Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen

By Friedrich Nietzsche

Page 166

und schwiegen
ehrfürchtig; der König zur Rechten aber antwortete ihm in ihrem Namen.

"Daran, oh Zarathustra, wie du uns Hand und Gruss botest, erkennen wir
dich als Zarathustra. Du erniedrigtest dich vor uns; fast thatest du
unserer Ehrfurcht wehe -:

- wer aber vermochte gleich dir sich mit solchem Stolze zu
erniedrigen? _Das_ richtet uns selber auf, ein Labsal ist es unsern
Augen und Herzen.

Diess allein nur zu schaun, stiegen gern wir auf höhere Berge, als
dieser Berg ist. Als Schaulustige nämlich kamen wir, wir wollten sehn,
was trübe Augen hell macht.

Und siehe, schon ist es vorbei mit allem unsern Nothschrein. Schon
steht Sinn und Herz uns offen und ist entzückt. Wenig fehlt: und unser
Muth wird muthwillig.

Nichts, oh Zarathustra, wächst Erfreulicheres auf Erden, als ein hoher
starker Wille: der ist ihr schönstes Gewächs. Eine ganze Landschaft
erquickt sich an Einem solchen Baume.

Der Pinie vergleiche ich, wer gleich dir, oh Zarathustra, aufwächst:
lang, schweigend, hart, allein, besten biegsamsten Holzes, herrlich, -

- zuletzt aber hinausgreifend mit starken grünen Ästen nach _seiner_
Herrschaft, starke Fragen fragend vor Winden und Wettern und was immer
auf Höhen heimisch ist,

- stärker antwortend, ein Befehlender, ein Siegreicher: oh wer sollte
nicht, solche Gewächse zu schaun, auf hohe Berge steigen?

Deines Baumes hier, oh Zarathustra, erlabt sich auch der Düstere, der
Missrathene, an deinem Anblicke wird auch der Unstäte sicher und heilt
sein Herz.

Und wahrlich, zu deinem Berge und Baume richten sich heute viele
Augen; eine grosse Sehnsucht hat sich aufgemacht, und Manche lernten
fragen: wer ist Zarathustra?

Und wem du jemals dein Lied und deinen Honig in's Ohr geträufelt: alle
die Versteckten, die Einsiedler, die Zweisiedler sprachen mit Einem
Male zu ihrem Herzen:

`Lebt Zarathustra noch? Es lohnt sich nicht mehr zu leben, Alles ist
gleich, Alles ist umsonst: oder - wir müssen mit Zarathustra leben!`

`Warum kommt er nicht, der sich so lange ankündigte? also fragen
Viele; verschlang ihn die Einsamkeit? Oder sollen wir wohl zu ihm
kommen?`

Nun geschieht's, dass die Einsamkeit selber mürbe wird und zerbricht,
einem Grabe gleich, das zerbricht und seine Todten nicht mehr halten
kann. Überall sieht man Auferstandene.

Nun steigen und steigen die Wellen um deinen Berg, oh Zarathustra. Und
wie hoch auch deine Höhe ist, Viele müssen zu dir hinauf; dein Nachen
soll nicht lange mehr im Trocknen sitzen.

Und dass wir Verzweifelnde jetzt in deine Höhle kamen und schon nicht
mehr verzweifeln: ein Wahr- und Vorzeichen ist es nur, davon, dass
Bessere zu dir unterwegs sind, -

- denn er selber ist zu dir unterwegs, der letzte Rest Gottes unter
Menschen, das ist: alle die Menschen der grossen Sehnsucht, des
grossen Ekels, des grossen Überdrusses,

- Alle, die nicht leben

Last Page Next Page

Text Comparison with The Case of Wagner Complete Works, Volume 8

Page 10
.
Page 16
.
Page 18
And in Saint Petersburg! Where things are divined, which even Paris has no idea of.
Page 20
And this is the definition of passion.
Page 23
.
Page 31
_ FRIEDRICH NIETZSCHE.
Page 32
.
Page 45
.
Page 46
.
Page 48
.
Page 50
.
Page 51
For the corruption, the ruination of higher men, is in fact the rule: it is terrible to have such a rule always before our eyes.
Page 65
And, in particular, he does not know to what extent, in view of the knowledge he may actually possess, he is fitted to be a teacher.
Page 73
From ignorance of all non-classical antiquity.
Page 74
In any case this antiquity has been very differently valued; and our appreciation of the philologists has constantly been guided by it.
Page 79
I am merely what they have made me.
Page 95
This remark applies also to Greek history: so far we do not possess any.
Page 99
In addition to this, a more gentle spirit has become widespread, thanks to the period of illumination which has weakened mankind--but this weakness, when turned into morality, leads to good results and honours us.
Page 101
Imitation, however, is merely an artistic phenomenon, _i.
Page 102
174 The main standpoints from which to consider the importance of antiquity: 1.