Ainsi Parlait Zarathoustra

By Friedrich Nietzsche

Page 44

appelle cela son mariage.

Tel autre était réservé dans ses relations et difficile dans son choix.
Mais d'un seul coup il a gâté à tout jamais sa société. Il appelle
cela son mariage.

Tel autre encore cherchait une servante avec les vertus d'un ange.
Mais soudain il devint la servante d'une femme, et maintenant il lui
faudrait devenir ange lui-même.

Je n'ai vu partout qu'acheteurs pleins de précaution et tous ont des
yeux rusés. Mais le plus rusé lui-même achète sa femme comme chat en
poche.

Beaucoup de courtes folies - c'est là ce que vous appelez amour. Et
votre mariage met fin à beaucoup de courtes folies, par une longue
sottise.

Votre amour de la femme et l'amour de la femme pour l'homme: oh! que ce
soit de la pitié pour des dieux souffrants et voilés! Mais presque
toujours c'est une bête qui devine l'autre.

Cependant votre meilleur amour n'est qu'une métaphore extasiée et une
douloureuse ardeur. Il est un flambeau qui doit éclairer pour vous les
chemins supérieurs.

Un jour vous devrez aimer par delà vous-mêmes! _Apprenez_ donc d'abord
à aimer! C'est pourquoi il vous fallut boire l'amer calice de votre
amour.

Il y a de l'amertume dans le calice, même dans le calice du meilleur
amour. C'est ainsi qu'il éveille en toi le désir du Surhumain, c'est
ainsi qu'il éveille en toi la soif, ô créateur!

Soif du créateur, flèche et désir du Surhumain: dis-moi, mon frère,
est-ce là ta volonté du mariage?

Je sanctifie telle volonté et un tel mariage. -


Ainsi parlait Zarathoustra.





DE LA MORT VOLONTAIRE


Il y en a beaucoup qui meurent trop tard et quelques-uns qui meurent
trop tôt. La doctrine qui dit: "Meurs à temps!" semble encore étrange.

Meurs à temps: voilà ce qu'enseigne Zarathoustra.

Il est vrai que celui qui n'a jamais vécu à temps ne saurait mourir à
temps. Qu'il ne soit donc jamais né! - Voilà ce que je conseille aux
superflus.

Mais les superflus eux-mêmes font les importants avec leur mort, et la
noix la plus creuse prétend être cassée.

Ils accordent tous de l'importance à la mort: mais pour eux la mort
n'est pas encore une fête. Les hommes ne savent point encore comment
on consacre les plus belles fêtes.

Je vous montre la mort qui consacre, la mort qui, pour les vivants,
devient un aiguillon et une promesse.

L'accomplisseur meurt de _sa_ mort, victorieux, entouré de ceux qui
espèrent et qui promettent.

C'est ainsi qu'il faudrait apprendre à mourir; et il ne devrait pas y
avoir de fête, sans qu'un tel mourant ne sanctifie les serments des
vivants!

