Beyond Good and Evil

By Friedrich Nietzsche

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political organization, but
as equivalent to a degenerating, a waning type of man, as involving his
mediocrising and depreciation: where have WE to fix our hopes? In
NEW PHILOSOPHERS--there is no other alternative: in minds strong and
original enough to initiate opposite estimates of value, to transvalue
and invert "eternal valuations"; in forerunners, in men of the future,
who in the present shall fix the constraints and fasten the knots which
will compel millenniums to take NEW paths. To teach man the future
of humanity as his WILL, as depending on human will, and to make
preparation for vast hazardous enterprises and collective attempts in
rearing and educating, in order thereby to put an end to the frightful
rule of folly and chance which has hitherto gone by the name of
"history" (the folly of the "greatest number" is only its last
form)--for that purpose a new type of philosopher and commander will
some time or other be needed, at the very idea of which everything that
has existed in the way of occult, terrible, and benevolent beings might
look pale and dwarfed. The image of such leaders hovers before OUR
eyes:--is it lawful for me to say it aloud, ye free spirits? The
conditions which one would partly have to create and partly utilize for
their genesis; the presumptive methods and tests by virtue of which
a soul should grow up to such an elevation and power as to feel a
CONSTRAINT to these tasks; a transvaluation of values, under the new
pressure and hammer of which a conscience should be steeled and a heart
transformed into brass, so as to bear the weight of such responsibility;
and on the other hand the necessity for such leaders, the dreadful
danger that they might be lacking, or miscarry and degenerate:--these
are OUR real anxieties and glooms, ye know it well, ye free spirits!
these are the heavy distant thoughts and storms which sweep across the
heaven of OUR life. There are few pains so grievous as to have seen,
divined, or experienced how an exceptional man has missed his way and
deteriorated; but he who has the rare eye for the universal danger
of "man" himself DETERIORATING, he who like us has recognized the
extraordinary fortuitousness which has hitherto played its game in
respect to the future of mankind--a game in which neither the hand, nor
even a "finger of God" has participated!--he who divines the fate that
is hidden under the idiotic unwariness and blind confidence of
"modern ideas," and still more under the whole of Christo-European
morality--suffers from an anguish with which no other is

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Text Comparison with Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch Fuer Freie Geister

