Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen

By Friedrich Nietzsche

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Friedrich Nietzsche

Also sprach Zarathustra

Ein Buch für Alle und Keinen




Inhaltsverzeichnis

Erster Theil
...

Page 1

... Die stillste Stunde
Dritter Theil
Der Wanderer
...

Page 2

...ich bedarf der Hände, die sich
ausstrecken.

Ich möchte verschenken und austheilen, bis die Weisen unter den
Menschen...

Page 3

...in ihren Betten einen Mann gehen hören, lange bevor die
Sonne aufsteht, so fragen sie sich...

Page 4

...An der Erde zu freveln ist jetzt das
Furchtbarste und die Eingeweide des Unerforschlichen höher zu...

Page 5

...ist ein Seil, geknüpft zwischen Thier und Übermensch, - ein
Seil über einem Abgrunde.

Ein gefährliches Hinüber,...

Page 6

...der freien Geistes und freien Herzes ist: so ist sein
Kopf nur das Eingeweide seines Herzens,...

Page 7

...wenig Gift ab und zu: das macht angenehme Träume. Und viel Gift
zuletzt, zu einem angenehmen...

Page 8

...das Erschreckliche, das jeden Mund stumm und jedes
Auge starr machte: - er stiess ein Geschrei...

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...Komm, du
kalter und steifer Gefährte! Ich trage dich dorthin, wo ich dich mit
meinen Händen begrabe.


8.

Als...

Page 10

...und bot Zarathustra Brod
und Wein. "Eine böse Gegend ist's für Hungernde, sagte er; darum wohne
ich...

Page 11

...Aber ihm fehlen die hundert Sicheln: so rauft er
Ähren aus und ist ärgerlich.

Gefährten sucht der...

Page 12

...seine
Stärke.

Was ist schwer? so fragt der tragsame Geist, so kniet er nieder, dem
Kameele gleich, und...

Page 13

...Willkür auch noch im Heiligsten finden, dass er sich Freiheit
raube von seiner Liebe: des Löwen...

Page 14

...Was kann ich dafür, dass die Macht gerne auf
krummen Beinen Wandelt?

Der soll mir immer der...

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...stehen sie noch: da liegen sie schon.

Selig sind diese Schläfrigen: denn sie sollen bald einnicken....

Page 16

...noch am
redlichsten von seinem Sein, dieses schaffende, wollende, werthende
Ich, welches das Maass und der Werth...

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...reiner der gesunde Leib, der vollkommne und
rechtwinklige: und er redet vom Sinn der Erde.

Also sprach...

Page 18

...als eine Hand
seines Willens.

Noch in eurer Thorheit und Verachtung, ihr Verächter des Leibes, dient
ihr eurem...

Page 19

...Kuh Trübsal
melktest du, - nun trinkst du die süsse Milch ihres Euters.

Und nichts Böses wächst...

Page 20

...Bild ertrug er nicht, als sie
gethan war.

Immer sah er sich nun als Einer That Thäter....

Page 21

...ich nur Das, was Einer mit seinem Blute
schreibt. Schreibe mit Blut: und du wirst erfahren,...

Page 22

...lasst uns den
Geist der Schwere tödten!

Ich habe gehen gelernt: seitdem lasse ich mich laufen. Ich...

Page 23

...Sitze
der Wolken zu nahe: er wartet wohl auf den ersten Blitz?

Als Zarathustra diess gesagt hatte,...

Page 24

...Todes: und die Erde ist voll von Solchen, denen
Abkehr gepredigt werden muss vom Leben.

Voll ist...

Page 25

...Predigt
des Todes?

Ihr Alle, denen die wilde Arbeit lieb ist und das Schnelle, Neue,
Fremde, - ihr...

Page 26

...Ihr schämt euch eurer Fluth, und Andre
schämen sich ihrer Ebbe.

Ihr seid hässlich? Nun wohlan, meine...

Page 27

...Predigern des Todes!

Viel zu Viele werden geboren: für die Überflüssigen ward der Staat
erfunden!

Seht mir doch,...

Page 28

...Seelen auch jetzt noch die Erde. Leer sind noch
viele Sitze für Einsame und Zweisame, um...