Mourir ainsi est

Last Page Next Page

Text Comparison with Jenseits von Gut und Böse

Page 16
Dieselbe als Morphologie und Entwicklungslehre des Willens zur Macht zufassen, wie ich sie fasse - daran hat noch Niemand in seinen Gedanken selbst gestreift: sofern es nämlich erlaubt ist, in dem, was bisher geschrieben wurde, ein Symptom von dem, was bisher verschwiegen wurde, zu erkennen.
Page 21
Wie hätte auch ein Plato das Leben ausgehalten - ein griechisches Leben, zu dem er Nein sagte, - ohne einen Aristophanes! - 29.
Page 24
Es ist viel zu viel Zauber und Zucker in jenen Gefühlen des "für Andere", des "nicht für mich", als dass man nicht nöthig hätte, hier doppelt misstrauisch zu werden und zu fragen: "sind es nicht vielleicht - Verführungen?" - Dass sie gefallen - Dem, der sie hat, und Dem, der ihre Früchte geniesst, auch dem blossen Zuschauer, - dies giebt noch kein Argument für sie ab, sondern fordert gerade zur Vorsicht auf.
Page 32
Der christliche Glaube ist von Anbeginn Opferung: Opferung aller Freiheit, alles Stolzes, aller Selbstgewissheit des Geistes; zugleich Verknechtung und Selbst-Verhöhnung, Selbst-Verstümmelung.
Page 34
Es.
Page 50
Das Wesentliche und Unschätzbare an jeder Moral ist, dass sie ein langer Zwang ist: um den Stoicismus oder Port-Royal oder das Puritanerthum zu verstehen, mag man sich des Zwangs erinnern, unter dem bisher jede Sprache es zur Stärke und Freiheit gebracht, - des metrischen Zwangs, der Tyrannei von Reim und Rhythmus.
Page 52
- Hiermit ist auch ein Wink zur Erklärung jenes Paradoxons gegeben, warum gerade in der christlichsten Periode Europa's und überhaupt erst unter dem Druck christlicher Werthurtheile der Geschlechtstrieb sich bis zur Liebe (amour-passion) sublimirt hat.
Page 60
mit abgeschafft: sie wäre nicht mehr nöthig, sie hielte sich selbst nicht mehr für nöthig! - Wer das Gewissen des heutigen Europäers prüft, wird aus tausend moralischen Falten und Verstecken immer den gleichen Imperativ herauszuziehen haben, den Imperativ der Heerden-Furchtsamkeit: "wir wollen, dass es irgendwann einmal Nichts mehr zu fürchten giebt!" Irgendwann einmal - der Wille und Weg dorthin heisst heute in Europa überall der "Fortschritt".
Page 65
Sehen wir genauer zu: was ist der wissenschaftliche Mensch? Zunächst eine unvornehme Art Mensch, mit den Tugenden einer unvornehmen, das heisst nicht herrschenden, nicht autoritativen und auch nicht selbstgenugsamen Art Mensch: er hat Arbeitsamkeit, geduldige Einordnung in Reih und Glied, Gleichmässigkeit und Maass im Können und Bedürfen, er hat den Instinkt für Seines gleichen und für Das, was Seinesgleichen nöthig hat, zum Beispiel jenes Stück Unabhängigkeit und grüner Weide, ohne welches es keine Ruhe der Arbeit giebt, jenen Anspruch auf Ehre und Anerkennung (die zuerst und zuoberst Erkennung, Erkennbarkeit voraussetzt -), jenen Sonnenschein des guten Namens, jene beständige.
Page 85
Fast Alles, was wir "höhere Cultur" nennen, beruht auf der Vergeistigung und Vertiefung der Grausamkeit - dies ist mein Satz; jenes "wilde Thier" ist gar nicht abgetödtet worden, es lebt, es blüht, es hat sich nur - vergöttlicht.
Page 91
Seit der französischen Revolution ist in Europa der Einfluss des Weibes in dem Maasse geringer geworden, als es an Rechten und Ansprüchen zugenommen hat; und die "Emancipation des Weibes", insofern sie von den Frauen selbst (und nicht nur von männlichen Flachköpfen) verlangt und gefördert wird, ergiebt sich dergestalt als ein merkwürdiges Symptom von der zunehmenden Schwächung und Abstumpfung der allerweiblichsten Instinkte.
Page 94
Nenne man es nun "Civilisation" oder "Vermenschlichung" oder "Fortschritt", worin jetzt die Auszeichnung der Europäer gesucht wird; nenne man es einfach, ohne zu loben und zu tadeln, mit einer politischen Formel die demokratische Bewegung Europa's: hinter all den moralischen und politischen Vordergründen, auf welche mit solchen Formeln hingewiesen wird, vollzieht sich ein ungeheurer physiologischer Prozess, der immer mehr in Fluss geräth, - der Prozess einer Anähnlichung der Europäer, ihre wachsende Loslösung von den Bedingungen, unter denen klimatisch und ständisch gebundene Rassen entstehen, ihre zunehmende Unabhängigkeit von jedem bestimmten milieu, das Jahrhunderte lang sich mit gleichen Forderungen in Seele und Leib einschreiben möchte, - also die langsame Heraufkunft einer wesentlich übernationalen und nomadischen Art Mensch, welche, physiologisch geredet, ein Maximum von Anpassungskunst und -kraft als ihre typische Auszeichnung besitzt.
Page 96
Der Deutsche selbst ist nicht, er wird, er "entwickelt sich".
Page 100
vorigen Jahrhundert, als alle Italiäner und Italiänerinnen zu singen verstanden, bei ihnen das Gesangs-Virtuosenthum (und damit auch die Kunst der Melodik -) auf die Höhe kam.
Page 104
In der That wälzt sich heut im Vordergrunde ein verdummtes und vergröbertes Frankreich, - es hat neuerdings, bei dem Leichenbegängniss Victor Hugo's, eine wahre Orgie des Ungeschmacks und zugleich der Selbstbewunderung gefeiert.
Page 108
Er mag sogar eine Sünde wider die Romantik gewesen sein, dieser antiromanische Siegfried: nun, Wagner hat diese Sünde reichlich quitt gemacht, in seinen alten trüben Tagen, als er - einen Geschmack vorwegnehmend, der inzwischen Politik geworden ist - mit der ihm eignen religiösen Vehemenz den Weg nach Rom, wenn nicht zu gehn, so doch zu predigen anfieng.
Page 109
Sagen wir es uns ohne Schonung, wie bisher jede höhere Cultur auf Erden angefangen hat! Menschen mit einer noch natürlichen Natur, Barbaren in jedem furcht baren Verstande des Wortes, Raubmenschen, noch im Besitz ungebrochner Willenskräfte und Macht-Begierden, warfen sich auf schwächere, gesittetere, friedlichere, vielleicht handeltreibende oder viehzüchtende Rassen, oder auf alte mürbe Culturen, in denen eben die letzte Lebenskraft in glänzenden Feuerwerken von Geist und Verderbniss verflackerte.
Page 111
Der vornehme Mensch trennt die Wesen von sich ab, an denen das Gegentheil solcher gehobener stolzer Zustände zum Ausdruck kommt: er verachtet sie.
Page 122
- Das Mitleiden des Heiligen ist das Mitleiden mit dem Schmutz des Menschlichen, Allzumenschlichen.
Page 126
Man hört den Schriften eines Einsiedlers immer auch Etwas von dem Wiederhall der Öde, Etwas von dem Flüstertone und dem scheuen Umsichblicken der Einsamkeit an; aus seinen stärksten Worten, aus seinem Schrei selbst klingt noch eine neue und gefährlichere Art des Schweigens, Verschweigens heraus.