Beyond Good and Evil

By Friedrich Nietzsche

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and obligations: that is a TYPICAL sign of
shallow-mindedness; and a thinker who has proved himself shallow at
this dangerous spot--shallow in instinct!--may generally be regarded as
suspicious, nay more, as betrayed, as discovered; he will probably prove
too "short" for all fundamental questions of life, future as well as
present, and will be unable to descend into ANY of the depths. On the
other hand, a man who has depth of spirit as well as of desires, and
has also the depth of benevolence which is capable of severity and
harshness, and easily confounded with them, can only think of woman as
ORIENTALS do: he must conceive of her as a possession, as confinable
property, as a being predestined for service and accomplishing her
mission therein--he must take his stand in this matter upon the immense
rationality of Asia, upon the superiority of the instinct of Asia, as
the Greeks did formerly; those best heirs and scholars of Asia--who,
as is well known, with their INCREASING culture and amplitude of power,
from Homer to the time of Pericles, became gradually STRICTER towards
woman, in short, more Oriental. HOW necessary, HOW logical, even HOW
humanely desirable this was, let us consider for ourselves!

239. The weaker sex has in no previous age been treated with so
much respect by men as at present--this belongs to the tendency and
fundamental taste of democracy, in the same way as disrespectfulness to
old age--what wonder is it that abuse should be immediately made of
this respect? They want more, they learn to make claims, the tribute
of respect is at last felt to be well-nigh galling; rivalry for rights,
indeed actual strife itself, would be preferred: in a word, woman is
losing modesty. And let us immediately add that she is also losing
taste. She is unlearning to FEAR man: but the woman who "unlearns to
fear" sacrifices her most womanly instincts. That woman should venture
forward when the fear-inspiring quality in man--or more definitely,
the MAN in man--is no longer either desired or fully developed, is
reasonable enough and also intelligible enough; what is more difficult
to understand is that precisely thereby--woman deteriorates. This is
what is happening nowadays: let us not deceive ourselves about it!
Wherever the industrial spirit has triumphed over the military
and aristocratic spirit, woman strives for the economic and legal
independence of a clerk: "woman as clerkess" is inscribed on the portal
of the modern society which is in course of formation. While she
thus appropriates new rights, aspires to be "master," and inscribes
"progress" of woman on her flags and banners, the very opposite

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Text Comparison with Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen

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Hirten sage ich, aber sie nennen sich die Guten und Gerechten.
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Aber ihm fehlen die hundert Sicheln: so rauft er Ähren aus und ist ärgerlich.
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Was ist es, das Achten und Verachten und Werth und Willen schuf? Das schaffende Selbst schuf sich Achten und Verachten, es schuf sich Lust und Weh.
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So lebt euer Leben des Gehorsams und des Krieges! Was liegt am Lang-Leben! Welcher Krieger will geschont sein! Ich schone euch nicht, ich liebe euch von Grund aus, meine Brüder im Kriege! - Also sprach Zarathustra.
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Hin zum Throne wollen sie Alle: ihr Wahnsinn ist es, - als ob das Glück auf dem Throne sässe! Oft sitzt der Schlamm auf dem Thron - und oft auch der Thron auf dem Schlamme.
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"Das gerade heisse uns Gerechtigkeit, dass die Welt voll werde von den Unwettern unsrer Rache" - also reden sie mit einander.
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Trocken wurden wir Alle; und fällt Feuer auf uns, so stäuben wir der Asche gleich: - ja das Feuer selber machten wir müde.
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Also rief mir Alles in Zeichen zu: `es ist Zeit!` - Aber ich - hörte nicht: bis endlich mein Abgrund sich rührte und mein Gedanke mich biss.
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Ach, liegt Alles schon welk und grau, was noch jüngst auf dieser Wiese grün und bunt stand? Und wie vielen Honig der Hoffnung trug ich von hier in meine Bienenkörbe! Diese jungen Herzen sind alle schon alt geworden, - und nicht alt einmal! nur müde, gemein, bequem: - sie heissen es "Wir sind wieder fromm geworden.
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Von hier nämlich hatte er nur noch zwei Tage zu gehen, dass er wieder in seine Höhle käme und zu seinen Thieren; seine Seele aber frohlockte beständig ob der Nähe seiner Heimkehr.
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An ihre grosse Gräberstrasse setzte ich mich und selber zu Aas und Geiern - und ich lachte über all ihr Einst und seine mürbe verfallende Herrlichkeit.
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"Weisheit macht müde, es lohnt sich - Nichts; du sollst nicht begehren!" - diese neue Tafel fand ich hängen selbst auf offnen Märkten.
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zwei Meeren wandelt, - zwischen Vergangenem und Zukünftigem als schwere Wolke wandelt, - schwülen Niederungen feind und Allem, was müde ist und nicht sterben, noch leben kann.
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dass alle Dinge im Mischkruge gut sich mischen: - - denn es giebt ein Salz, das Gutes mit Bösem bindet; und auch das Böseste ist zum Würzen würdig und zum letzten Überschäumen: - Oh wie sollte ich nicht nach der Ewigkeit brünstig sein und nach dem hochzeitlichen Ring der Ringe, - dem Ring de Wiederkunft! Nie noch fand ich das Weib, von dem ich Kinder mochte, sei denn dieses Weib, das ich lieb: denn ich liebe dich, oh Ewigkeit! Denn ich liebe dich, oh Ewigkeit! 5.
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" Und indem er also sprach, küsste er Dem, zu welchem er redete, die Hände, mit überströmenden Augen, und gebärdete sich ganz als Einer, dem ein kostbares Geschenk und Kleinod unversehens vom Himmel fällt.
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In die kältesten Wasser stürzte ich mich, mit Kopf und Herzen.
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Still! - Was geschah mir: Horch! Flog die Zeit wohl davon? Falle ich nicht? Fiel ich nicht - horch! in den Brunnen der Ewigkeit? - Was geschieht mir? Still! Es sticht mich - wehe - in's Herz? In's Herz! Oh zerbrich, zerbrich, Herz, nach solchem Glücke, nach solchem Stiche! - Wie? Ward die Welt nicht eben vollkommen? Rund und reif? Oh des goldenen runden Reifs - wohin fliegt er wohl? Laufe ich ihm nach! Husch! Still - - (und hier dehnte sich Zarathustra und fühlte, dass er schlafe.
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Heute nämlich wurden die kleinen Leute Herr: die predigen Alle Ergebung und Bescheidung und Klugheit und Fleiss und Rücksicht und das lange Und-so-weiter der kleinen Tugenden.
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Und so ist's billig.
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Aber, indem er mit den Händen um sich und über sich und unter sich griff, und den zärtlichen Vögeln wehrte, siehe, da geschah ihm etwas noch Seltsameres: er griff nämlich dabei unvermerkt in ein dichtes warmes Haar-Gezottel hinein; zugleich aber erscholl vor ihm ein Gebrüll, - ein sanftes langes Löwen-Brüllen.