Page 29

...warten,
bis sie wissen, _was_ in ihre Tiefe fiel.

Abseits vom Markte und Ruhme begiebt sich alles...

Page 30

...stumm wurden, wenn du zu ihnen
tratest, und wie ihre Kraft von ihnen gieng wie der...

Page 31

...bleiben, wie lange er will!"

Also sprach Zarathustra.



Vom Freunde

"Einer ist immer zu viel um mich" -...

Page 32

...du reine Luft und Einsamkeit und Brod und Arznei deinem Freunde?
Mancher kann seine eignen Ketten...

Page 33

...lieb und schwer, aus dem mein Name kommt - der
Name, welcher mir zugleich lieb und...

Page 34

...vor euch selber und möchtet euch daraus eine
Tugend machen: aber ich durchschaue euer "Selbstloses".

Das Du...

Page 35

...Brüder, zur Nächstenliebe rathe ich euch nicht: ich rathe euch
zur Fernsten-Liebe.

Also sprach Zarathustra.



Vom Wege des...

Page 36

...sie dir hart an.
Du kamst ihnen nahe und giengst doch vorüber: das verzeihen sie dir
niemals.

Du...

Page 37

...und wenn ich ihr nicht
den Mund halte, so schreit sie überlaut.

Als ich heute allein meines...

Page 38

...seichten Gewässer.

Des Mannes Gemüth aber ist tief, sein Strom rauscht in unterirdischen
Höhlen: das Weib ahnt...

Page 39

...dazu sein.

Ich mag eure kalte Gerechtigkeit nicht; und aus dem Auge eurer Richter
blickt mir immer...

Page 40

...der heranhinkt, zu segnen, was er
nicht zusammenfügte!

Lacht mir nicht über solche Ehen! Welches Kind hätte...

Page 41

...Sterbender nicht der Lebenden Schwüre weihte!

Also zu sterben ist das Beste; das Zweite aber ist:...

Page 42

...früh; er selber hätte seine
Lehre widerrufen, wäre er bis zu meinem Alter gekommen! Edel genug...

Page 43

...Verschenken-Wollen.

Ihr zwingt alle Dinge zu euch und in euch, dass sie aus eurem Borne
zurückströmen sollen...

Page 44

...mit der Macht eurer Tugend!
Eure schenkende Liebe und eure Erkenntniss diene dem Sinn der Erde!
Also...

Page 45

...man immer nur der Schüler
bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen?

Ihr verehrt...

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...eines Teufels
Fratze und Hohnlachen.

Wahrlich, allzugut verstehe ich des Traumes Zeichen und Mahnung: meine
_Lehre_ ist in...

Page 47

...ich Hagelschauer in die Tiefe werfen.

Gewaltig wird sich da meine Brust heben, gewaltig wird sie...

Page 48

...dieser
Muthmaassung, ohne zu sterben? Soll dem Schaffenden sein Glaube
genommen sein und dem Adler sein Schweben...

Page 49

...wie unter Thieren?"

Aber so ist es besser geredet: "der Erkennende wandelt unter Menschen
_als_ unter Thieren."

Der...

Page 50

...er kriecht und duckt
sich und will nirgendswo sein - bis der ganze Leib morsch und...

Page 51

...seinem Schmerze gerungen, da hub er also
an zu reden:

Es jammert mich dieser Priester. Sie gehen...

Page 52

...Steg gäbe! Wahrlich, auch diese Hirten
gehörten noch zu den Schafen!

Kleine Geister und umfängliche Seelen hatten...

Page 53

...wird es
nicht mehr unterwegs sein?

Also ist das Licht eurer Tugend noch unterwegs, auch wenn das...

Page 54

...erbaut und aufgerichtet sein und heissen es Tugend;
und Andre wollen umgeworfen sein - und heissen...

Page 55

...Leben auch das Gesindel _nöthig_?

Sind vergiftete Brunnen nöthig und stinkende Feuer und beschmutzte
Träume und Maden...

Page 56

...Winde.

Und einem Winde gleich will ich einst noch zwischen sie blasen und mit
meinem Geiste ihrem...

