Beyond Good and Evil

By Friedrich Nietzsche

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dangerous prescriptions as to regimen:
solitude, fasting, and sexual abstinence--but without its being possible
to determine with certainty which is cause and which is effect, or IF
any relation at all of cause and effect exists there. This latter doubt
is justified by the fact that one of the most regular symptoms among
savage as well as among civilized peoples is the most sudden and
excessive sensuality, which then with equal suddenness transforms into
penitential paroxysms, world-renunciation, and will-renunciation, both
symptoms perhaps explainable as disguised epilepsy? But nowhere is it
MORE obligatory to put aside explanations around no other type has there
grown such a mass of absurdity and superstition, no other type seems to
have been more interesting to men and even to philosophers--perhaps it
is time to become just a little indifferent here, to learn caution, or,
better still, to look AWAY, TO GO AWAY--Yet in the background of the
most recent philosophy, that of Schopenhauer, we find almost as the
problem in itself, this terrible note of interrogation of the religious
crisis and awakening. How is the negation of will POSSIBLE? how is the
saint possible?--that seems to have been the very question with which
Schopenhauer made a start and became a philosopher. And thus it was a
genuine Schopenhauerian consequence, that his most convinced adherent
(perhaps also his last, as far as Germany is concerned), namely, Richard
Wagner, should bring his own life-work to an end just here, and should
finally put that terrible and eternal type upon the stage as Kundry,
type vecu, and as it loved and lived, at the very time that the
mad-doctors in almost all European countries had an opportunity to study
the type close at hand, wherever the religious neurosis--or as I call
it, "the religious mood"--made its latest epidemical outbreak and
display as the "Salvation Army"--If it be a question, however, as to
what has been so extremely interesting to men of all sorts in all ages,
and even to philosophers, in the whole phenomenon of the saint, it
is undoubtedly the appearance of the miraculous therein--namely, the
immediate SUCCESSION OF OPPOSITES, of states of the soul regarded as
morally antithetical: it was believed here to be self-evident that
a "bad man" was all at once turned into a "saint," a good man. The
hitherto existing psychology was wrecked at this point, is it not
possible it may have happened principally because psychology had placed
itself under the dominion of morals, because it BELIEVED in oppositions
of moral values, and saw, read, and INTERPRETED these oppositions
into the text and facts of the case? What? "Miracle" only

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Text Comparison with Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch Fuer Freie Geister

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Zur Geschichte der moralischen Empfindungen.
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Einmal nämlich glauben wir mehr an die Reinheit seines Charakters, als er; sodann ist unsere Liebe zu ihm, wahrscheinlich eben dieses Glaubens wegen, stärker, als seine Liebe zu sich selbst.
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Jene Schmerzen mögen peinlich genug sein: aber man kann ohne Schmerzen nicht zu einem Führer und Erzieher der Menschheit werden; und wehe Dem, welcher diess versuchen möchte und jenes reine Gewissen nicht mehr hätte! 110.
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Wahrscheinlich stehen wir hier noch unter der Nachwirkung einer uralten mythologischen Empfindung.
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Künstler und sein Gefolge müssen Schritt halten.
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Schiller verdankt die ungefähre Sicherheit seiner Form dem unwillkürlich verehrten, wenn auch verleugneten Vorbilde der französischen Tragödie und hielt sich ziemlich unabhängig von Lessing (dessen dramatische Versuche er bekanntlich ablehnte).
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- je höher die Cultur eines Menschen steigt, um so mehr Gebiete entziehen sich dem Scherz, dem Spotte.
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- Die Wissenschaft giebt Dem, welcher in ihr arbeitet und sucht, viel Vergnügen, Dem, welcher ihre Ergebnisse lernt, sehr wenig.
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Drittens, weil wir uns durch eine noch so kleine neue Erkenntniss über Alle erhaben und uns als die Einzigen fühlen, welche hierin das Richtige wissen.
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- Die erotische Beziehung der Männer zu den Jünglingen war in einem, unserem Verständniss unzugänglichen Grade die nothwendige, einzige Voraussetzung aller männlichen Erziehung (ungefähr wie lange Zeit alle höhere Erziehung der Frauen bei uns erst durch die Liebschaft und Ehe herbeigeführt wurde), aller Idealismus der Kraft der griechischen Natur warf sich auf jenes Verhältniss, und wahrscheinlich sind junge Leute niemals wieder so aufmerksam, so liebevoll, so durchaus in Hinsicht auf ihr Bestes (virtus) behandelt worden, wie im sechsten und fünften Jahrhundert, - also gemäss dem schönen Spruche Hölderlin's "denn liebend giebt der Sterbliche vom Besten".
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Die wissenschaftlichen Naturen wissen dagegen, dass die Begabung, allerhand Einfälle zu haben, auf das strengste durch den Geist der Wissenschaft gezügelt werden müsse; nicht Das, was glänzt, scheint, erregt, sondern die oft unscheinbare Wahrheit ist die Frucht, welche er vom Baum der Erkenntniss zu schütteln wünscht.
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Verdruss am Wohlwollen Anderer.
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Mädchen schmeicheln sich mit der Vorstellung, dass es in ihrer Macht stehe, einen Mann glücklich zu machen; später lernen sie, dass es so viel heisst als: einen Mann geringschätzen, wenn man annimmt, dass es nur eines Mädchens bedürfe, um ihn glücklich zu machen.
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- Der, welcher eine fremde Sprache wenig spricht, hat mehr Freude daran, als Der, welcher sie gut spricht.
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Freilich gehört ein kräftigerer Blick und besserer Wille dazu, das Werdende und Unvollkommene zu fördern, als es in seiner Unvollkommenheit zu durchschauen und zu verleugnen.
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Ist man soweit, so macht der Verstand hinterdrein seine Restrictionen; jene Ueberschätzung, jenes zeitweilige Aushängen des kritischen Pendels war eben nur der Kunstgriff, die Seele einer Sache herauszulocken.
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Es giebt freilich auch eine ganz andere Gattung der Genialität, die der Gerechtigkeit; und ich kann mich durchaus nicht entschliessen, dieselbe niedriger zu schätzen, als irgend eine philosophische, politische oder künstlerische Genialität.
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