Beyond Good and Evil

By Friedrich Nietzsche

Page 106

his longing for the elegant, the
amorous, the tripping, the tearful, and his belief in the South, can
still appeal to SOMETHING LEFT in us! Ah, some time or other it will be
over with it!--but who can doubt that it will be over still sooner with
the intelligence and taste for Beethoven! For he was only the last echo
of a break and transition in style, and NOT, like Mozart, the last echo
of a great European taste which had existed for centuries. Beethoven
is the intermediate event between an old mellow soul that is constantly
breaking down, and a future over-young soul that is always COMING;
there is spread over his music the twilight of eternal loss and eternal
extravagant hope,--the same light in which Europe was bathed when it
dreamed with Rousseau, when it danced round the Tree of Liberty of the
Revolution, and finally almost fell down in adoration before Napoleon.
But how rapidly does THIS very sentiment now pale, how difficult
nowadays is even the APPREHENSION of this sentiment, how strangely does
the language of Rousseau, Schiller, Shelley, and Byron sound to our ear,
in whom COLLECTIVELY the same fate of Europe was able to SPEAK, which
knew how to SING in Beethoven!--Whatever German music came afterwards,
belongs to Romanticism, that is to say, to a movement which,
historically considered, was still shorter, more fleeting, and more
superficial than that great interlude, the transition of Europe from
Rousseau to Napoleon, and to the rise of democracy. Weber--but what do
WE care nowadays for "Freischutz" and "Oberon"! Or Marschner's "Hans
Heiling" and "Vampyre"! Or even Wagner's "Tannhauser"! That is extinct,
although not yet forgotten music. This whole music of Romanticism,
besides, was not noble enough, was not musical enough, to maintain its
position anywhere but in the theatre and before the masses; from the
beginning it was second-rate music, which was little thought of by
genuine musicians. It was different with Felix Mendelssohn, that halcyon
master, who, on account of his lighter, purer, happier soul, quickly
acquired admiration, and was equally quickly forgotten: as the beautiful
EPISODE of German music. But with regard to Robert Schumann, who took
things seriously, and has been taken seriously from the first--he
was the last that founded a school,--do we not now regard it as a
satisfaction, a relief, a deliverance, that this very Romanticism
of Schumann's has been surmounted? Schumann, fleeing into the "Saxon
Switzerland" of his soul, with a half Werther-like, half Jean-Paul-like
nature (assuredly not like Beethoven! assuredly not like Byron!)--his
MANFRED music is a mistake and a misunderstanding to the extent of
injustice; Schumann, with

Last Page Next Page

Text Comparison with Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen

Page 2
Dazu muss ich in die Tiefe steigen: wie du des Abends thust, wenn du hinter das Meer gehst und noch der Unterwelt Licht bringst, du überreiches Gestirn! Ich muss, gleich dir, _untergehen_, wie die Menschen es nennen, zu denen ich hinab will.
Page 10
Ein Licht gieng mir auf: nicht zum Volke rede Zarathustra, sondern zu Gefährten! Nicht soll Zarathustra einer Heerde Hirt und Hund werden! Viele wegzulocken von der Heerde - dazu kam ich.
Page 15
Eines leidenden und zerquälten Gottes Werk schien mir da die Welt.
Page 18
Ein ungewusster Neid ist im scheelen Blick eurer Verachtung.
Page 23
Aber bei meiner Liebe und Hoffnung beschwöre ich dich: wirf den Helden in deiner Seele nicht weg! Halte heilig deine höchste Hoffnung! - Also sprach Zarathustra.
Page 27
Seht mir doch diese Überflüssigen! Reichthümer erwerben sie und werden ärmer damit.
Page 44
Das sei seine beste Hülfe, dass er Den mit Augen sehe, der sich selber heil macht.
Page 53
Aber je mehr sie sinken, um so glühender leuchtet ihr Auge und die Begierde nach ihrem Gotte.
Page 63
- Oh ihr, meiner Jugend Gesichte und Erscheinungen! Oh, ihr Blicke der Liebe alle, ihr göttlichen Augenblicke! Wie starbt ihr mir so schnell! Ich gedenke eurer heute wie meiner Todten.
Page 64
- Von der Selbst-Überwindung "Wille zur Wahrheit" heisst ihr's, ihr Weisesten, was euch treibt und brünstig macht? Wille zur Denkbarkeit alles Seienden: also heisse _ich_ euren Willen! Alles Seiende wollt ihr erst denkbar _machen_: denn ihr zweifelt mit gutem Misstrauen, ob es schon denkbar ist.
Page 110
Wollust: nur dem Welken ein süsslich Gift, für die Löwen-Willigen aber die grosse Herzstärkung, und der ehrfürchtig geschonte Wein der Weine.
Page 114
Allgenügsamkeit, die Alles zu schmecken weiss: das ist nicht der beste Geschmack! Ich ehre die widerspänstigen wählerischen Zungen und Mägen, welche "Ich" und "Ja" und "Nein" sagen lernten.
Page 115
Eine alte müde Sache dünkte ihnen alles Reden von Tugend; und wer gut schlafen wollte, der sprach vor Schlafengehen noch von "Gut" und "Böse".
Page 116
- - Der Sonne gleich will auch Zarathustra untergehn: nun sitzt er hier und wartet, alte zerbrochne Tafeln um sich und auch neue Tafeln, - halbbeschriebene.
Page 120
Und wer immer "Stroh drischt", wie sollte der auf das Dreschen lästern dürfen! Solchem Narren müsste man doch das Maul verbinden! Solche setzen sich zu Tisch und bringen Nichts mit, selbst den guten Hunger nicht: - und nun lästern sie "Alles ist eitel!" Aber gut essen und trinken, oh meine Brüder, ist wahrlich keine eitle Kunst! Zerbrecht, zerbrecht mir die Tafeln der Nimmer-Frohen! 14.
Page 133
dich Nahe, ich liebe dich Ferne; deine Flucht lockt mich, dein Suchen stockt mich: - ich leide, aber was litt ich um dich nicht gerne! Deren Kälte zündet, deren Hass verführt, deren Flucht bindet, deren Spott - rührt: - wer hasste dich nicht, dich grosse Binderin, Umwinderin, Versucherin, Sucherin, Finderin! Wer liebte dich nicht, dich unschuldige, ungeduldige, windseilige, kindsäugige Sünderin! Wohin ziehst du mich jetzt, du Ausbund und Unband? Und jetzt fliehst du mich wieder, du süsser Wildfang und Undank! Ich tanze dir nach, ich folge dir auch auf geringer Spur.
Page 154
"Welche guten Dinge, sprach er, schenkte mir doch dieser Tag, zum Entgelt, dass er schlimm begann! Welche seltsamen Unterredner fand ich! An deren Worten will ich lange nun kauen gleich als an guten Körnern; klein soll mein Zahn sie mahlen und malmen, bis sie mir wie Milch in die Seele fliessen!" - - Als aber der Weg wieder um einen Felsen bog, veränderte sich mit Einem Male die Landschaft, und Zarathustra trat in ein Reich des Todes.
Page 166
Du erniedrigtest dich vor uns; fast thatest du unserer Ehrfurcht wehe -: - wer aber vermochte gleich dir sich mit solchem Stolze zu erniedrigen? _Das_ richtet uns selber auf, ein Labsal ist es unsern Augen und Herzen.
Page 170
Vor dem Pöbel aber wollen wir nicht gleich sein.
Page 183
Und wieder kam da das Geschrei und Gelächter der höheren Menschen aus der Höhle: da begann er von Neuem.