Page 57

...strafen, mächtig ist!

Das ist Volk schlechter Art und Abkunft; aus ihren Gesichtern blickt
der Henker und...

Page 58

...biss mich selber die Tarantel, meine alte Feindin! Göttlich
sicher und schön biss sie mich in...

Page 59

...aber in den Städten wohnen die gutgefütterten,
berühmten Weisen, - die Zugthiere.

Immer nämlich ziehen sie, als...

Page 60

...berühmten Weisen, - wie _könntet_ ihr
mit mir gehn! -

Also sprach Zarathustra.



Das Nachtlied

Nacht ist es: nun...

Page 61

...ihr Nächtigen, die ihr Wärme
schafft aus Leuchtendem! Oh, ihr erst trinkt euch Milch und Labsal...

Page 62

...`die
Ewige`, `die Geheimnissvolle.` -

Doch ihr Männer beschenkt uns stets mit den eignen Tugenden - ach,...

Page 63

...Meer. -

Oh ihr, meiner Jugend Gesichte und Erscheinungen! Oh, ihr Blicke der
Liebe alle, ihr göttlichen...

Page 64

...widriges. Ach, wohin floh da meine
zärtliche Begierde?

Allem Ekel gelobte ich einst zu entsagen: da verwandeltet...

Page 65

...ganzer Wille, ihr Weisesten, als ein Wille zur Macht; und
auch wenn ihr vom Guten und...

Page 66

...dieser Lust allein mag es
nicht entrathen.

Und wie das Kleinere sich dem Grösseren hingiebt, dass es...

Page 67

...Güte: diese aber ist die
schöpferische. -

Reden wir nur davon, ihr Weisesten, ob es gleich schlimm...

Page 68

...verlernen: ein Gehobener soll
er mir sein und nicht nur ein Erhabener: - der Äther selber...

Page 69

...Gesicht ist! Wer könnte euch -
_erkennen_!

Vollgeschrieben mit den Zeichen der Vergangenheit, und auch diese
Zeichen überpinselt...

Page 70

...kommen. - Ach, wohin
soll ich nun noch steigen mit meiner Sehnsucht! Von allen Bergen
schaue ich...

Page 71

...ihnen da liegen darf wie
ein Spiegel mit hundert Augen." -

Oh, ihr empfindsamen Heuchler, ihr Lüsternen!...

Page 72

...gesaugt _will_ es sein vom Durste der Sonne; Luft _will_
es werden und Höhe und Fusspfad...

Page 73

...in kleinen Schlauheiten warten sie auf Solche,
deren Wissen auf lahmen Füssen geht, - gleich Spinnen...

Page 74

...Dichtern hätte nicht seinen Wein verfälscht?
Manch giftiger Mischmasch geschah in unsern Kellern, manches
Unbeschreibliche ward da...

Page 75

...ihnen: um so ähnlicher sind sie selber
harten Schalthieren. Und statt der Seele fand ich oft...

Page 76

...jünger lachten zwar
ob dieses Geredes; und einer von ihnen sagte sogar: "eher glaube ich
noch, dass...

Page 77

...umstürzen! Dass ihr wieder zum
Leben kommt, und zu euch - die Tugend! -

Also redete ich...

Page 78

...leer, Alles
ist gleich, Alles war!`

Und von allen Hügeln klang es wieder: `Alles ist leer, Alles...

Page 79

...lief der Ton durch die langen
Gänge, wenn sich des Thores Flügel hoben: unhold schrie dieser...

Page 80

...lasse und zu ihnen
zurückkehre. Zarathustra aber sass aufgerichtet auf seinem Lager, und
mit fremdem Blicke. Gleichwie...

Page 81

...Auge, oder ein grosses Maul oder ein grosser Bauch oder irgend
etwas Grosses, - umgekehrte Krüppel...

Page 82

...und der Erlöser des Zufalls wäre!

Die Vergangnen zu erlösen und alles `Es war` umzuschauen in...

Page 83

...Wille endlich sich selber erlöste und Wollen zu
Nicht-Wollen würde -`: doch ihr kennt, meine Brüder,...

