Beyond Good and Evil

By Friedrich Nietzsche

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an error of
interpretation? A lack of philology?

48. It seems that the Latin races are far more deeply attached to their
Catholicism than we Northerners are to Christianity generally, and
that consequently unbelief in Catholic countries means something quite
different from what it does among Protestants--namely, a sort of revolt
against the spirit of the race, while with us it is rather a return to
the spirit (or non-spirit) of the race.

We Northerners undoubtedly derive our origin from barbarous races, even
as regards our talents for religion--we have POOR talents for it. One
may make an exception in the case of the Celts, who have theretofore
furnished also the best soil for Christian infection in the North: the
Christian ideal blossomed forth in France as much as ever the pale sun
of the north would allow it. How strangely pious for our taste are still
these later French skeptics, whenever there is any Celtic blood in their
origin! How Catholic, how un-German does Auguste Comte's Sociology
seem to us, with the Roman logic of its instincts! How Jesuitical, that
amiable and shrewd cicerone of Port Royal, Sainte-Beuve, in spite of all
his hostility to Jesuits! And even Ernest Renan: how inaccessible to
us Northerners does the language of such a Renan appear, in whom
every instant the merest touch of religious thrill throws his refined
voluptuous and comfortably couching soul off its balance! Let us repeat
after him these fine sentences--and what wickedness and haughtiness is
immediately aroused by way of answer in our probably less beautiful but
harder souls, that is to say, in our more German souls!--"DISONS DONC
HARDIMENT QUE LA RELIGION EST UN PRODUIT DE L'HOMME NORMAL, QUE L'HOMME
EST LE PLUS DANS LE VRAI QUANT IL EST LE PLUS RELIGIEUX ET LE PLUS
ASSURE D'UNE DESTINEE INFINIE.... C'EST QUAND IL EST BON QU'IL VEUT QUE
LA VIRTU CORRESPONDE A UN ORDER ETERNAL, C'EST QUAND IL CONTEMPLE LES
CHOSES D'UNE MANIERE DESINTERESSEE QU'IL TROUVE LA MORT REVOLTANTE ET
ABSURDE. COMMENT NE PAS SUPPOSER QUE C'EST DANS CES MOMENTS-LA, QUE
L'HOMME VOIT LE MIEUX?"... These sentences are so extremely ANTIPODAL
to my ears and habits of thought, that in my first impulse of rage
on finding them, I wrote on the margin, "LA NIAISERIE RELIGIEUSE PAR
EXCELLENCE!"--until in my later rage I even took a fancy to them, these
sentences with their truth absolutely inverted! It is so nice and such a
distinction to have one's own antipodes!

49. That which is so astonishing in the religious life of the ancient
Greeks is the irrestrainable stream of GRATITUDE which it pours
forth--it is a very

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Text Comparison with Ecce homo, Wie man wird, was man ist

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Nitimur in vetitum: in diesem Zeichen siegt einmal meine Philosophie, denn man verbot bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit.
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Die Umwerthung aller Werthe, die Dionysos-Dithyramben und, zur Erholung, die Götzen-Dämmerung - Alles Geschenke dieses Jahrs, sogar seines letzten Vierteljahrs! Wie sollte ich nicht meinem ganzen Leben dankbar sein? Und so erzähle ich mir mein Leben.
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Er ist immer in seiner Gesellschaft, ob er mit Büchern, Menschen oder Landschaften verkehrt: er ehrt, indem er wählt, indem er zulässt, indem er vertraut.
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Mensch und Ding kommen zudringlich nahe, die Erlebnisse treffen zu tief, die Erinnerung ist eine eiternde Wunde.
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- So wenig als möglich sitzen; keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung, in dem nicht auch die Muskeln ein Fest feiern.
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Dies ist der Ausnahmefall, in welchem ich, gegen meine Regel und Überzeugung, die Partei der "selbstlosen" Triebe nehme: sie arbeiten hier im Dienste der Selbstsucht, Selbstzucht.
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Wen ich verachte, der erräth, dass er von mir verachtet wird: ich empöre durch mein blosses Dasein Alles, was schlechtes Blut im Leibe hat.
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- Zuletzt war es nicht Deutschland, sondern die Schweiz, die die zwei extremen Fälle geliefert hat.
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Das wissen zuletzt die Weiblein nur zu gut: sie machen sich den Teufel was aus selbstlosen, aus bloss objektiven Männern.
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Die Erkenntniss, das Jasagen zur Realität ist für den Starken eine ebensolche Nothwendigkeit als für den Schwachen, unter der Inspiration der Schwäche, die Feigheit und Flucht vor der Realität - das "Ideal".
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Von diesen vier Attentaten hatte das erste einen ausserordentlichen Erfolg.
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Im Grunde hatte ich eine Maxime Stendhals prakticirt: er räth an, seinen Eintritt in die Gesellschaft mit einem Duell zu machen.
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in Spiritus setzen, denn an Spiritus fehlt es -, mit der Unterschrift: so sah der "Geist" aus, auf den hin man das "Reich" gründete.
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2.
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Man hört, man sucht nicht; man nimmt, man fragt nicht, wer da giebt; wie ein Blitz leuchtet ein Gedanke auf, mit Nothwendigkeit, in der Form ohne Zögern, -.
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Hinweg von Gott und Göttern lockte mich dieser Wille: was wäre denn zu schaffen, wenn Götter - da wären? Aber zum Menschen treibt er mich stets von Neuem, mein inbrünstiger Schaffens-Wille; so treibt's den Hammer hin zum Steine.
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Das Raffinement in Form, in Absicht, in der Kunst des Schweigens, ist im Vordergrunde, die Psychologie wird mit eingeständlicher Härte und Grausamkeit gehandhabt, - das Buch entbehrt jedes gutmüthigen Worts.
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Erst von mir an giebt es auf Erden grosse Politik.