Beyond Good and Evil

By Friedrich Nietzsche

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ambitious and
insatiable, without equilibrium and enjoyment; all of them finally
shattering and sinking down at the Christian cross (and with right
and reason, for who of them would have been sufficiently profound and
sufficiently original for an ANTI-CHRISTIAN philosophy?);--on the
whole, a boldly daring, splendidly overbearing, high-flying, and
aloft-up-dragging class of higher men, who had first to teach their
century--and it is the century of the MASSES--the conception "higher
man."... Let the German friends of Richard Wagner advise together as to
whether there is anything purely German in the Wagnerian art, or whether
its distinction does not consist precisely in coming from SUPER-GERMAN
sources and impulses: in which connection it may not be underrated
how indispensable Paris was to the development of his type, which the
strength of his instincts made him long to visit at the most
decisive time--and how the whole style of his proceedings, of his
self-apostolate, could only perfect itself in sight of the French
socialistic original. On a more subtle comparison it will perhaps be
found, to the honour of Richard Wagner's German nature, that he has
acted in everything with more strength, daring, severity, and elevation
than a nineteenth-century Frenchman could have done--owing to the
circumstance that we Germans are as yet nearer to barbarism than the
French;--perhaps even the most remarkable creation of Richard Wagner is
not only at present, but for ever inaccessible, incomprehensible, and
inimitable to the whole latter-day Latin race: the figure of Siegfried,
that VERY FREE man, who is probably far too free, too hard, too
cheerful, too healthy, too ANTI-CATHOLIC for the taste of old and mellow
civilized nations. He may even have been a sin against Romanticism, this
anti-Latin Siegfried: well, Wagner atoned amply for this sin in his old
sad days, when--anticipating a taste which has meanwhile passed into
politics--he began, with the religious vehemence peculiar to him, to
preach, at least, THE WAY TO ROME, if not to walk therein.--That
these last words may not be misunderstood, I will call to my aid a few
powerful rhymes, which will even betray to less delicate ears what I
mean--what I mean COUNTER TO the "last Wagner" and his Parsifal music:--

--Is this our mode?--From German heart came this vexed ululating? From
German body, this self-lacerating? Is ours this priestly hand-dilation,
This incense-fuming exaltation? Is ours this faltering, falling,
shambling, This quite uncertain ding-dong-dangling? This sly
nun-ogling, Ave-hour-bell ringing, This wholly false enraptured
heaven-o'erspringing?--Is this our mode?--Think well!--ye still wait for
admission--For what ye hear is ROME--ROME'S FAITH BY INTUITION!



CHAPTER IX. WHAT IS NOBLE?


257. EVERY elevation of the type "man," has hitherto been the work of

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Text Comparison with Die Geburt der Tragödie: Versuch einer Selbstkritik