Page 84

...meine erste Menschen-Klugheit, dass ich mich betrügen lasse,
um nicht auf der Hut zu sein vor...

Page 85

...der Über-Drache,
der seiner würdig ist: dazu muss viel heisse Sonne noch auf feuchten
Urwald glühen!

Aus euren...

Page 86

...es,
aber ich will es nicht reden!`

Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir: `Du _willst_...

Page 87

...zitterte. Endlich aber sagte ich, was
ich zuerst sagte: `Ich will nicht.`

Da geschah ein Lachen um...

Page 88

...Zufälle.

Und noch Eins weiss ich: ich stehe jetzt vor meinem letzten Gipfel und
vor dem, was...

Page 89

...mein Schicksal: Wohlan! Ich bin
bereit.

Woher kommen die höchsten Berge? so fragte ich einst. Da lernte...

Page 90

...im Zuhören die eigne Zunge gelöst,
und das Eis seines Herzens brach: - da begann er...

Page 91

...sieht er auch in das Leiden.

Muth aber ist der beste Todtschläger, Muth, der angreift: der...

Page 92

...einen Hund so heulen? Mein Gedanke lief zurück. Ja!
Als ich Kind war, in fernster Kindheit:

-...

Page 93

...die nimmer stille
wird.

Meine Sehnsucht nach diesem Lachen frisst an mir: oh wie ertrage ich
noch zu...

Page 94

...meinen Willen auf
meine Tafeln schreibt: zu aller Dinge vollerer Vollendung.

Und um seinetwillen und seines Gleichen...

Page 95

...Lächeln misstraut.

Wie er die Geliebteste vor sich her stösst, zärtlich noch in seiner
Härte, der Eifersüchtige...

Page 96

...Raub-Katzen:
sie nehmen dir und mir, was uns gemein ist, - das ungeheure
unbegrenzte Ja- und Amen-sagen.

Diesen...

Page 97

...Hoher! Das ist mir nun deine Reinheit,
dass es keine ewige Vernunft-Spinne und -Spinnennetze giebt: -

-...

Page 98

...dünkt mich eine Weisheit für Igel.

Sie reden Alle von mir, wenn sie Abends um's Feuer...

Page 99

...- und wehe, wenn der erste Herr _nur_ der erste
Diener ist!

Ach, auch in ihre Heucheleien...

Page 100

...ist, heisse ich ihn
willkommen, als _meine_ Speise.

Und wahrlich, mancher Zufall kam herrisch zu mir: aber...

Page 101

...Gedanken laufe ich dorthin, wo der Wind
stille steht, - zum Sonnen-Winkel meines Ölbergs.

Da lache ich...

Page 102

...der verschleierte sein Antlitz und trübte
sein Wasser, dass Niemand ihm hindurch und hinunter sehe.

Aber zu...

Page 103

...borgte wohl auch gerne vom Schatze seiner Weisheit. Der Narr aber
redete also zu Zarathustra:

"Oh Zarathustra,...

Page 104

...zusammenschwärt: -

- speie auf die grosse Stadt und kehre um!" - -

Hier aber unterbrach Zarathustra...

Page 105

...Weisheit: - da besann er sich. Eben sah
ich ihn krumm - zum Kreuze kriechen.

Um Licht...

Page 106

...jetzt wieder aufgestellt! Und wo ich einen Vorhang aufhebe, da
kommt ein Nachtfalterchen herausgestürzt.

Hockte es da...

Page 107

...Göttern gieng es ja lange schon zu Ende: - und wahrlich,
ein gutes fröhliches Götter-Ende hatten...

Page 108

...und ausschenkend:

- bis du endlich durstig allein unter Trunkenen sassest und nächtlich
klagtest `ist Nehmen nicht...

Page 109

...gern mir zuredend "du Narr, du kennst die Menschen
nicht!"

Man verlernt die Menschen, wenn man unter...

Page 110

...so bot sich mir die Welt: -

- als ob ein Baum mir winke, ein breitästiger,...

