auch das verdanke ich meinem unvergleichlichen Vater - und selbst noch, wenn es mir von grossem Werthe schien.
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Es fehlte jede feinere Selbstigkeit, jede Obhut eines gebieterischen Instinkts, es war ein Sich-gleichsetzen mit Irgendwem, eine "Selbstlosigkeit", ein Vergessen seiner Distanz, - Etwas, das ich mir nie verzeihe.
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Ich ziehe diese Generation, unter uns gesagt, sogar ihren grossen Lehrern vor, die allesammt durch deutsche Philosophie verdorben sind: Herr Taine zum Beispiel durch Hegel, dem er das Missverständniss grosser Menschen und Zeiten verdankt.
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Wohlan! Wagner war ein Revolutionär - er lief vor den Deutschen davon.
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- Man muss die ganze Oberfläche des Bewusstseins - Bewusstsein ist eine Oberfläche - rein erhalten von irgend einem der grossen Imperative.
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" In diesem Sinne habe ich das Recht, mich selber als den ersten tragischen Philosophen zu verstehn - das heisst den äussersten Gegensatz und Antipoden eines pessimistischen Philosophen.
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Unzugehörig ist mir der Idealismus: der Titel sagt "wo ihr ideale Dinge seht, sehe ich - Menschliches, ach nur Allzumenschliches!".
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Was sich damals bei mir entschied, war nicht etwa ein Bruch mit Wagner - ich empfand eine Gesammt-Abirrung meines Instinkts, von der der einzelne Fehlgriff, heisse er nun Wagner oder Basler Professur, bloss ein Zeichen war.
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Jedenfalls empfanden wir es beide so: denn wir schwiegen beide.
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Wenn man den Ernst von der Selbsterhaltung, Kraftsteigerung des Leibes, das heisst des Lebens ablenkt, wenn man aus der Bleichsucht ein Ideal, aus der Verachtung des Leibes "das Heil der Seele" construirt, was ist das Anderes, als ein Recept zur décadence? - Der Verlust an Schwergewicht, der Widerstand gegen die natürlichen Instinkte, die "Selbstlosigkeit" mit Einem Worte - das hiess bisher Moral.
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- Und wie Zarathustra herabsteigt und zu Jedem das Gütigste sagt! Wie er selbst seine Widersacher, die Priester, mit zarten Händen anfasst und mit ihnen an ihnen leidet! - Hier ist in.
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Im letzteren Sinne ist das Buch eine Schule des gentilhomme, der Begriff geistiger und radikaler genommen als er je genommen worden ist.
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Hier nicht eher die Augen aufgemacht zu haben gilt mir als die grösste Unsauberkeit, die die Menschheit auf dem Gewissen hat, als Instinkt gewordner Selbstbetrug, als grundsätzlicher Wille, jedes Geschehen, jede Ursächlichkeit, jede Wirklichkeit nicht zu sehen, als Falschmünzerei in psychologicis bis zum Verbrechen.