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Friedrich Nietzsche Die Geburt der Tragödie Versuch einer Selbstkritik.
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Vielleicht würde ich jetzt vorsichtiger und weniger beredt von einer so schweren psychologischen Frage reden, wie sie der Ursprung der Tragödie bei den Griechen ist.
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5.
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Hier kündigt sich, vielleicht zum ersten Male, ein Pessimismus "jenseits von Gut und Böse" an, hier kommt jene "Perversität der Gesinnung" zu Wort und Formel, gegen welche Schopenhauer nicht müde geworden ist, im Voraus seine zornigsten Flüche und Donnerkeile zu schleudern, - eine Philosophie, welche es wagt, die Moral selbst in die Welt der Erscheinung zu setzen, herabzusetzen und nicht nur unter die "Erscheinungen" (im Sinne des idealistischen terminus technicus), sondern unter die "Täuschungen", als Schein, Wahn, Irrthum, Ausdeutung, Zurechtmachung, Kunst.
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jetzigen deutschen Musik, als welche Romantik durch und durch ist und die ungriechischeste aller möglichen Kunstformen: überdies aber eine Nervenverderberin ersten Ranges, doppelt gefährlich, bei einem Volke, das den Trunk liebt und die Unklarheit als Tugend ehrt, nämlich in ihrer doppelten Eigenschaft als berauschendes und zugleich benebelndes Narkotikum.
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" Wie verhält sich zu dieser Volksweisheit die olympische Götterwelt? Wie die entzückungsreiche Vision des gefolterten Märtyrers zu seinen Peinigungen.
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Bis zu diesem Punkte ist des Weiteren ausgeführt worden, was ich am Eingange dieser Abhandlung bemerkte: wie das Dionysische und das Apollinische in immer neuen auf einander folgenden Geburten, und sich gegenseitig steigernd das hellenische Wesen beherrscht haben: wie aus dem "erzenen" Zeitalter, mit seinen Titanenkämpfen und seiner herben Volksphilosophie, sich unter dem Walten des apollinischen Schönheitstriebes die homerische Welt entwickelt, wie diese "naive" Herrlichkeit wieder von dem einbrechenden Strome des Dionysischen verschlungen wird, und wie dieser neuen Macht gegenüber sich das Apollinische zur.
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Wenn auf diese Weise die ältere hellenische Geschichte, im Kampf jener zwei feindseligen Principien, in vier grosse Kunststufen zerfällt: so sind wir jetzt gedrängt, weiter nach dem letzten Plane dieses Werdens und Treibens zu fragen, falls uns nicht etwa die letzterreichte Periode, die der dorischen Kunst, als die Spitze und Absicht jener Kunsttriebe gelten sollte: und hier bietet sich unseren Blicken das erhabene und hochgepriesene Kunstwerk der attischen Tragödie und des dramatischen Dithyrambus, als das gemeinsame Ziel beider Triebe, deren geheimnissvolles Ehebündniss, nach langem vorhergehenden Kampfe, sich in einem solchen Kinde - das zugleich Antigone und Kassandra ist - verherrlicht hat.
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Seine Subjectivität hat der Künstler bereits in dem dionysischen Prozess aufgegeben: das Bild, das ihm jetzt seine Einheit mit dem Herzen der Welt zeigt, ist eine Traumscene, die jenen Urwiderspruch und Urschmerz, sammt der Urlust des Scheines, versinnlicht.
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Fugen ist, wieder einzurichten.
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Die leidvollste Gestalt der griechischen Bühne, der unglückselige Oedipus, ist von Sophokles als der edle Mensch verstanden worden, der zum Irrthum und zum Elend trotz seiner Weisheit bestimmt ist, der aber am Ende durch sein ungeheures Leiden eine magische segensreiche Kraft um sich ausübt, die noch über sein Verscheiden hinaus wirksam ist.
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Bei dem heroischen Drange des Einzelnen ins Allgemeine, bei dem Versuche über den Bann der Individuation hinauszuschreiten und das eine Weltwesen selbst sein zu wollen, erleidet er an sich den in den Dingen verborgenen Urwiderspruch d.
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Umgekehrt ist es ja allerseits bekannt, wie Aeschylus und Sophokles Zeit ihres Lebens, ja weit über.
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Auch Euripides war in gewissem Sinne nur Maske: die Gottheit, die aus ihm redete, war nicht Dionysus, auch nicht Apollo, sondern ein ganz neugeborner Dämon, genannt Sokrates.
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Bevor dies erkannt werden konnte, bevor die innerste Abhängigkeit jeder Kunst von den Griechen, den Griechen von Homer bis auf Sokrates, überzeugend dargethan war, musste es uns mit diesen Griechen ergehen wie den Athenern mit Sokrates.
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Jenes Ringen des Geistes der Musik nach bildlicher und mythischer Offenbarung, welches von den Anfängen der Lyrik bis zur attischen Tragödie sich steigert, bricht plötzlich, nach eben erst errungener üppiger Entfaltung, ab und verschwindet gleichsam von der Oberfläche der hellenischen Kunst: während die aus diesem Ringen geborne dionysische Weltbetrachtung in den Mysterien weiterlebt und in den wunderbarsten Metamorphosen und Entartungen nicht aufhört, ernstere Naturen an sich zu ziehen Ob sie nicht aus ihrer mystischen Tiefe einst wieder als Kunst emporsteigen wird? Hier beschäftigt uns die Frage, ob die Macht, an deren Entgegenwirken die Tragödie sich brach, für alle Zeit genug Stärke hat, um das künstlerische Wiedererwachen der Tragödie und der tragischen Weltbetrachtung zu verhindern.
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jeder Religion, bereits überall gelähmt ist, und selbst auf diesem Bereich jener optimistische Geist zur Herrschaft gekommen ist, den wir als den Vernichtungskeim unserer Gesellschaft eben bezeichnet haben.
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Sondern nur an diejenigen habe ich mich zu wenden, die, unmittelbar verwandt mit der Musik, in ihr gleichsam ihren Mutterschooss haben und mit den Dingen fast nur durch unbewusste Musikrelationen in Verbindung stehen.
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So gewaltig auch das Mitleiden in uns hineingreift, in einem gewissen Sinne rettet uns doch das Mitleiden vor dem Urleiden der Welt, wie das Gleichnissbild des Mythus uns vor dem unmittelbaren Anschauen der höchsten Weltidee, wie der Gedanke und das Wort uns vor dem ungedämmten Ergusse des unbewussten Willens rettet.
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In diesen Strom des Zeitlosen aber tauchte sich eben so der Staat wie die Kunst, um in ihm vor der Last und der Gier des Augenblicks Ruhe zu finden.