Page 111

...mir nicht in meine Gärten die Schweine und
Schwärmer brechen! -

Herrschsucht: die Glüh-Geissel der härtesten Herzensharten;...

Page 112

...sich wehren will,
wer giftigen Speichel und böse Blicke hinunterschluckt, der
All-zu-Geduldige, Alles-Dulder, Allgenügsame: das nämlich ist...

Page 113

...schwer in schwere Erde: also der Mensch, der
noch nicht fliegen kann.

Schwer heisst ihm Erde und...

Page 114

...und Böses: damit hat er den Maulwurf und Zwerg stumm gemacht,
welcher spricht "Allen gut, Allen...

Page 115

...solches Fragen! Das aber - ist mein
Geschmack:

- kein guter, kein schlechter, aber _mein_ Geschmack, dessen...

Page 116

...ich noch Dichter sein
muss! -

Wo alles Werden mich Götter-Tanz und Götter-Muthwillen dünkte, und die
Welt los-...

Page 117

...Mensch ist Etwas, das überwunden werden muss.

Es giebt vielerlei Weg und Weise der Überwindung.- da...

Page 118

...Geländer über den Fluss
springen: wahrlich, da findet Keiner Glauben, der da spricht: "Alles
ist im Fluss."

Sondern...

Page 119

...- wer vom
Pöbel ist, dessen Gedenken geht zurück bis zum Grossvater, - mit dem
Grossvater aber...

Page 120

...der Weisheit.

Und wer immer "Stroh drischt", wie sollte der auf das Dreschen lästern
dürfen! Solchem Narren...

Page 121

...verdorbener Magen ist nämlich ihr Geist: _der_ räth zum Tode!
Denn wahrlich, meine Brüder, der Geist...

Page 122

...Müdigkeit gähnt er Weg und Erde und Ziel und sich selber an:
keinen Schritt will er...

Page 123

...ihr die Wollust, die Steine in steile Tiefen rollt? - Diese
Menschen von heute: seht sie...

Page 124

...uns der Tag, wo nicht Ein Mal getanzt wurde! Und
falsch heisse uns jede Wahrheit, bei...

Page 125

...einmal in's Herz,
der da sprach: "es sind die Pharisäer." Aber man verstand ihn nicht.

Die Guten...

Page 126

...ihr einst mit mir - schaffen?

Die Schaffenden nämlich sind hart. Und Seligkeit muss es euch...

Page 127

...des Lebens, der Fürsprecher
des Leidens, der Fürsprecher des Kreises - dich rufe ich, meinen
abgründlichsten Gedanken!

Heil...

Page 128

...Mensch über alle Dinge.

Wie lieblich ist alles Reden und alle Lüge der Töne! Mit Tönen...

Page 129

...weiss: der
Mensch ist böse, - sondern ich schrie, wie noch Niemand geschrien hat:

"Ach dass sein...

Page 130

...- wie sollte diess
grosse Schicksal nicht auch deine grösste Gefahr und Krankheit sein!

Siehe, wir wissen,...

Page 131

...kleine Scham und die Winkel-Tugend von
dir ab und überredete dich, nackt vor den Augen der...

Page 132

...will: und
doch sehnt sich, oh meine Seele, dein Lächeln nach Thränen und dein
zitternder Mund nach...

Page 133

...dich Nahe, ich liebe dich Ferne; deine Flucht lockt mich,
dein Suchen stockt mich: - ich...

Page 134

...sich nicht von Grund aus liebt?

Und dass ich dir gut bin und oft zu gut,...

Page 135

...zwei Meeren wandelt, -

zwischen Vergangenem und Zukünftigem als schwere Wolke wandelt, -
schwülen Niederungen feind und...

Page 136

...dass alle Dinge im Mischkruge gut sich mischen: -

- denn es giebt ein Salz, das...

Page 137

...denn dieses
Weib, das ich lieb: denn ich liebe dich, oh Ewigkeit!

Denn ich liebe dich, oh...

Page 138

...Honig-Opfer bringen." -

Als Zarathustra aber oben auf der Höhe war, sandte er die Thiere heim,
die...

Page 139

...ich hier oben will und treibe: besser noch
Diess, als dass ich da unten feierlich würde...

