Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen

By Friedrich Nietzsche

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stumm wurden, wenn du zu ihnen
tratest, und wie ihre Kraft von ihnen gieng wie der Rauch von einem
erlöschenden Feuer?

Ja, mein Freund, das böse Gewissen bist du deinen Nächsten: denn sie
sind deiner unwerth. Also hassen sie dich und möchten gerne an deinem
Blute saugen.

Deine Nächsten werden immer giftige Fliegen sein; Das, was gross
an dir ist, - das selber muss sie giftiger machen und immer
fliegenhafter.

Fliehe, mein Freund, in deine Einsamkeit und dorthin, wo eine rauhe,
starke Luft weht. Nicht ist es dein Loos, Fliegenwedel zu sein. -

Also sprach Zarathustra.



Von der Keuschheit

Ich liebe den Wald. In den Städten ist schlecht zu leben: da giebt es
zu Viele der Brünstigen.

Ist es nicht besser, in die Hände eines Mörders zu gerathen, als in
die Träume eines brünstigen Weibes?

Und seht mir doch diese Männer an: ihr Auge sagt es - sie wissen
nichts Besseres auf Erden, als bei einem Weibe zu liegen.

Schlamm ist auf dem Grunde ihrer Seele; und wehe, wenn ihr Schlamm gar
noch Geist hat!

Dass ihr doch wenigstens als Thiere vollkommen wäret! Aber zum Thiere
gehört die Unschuld.

Rathe ich euch, eure Sinne zu tödten? Ich rathe euch zur Unschuld der
Sinne.

Rathe ich euch zur Keuschheit? Die Keuschheit ist bei Einigen eine
Tugend, aber bei Vielen beinahe ein Laster.

Diese enthalten sich wohl: aber die Hündin Sinnlichkeit blickt mit
Neid aus Allem, was sie thun.

Noch in die Höhen ihrer Tugend und bis in den kalten Geist hinein
folgt ihnen diess Gethier und sein Unfrieden.

Und wie artig weiss die Hündin Sinnlichkeit um ein Stück Geist zu
betteln, wenn ihr ein Stuck Fleisch versagt wird!

Ihr liebt Trauerspiele und Alles, was das Herz zerbricht? Aber ich bin
misstrauisch gegen eure Hündin.

Ihr habt mir zu grausame Augen und blickt lüstern nach Leidenden. Hat
sich nicht nur eure Wollust verkleidet und heisst sich Mitleiden?

Und auch diess Gleichniss gebe ich euch: nicht Wenige, die ihren
Teufel austreiben wollten, fuhren dabei selber in die Säue.

Wem die Keuschheit schwer fällt, dem ist sie zu widerrathen: dass sie
nicht der Weg zur Hölle werde - das ist zu Schlamm und Brunst der
Seele.

Rede ich von schmutzigen Dingen? Das ist mir nicht das Schlimmste.

Nicht, wenn die Wahrheit schmutzig ist, sondern wenn sie seicht ist,
steigt der Erkennende ungern in ihr Wasser.

Wahrlich, es giebt Keusche von Grund aus: sie sind milder von Herzen,
sie lachen lieber und reichlicher als ihr.

Sie lachen auch über die Keuschheit und fragen: "was ist Keuschheit!

Ist Keuschheit nicht Thorheit? Aber diese Thorheit kam zu uns und
nicht wir zur ihr.

Wir boten diesem Gaste Herberge und Herz: nun wohnt er bei uns, - mag
er

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Text Comparison with Dityrambeja

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Pois katsojajoukot, pois aseita, kalpoja kantavat joukot, nyt sankarit sotia käyvät! Säilittä sotivat, kalvoitta kamppailevat, ei paisu julmina käsien jänteet, vihan vasamat silmissä yksin säihkyy, lyö aivoissa säkenöivät salamat oudot, yö synkkänä yllä ja alla lepää.
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MUSTAT NAAMIAISET.
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Ei huudoilla hallita ikuista Roomaa! Ylhäinen, äänetön sankarirotu, min jänteissä vangittu, vellova voima mykkänä piilee, mut iskee kuin öinen synkeä pilvi, kun taistelun hetki korkea koittaa, ylhäinen, ankara, äänetön heimo on valtias Rooman, ei räyhäävä rahvas! Pyhä Rooma on herjattu, plebeijilauma alhainen, pöyhkeä valtaan on päässyt.
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Arpa langennut on, rikos ihanin tehty, mi.
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(Maaliskuun iduspäivänä.
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Syksy saapuu.
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