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Die grosse Loslösung kommt für solchermaassen Gebundene plötzlich, wie ein Erdstoss: die junge Seele wird mit Einem Male erschüttert, losgerissen, herausgerissen, - sie selbst versteht nicht, was sich begiebt.
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"Kann man nicht alle Werthe umdrehn? und ist Gut vielleicht Böse? und Gott nur eine Erfindung und Feinheit des Teufels? Ist Alles vielleicht im letzten Grunde falsch? Und wenn wir Betrogene sind, sind wir nicht eben dadurch auch Betrüger? müssen wir nicht auch Betrüger sein?" - solche Gedanken führen und verführen ihn, immer weiter fort, immer weiter ab.
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3.
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Sind Lust, Egoismus, Eitelkeit nothwendig zur Erzeugung der moralischen Phänomene und ihrer höchsten Blüthe, des Sinnes für Wahrheit und Gerechtigkeit der Erkenntniss, war der Irrthum und die Verirrung der Phantasie das einzige Mittel, durch welches die Menschheit sich allmählich zu diesem Grade von Selbsterleuchtung und Selbsterlösung zu erheben vermochte - wer dürfte jene Mittel geringschätzen? Wer dürfte traurig sein, wenn er das Ziel, zu dem jene Wege führen, gewahr wird? Alles auf dem Gebiete der Moral ist geworden, wandelbar, schwankend, Alles ist im Flusse, es ist wahr: - aber Alles ist auch im Strome: nach Einem Ziele hin.
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bedienen sich der schmerzhaftesten Reizmittel und Grausamkeiten, um für Zeiten wenigstens aus jener Dumpfheit und Langenweile aufzutauchen, in welche ihre grosse geistige Indolenz und jene geschilderte Unterordnung unter einen fremden Willen sie so häufig verfallen lässt.
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Der erdichtete Mensch, das Phantasma, will etwas Nothwendiges bedeuten, doch nur vor Solchen, welche auch einen wirklichen Menschen nur in einer rohen, unnatürlichen Simplification verstehen: so dass ein paar starke, oft wiederholte Züge, mit sehr viel Licht darauf und sehr viel Schatten und Halbdunkel herum, ihren Ansprüchen vollständig genügen.
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Der Bildhauer kann viele kleine Züge hinzuthun oder weglassen: ebenso der Darsteller, sei es ein Schauspieler oder, in Betreff der Musik, ein Virtuos oder Dirigent.
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Das Jenseits in der Kunst.
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Denn man darf von der Zukunft der Menschheit nicht zugleich alles Das erwarten, was ganz bestimmte Bedingungen irgend welcher Vergangenheit allein hervorzubringen vermochten; zum Beispiel nicht die erstaunlichen Wirkungen des religiösen Gefühles.
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Je mehr das griechische Philosophenthum an Macht verlor, um so mehr litt es innerlich durch diese Galligkeit und Schmähsucht; als erst die verschiedenen Secten ihre Wahrheiten auf den Strassen verfochten, da waren die Seelen aller dieser Freier der Wahrheit durch Eifer- und Geifersucht völlig verschlammt, das tyrannische Element wüthete jetzt als Gift in ihrem Körper.
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Zurückgegangen, nicht zurückgeblieben.
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- Anmaassung bei Verdiensten beleidigt noch mehr, als Anmaassung von Menschen ohne Verdienst.
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- Die Gewöhnung an Ironie, ebenso wie die an Sarkasmus, verdirbt übrigens den Charakter, sie verleiht allmählich die Eigenschaft einer schadenfrohen Ueberlegenheit: man ist zuletzt einem bissigen Hunde gleich, der noch das Lachen gelernt hat, ausser dem Beissen.
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Da.
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Zuletzt - man kann es mit Sicherheit aussprechen - muss das Misstrauen gegen alles Regierende, die Einsicht in das Nutzlose und Aufreibende dieser kurzathmigen Kämpfe die Menschen zu einem ganz neuen Entschlusse drängen: zur Abschaffung des Staatsbegriffs, zur Aufhebung des Gegensatzes "privat und öffentlich".
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Aber abseits von diesen öffentlichen Hekatomben, und im Grunde viel grauenhafter als diese, begiebt sich ein Schauspiel, welches fortwährend in hunderttausend Acten gleichzeitig sich abspielt: jeder tüchtige, arbeitsame, geistvolle, strebende Mensch eines solchen nach politischen Ruhmeskränzen lüsternen Volkes wird von dieser Lüsternheit beherrscht und gehört seiner eigenen Sache nicht mehr, wie früher, völlig an: die täglich neuen Fragen und Sorgen des öffentlichen Wohles verschlingen eine tägliche Abgabe von dem Kopf- und Herz-Capitale jedes Bürgers: die Summe all dieser Opfer und Einbussen an individueller Energie und Arbeit ist so ungeheuer, dass das politische Aufblühen eines Volkes eine geistige Verarmung und Ermattung, eine geringere Leistungsfähigkeit zu Werken, welche grosse Concentration und Einseitigkeit verlangen,.
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Phantasie der Angst.
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Die Umstände fehlen.
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Lange vorhergesehene, erwartete Dinge oder Personen regen aber solche Naturen am meisten auf und machen sie fast unfähig, bei der endlichen Ankunft derselben noch Gegenwärtigkeit des Geistes zu haben.
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Wir sind im Wesentlichen noch dieselben Menschen, wie die des Zeitalters der Reformation: wie sollte es auch anders sein? Aber dass wir uns einige Mittel nicht mehr erlauben, um mit ihnen unsrer Meinung zum Siege zu verhelfen, das hebt uns gegen jene Zeit ab und beweist, dass wir einer höhern Cultur angehören.