Page 140

...und als ihm Zarathustra
in die Augen blickte, wurde sein Herz abermals erschreckt: so viel
schlimme Verkündigungen...

Page 141

...die Angst Zarathustra's,
sondern horchte und horchte nach der Tiefe zu. Als es jedoch lange
Zeit dort...

Page 142

...meinen Liedern als mein Tanzbär tanzen.

Du glaubst nicht daran? Du schüttelst den Kopf? Wohlan! Wohlauf!...

Page 143

...Krämer-Gestank, dem Ehrgeiz-Gezappel, dem
üblen Athem -: pfui, unter dem Gesindel leben,

- pfui, unter dem Gesindel...

Page 144

...wir
auszogen, dich zu sehn!

Deine Feinde nämlich zeigten uns dein Bild in ihrem Spiegel: da
blicktest du...

Page 145

...Beide auffahren, sich anfahren, Todfeinden gleich, diese zwei
zu Tod Erschrockenen: also ergieng es uns.

Und doch!...

Page 146

...Vieles halb wissen! Lieber ein Narr sein auf
eigne Faust, als ein Weiser nach fremdem Gutdünken!...

Page 147

...zu seinem Herzen, Der
dort muss wohl der höhere Mensch sein, von ihm kam jener schlimme
Nothschrei,...

Page 148

...in meine heimlichsten
Gedanken einsteigen?
Schamloser! Unbekannter - Dieb!
...

Page 149

...Schmerz! Mein letztes -
...

Page 150

...eben vor mir deine Lüge, als du sprachst: `ich
trieb's also _nur_ zum Spiele!` Es war...

Page 151

...- ich sah noch keinen grossen Menschen. Was gross
ist, dafür ist das Auge der Feinsten...

Page 152

...auch
keine Stunde mehr lustig, es sei denn in Erinnerungen.

Dazu stieg ich in diese Berge, dass...

Page 153

...Alles, und Mancherlei auch,
was sein Herr sich selbst verbirgt.

Es war ein verborgener Gott, voller Heimlichkeit....

Page 154

...sein willst, wittere ich
einen heimlichen Weih- und Wohlgeruch von langen Segnungen: mir wird
wohl und wehe...

Page 155

...vom Boden auf nämlich
quoll es gurgelnd und röchelnd, wie Wasser Nachts durch verstopfte
Wasser-Röhren gurgelt und...

Page 156

...Wege todt und zu Schanden.

Dass du aber an mir vorübergiengst, schweigend; dass du erröthetest,
ich sah...

Page 157

...Schmach
und Hässlichkeit.

Sein Mitleiden kannte keine Scham: er kroch in meine schmutzigsten
Winkel. Dieser Neugierigste, Über-Zudringliche, Über-Mitleidige...

Page 158

...es Kühe, welche auf einer Anhöhe bei einander
standen; deren Nähe und Geruch hatten sein Herz...

Page 159

...nahmen ihn nicht an."

"Aber sie nahmen mich nicht an, sagte der freiwillige Bettler, du
weisst es...

Page 160

...was lange Zeit braucht, ein Tag- und Maul-Werk für sanfte
Müssiggänger und Tagediebe.

Am weitesten freilich brachten...

Page 161

...er dabei
seinen Nachfolger und Schatten zu Boden: so dicht schon folgte ihm
derselbe auf den Fersen,...

Page 162

...mehr, das ich liebe, - wie sollte ich noch mich selber lieben?

`Leben, wie ich Lust...

Page 163

...Baum
niederzulegen, um die Stunde des vollkommnen Mittags, und zu schlafen.

Diess that Zarathustra; und sobald er...

Page 164

...Augen-Blidk - _Wenig_ macht die
Art des _besten_ Glücks. Still!

- Was geschah mir: Horch! Flog die...

Page 165

...bei einander, an denen er des Tags vorübergegangen war:
der König zur Rechten und der König...

Page 166

...und schwiegen
ehrfürchtig; der König zur Rechten aber antwortete ihm in ihrem Namen.

"Daran, oh Zarathustra, wie...

Page 167

...wollen, oder sie lernen wieder _hoffen_ - oder
sie lernen von dir, oh Zarathustra, die _grosse_...

Page 168

...warte ich hier in diesen
Bergen und will meinen Fuss nicht ohne sie von dannen heben,

-...

Page 169

...Lämmer, deren ich zwei habe:

- _Die_ soll man geschwinde schlachten und würzig, mit Salbei,
zubereiten: so...

Page 170

...der Pöbel - es giebt keine
höheren Menschen, wir sind Alle gleich, Mensch ist Mensch, vor...

Page 171

...aber mit _Stolz_.

Wer den Abgrund sieht, aber mit Adlers-Augen, wer mit Adlers-Krallen
den Abgrund _fasst_: Der...

Page 172

...eure Gründe geheim! Diess Heute nämlich
ist des Pöbels.

Was der Pöbel ohne Gründe einst glauben lernte,...

Page 173

...hoch steigen, wenn nicht eurer Väter Wille mit euch
steigt?

Wer aber Erstling sein will, sehe zu,...

Page 174

...wo man nicht liebt? Das - dünkt mich ein
schlechter Geschmack. Aber so that er, dieser...

Page 175

...stürzt: nach
seiner eignen Pfeife will er tanzen, die Meere zittern und hüpfen
unter seinen Fusstapfen.

Der den...

Page 176

...gleich mir, denen der
alte Gott starb und noch kein neuer Gott in Wiegen und Windeln...

Page 177

...Grimmig-gram
Allem, was blickt Schafmässig, lammäugig, krauswollig, Grau, mit
Lamms-Schafs-Wohlwollen!

Also Adlerhaft, pantherhaft Sind des Dichters Sehnsüchte, Sind...

Page 178

...auch hier oben, ihr und ich. Ich nämlich
suche _mehr_Sicherheit_, desshalb kam ich zu Zarathustra. Der...

Page 179

...er wieder, mich lieben und loben, er
kann nicht lange leben, ohne solche Thorheiten zu thun.

_Der_...

Page 180

...ehe Jemand ihm antwortete,
hatte er schon die Harfe des alten Zauberers ergriffen, die Beine
gekreuzt und...

Page 181

...Ähnlich, allzuähnlich
Liege ich hier, von kleinen
Flügelkäfern
...

Page 182

...Das andre Bein!
Oh schade um dieses liebliche andre Bein!
...

Page 183

...lachen, so ist es doch
nicht _mein_ Lachen, das sie lernten.

Aber was liegt daran! Es sind...

Page 184

...der Wanderer und Schatten,
der alte Wahrsager, der Gewissenhafte des Geistes und der hässlichste
Mensch: sie lagen...

Page 185

...wie stimmt Das mit dir selber zusammen,
dass du solchergestalt einen Esel hier als Gott anbetest?"...

Page 186

...ein vollkommner Weiser gern auf den krümmsten Wegen? Der
Augenschein lehrt es, oh Zarathustra, - _dein_...

Page 187

...es abermals, dieses Eselsfest, thut's euch zu Liebe,
thut's auch mir zu Liebe! Und zu _meinem_...

Page 188

...wenn in
Wahrheit an jenem Abende der Esel nicht getanzt hat, so geschahen doch
damals grössere und...

Page 189

...ich nicht in tiefe Brunnen? Die
Welt schläft -

Ach! Ach! Der Hund heult, der Mond scheint....

Page 190

..._mich_? Bin ich dir weltlich? Bin ich dir
geistlich? Bin ich dir göttlich? Aber Tag und...

Page 191

...Alles von neuem, Alles ewig, Alles verkettet, verfädelt, verliebt,
oh so _liebtet_ ihr die Welt, -

-...

Page 192

..._das_ sind nicht meine rechten Gefährten! Nicht auf sie warte ich
hier in meinen Bergen.

Zu meinem...

Page 193

...gegen die Thiere wehrte. Da flogen die Tauben
ab und zu und setzten sich ihm auf...

Page 194

...herauf, du
grosser Mittag!" - -

Also sprach Zarathustra und verliess seine Höhle, glühend und stark,
wie eine...