Ainsi Parlait Zarathoustra

By Friedrich Nietzsche

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Ainsi fait toute sagesse qui
doit un jour engendrer la foudre. -

Pour ces hommes d'aujourd'hui je ne veux ni être _lumière_, ni être
appelé lumière. _Ceux-là_ - je veux les aveugler. Foudre de ma
sagesse! crève-leur les yeux!


8.


Ne veuillez rien au-dessus de vos forces: il y a une mauvaise fausseté
chez eux qui veulent au-dessus de leurs forces.

Surtout lorsqu'ils veulent de grandes choses! car ils éveillent la
méfiance des grandes choses, ces subtils faux-monnayeurs, ces
comédiens: - jusqu'à ce qu'enfin ils soient faux devant eux-mêmes, avec
les yeux louches, bois vermoulus et revernis, attifés de grand mots et
de vertus d'apparat, par un clinquant de fausses oeuvres.

Soyez pleins de précautions à leur égard, ô hommes supérieurs! Rien
est pour moi plus précieux et plus rare aujourd'hui que la probité.

Cet aujourd'hui n'appartient-il pas à la populace? La populace
cependant ne sait pas ce qui est grand, ce qui est petit, ce qui est
droit et honnête: elle est innocemment tortueuse, elle ment toujours.


9.


Ayez aujourd'hui une bonne méfiance, hommes supérieurs! hommes
courageux! hommes francs! Et tenez secrètes vos raisons. Car cet
aujourd'hui appartient à la populace.

Ce que la populace n'a pas appris à croire sans raison, qui pourrait le
renverser auprès d'elle par des raisons?

Sur la place publique on persuade par des gestes. Mais les raisons
rendent la populace méfiante.

Et is la vérité a une fois remporté la victoire là-bas, demandez-vous
alors avec une bonne méfiance: "Quelle grande erreur a combattu pour
elle?"

Gardez-vous aussi des savants! Ils vous haïssent, car ils sont
stériles! Ils ont des yeux froids et secs, devant eux tout oiseau est
déplumé.

Ceux-ci se vantent de ne pas mentir: mais l'incapacité de mentir est
encore bien loin de l'amour de la vérité. Gardez-vous!

L'absence de fièvre est bien loin d'être de la connaissance! Je ne
crois paus aux esprits réfrigérés. Celui qui ne sait pas mentir, ne
sait pas ce que c'est que la vérité.


10.


Si vous voulez monter haut, servez-vous de vos propres jambes! Ne vous
faites pas _porter_ en haut, ne vous asseyez pas sur le dos et la tête
d'autrui!

Mais toi, tu es monté à cheval! Galopes-tu maintenant, avec une bonne
allure vers ton but? Eh bien, mon ami! mais ton pied boiteux est aussi
à cheval!

Quand tu seras arrivé à ton but, quand tu sauteras de ton cheval: c'est
précisément sur ta _hauteur_, homme supérieur, - que tu trébucheras!


11.


Vous qui créez, hommes supérieurs! Une femme n'est enceinte que son
propre enfant.

Ne vous laissez point induire en erreur! Qui

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Text Comparison with Jenseits von Gut und Böse

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eigentlich "zur Wahrheit"? - In der that, wir machten langen Halt vor der Frage nach der Ursache dieses Willens, - bis wir, zuletzt, vor einer noch gründlicheren Frage ganz und gar stehen blieben.
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Bei den stärkeren, lebensvolleren, nach Leben noch durstigen Denkern scheint es aber anders zu stehen: indem sie Partei gegen den Schein nehmen und das Wort "perspektivisch" bereits mit Hochmuth aussprechen, indem sie die Glaubwürdigkeit ihres eigenen Leibes ungefähr so gering anschlagen wie die Glaubwürdigkeit des Augenscheins, welcher sagt "die Erde steht still", und dermaassen anscheinend gut gelaunt den sichersten Besitz aus.
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Es giebt immer noch harmlose Selbst-Beobachter, welche glauben, dass es "unmittelbare Gewissheiten" gebe, zum Beispiel "ich denke", oder, wie es der Aberglaube Schopenhauer's war, "ich will": gleichsam als ob hier das Erkennen rein und nackt seinen Gegenstand zu fassen bekäme, als "Ding an sich", und weder von Seiten des Subjekts, noch von Seiten des Objekts eine Fälschung stattfände.
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Ein Mensch, der will -, befiehlt einem Etwas in sich, das gehorcht oder von dem er glaubt, dass es gehorcht.
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Man vergebe es mir als einem alten Philologen, der von der Bosheit nicht lassen kann, auf schlechte Interpretations-Künste den Finger zu legen - aber jene "Gesetzmässigkeit der Natur", von der ihr Physiker so stolz redet, wie als ob - - besteht nur Dank eurer Ausdeutung und schlechten "Philologie", - sie ist kein Thatbestand, kein "Text", vielmehr nur eine naiv-humanitäre Zurechtmachung und Sinnverdrehung, mit der ihr den demokratischen Instinkten der modernen Seele sattsam entgegenkommt! "Überall Gleichheit vor dem Gesetz, - die Natur hat es darin nicht anders und nicht besser als wir": ein artiger Hintergedanke, in dem noch einmal die pöbelmännische Feindschaft gegen alles Bevorrechtete und Selbstherrliche, insgleichen ein zweiter und feinerer Atheismus verkleidet liegt.
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Wer nicht im Verkehr mit Menschen gelegentlich in allen Farben der Noth, grün und grau vor Ekel, Überdruss, Mitgefühl, Verdüsterung, Vereinsamung schillert, der ist gewiss kein Mensch höheren Geschmacks; gesetzt aber, er nimmt alle diese Last und Unlust nicht freiwillig auf sich, er weicht ihr immerdar aus und bleibt, wie.
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Alles, was tief ist, liebt die Maske; die allertiefsten Dinge haben sogar einen Hass auf Bild und Gleichniss.
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Ein Volk ist der Umschweif der Natur, um zu sechs, sieben grossen Männern zu kommen.
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Mann und Weib im Ganzen verglichen, darf man sagen: das Weib hätte nicht das Genie des Putzes, wenn es nicht den Instinkt der zweiten Rolle hätte.
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Der objektive Mensch, der nicht mehr flucht und schimpft, gleich dem Pessimisten, der ideale Gelehrte, in dem der wissenschaftliche Instinkt nach tausendfachem Ganz- und Halb-Missrathen einmal zum Auf- und Ausblühen kommt, ist sicherlich eins der kostbarsten Werkzeuge, die es giebt: aber er gehört in die Hand eines Mächtigeren.
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Diese Skepsis verachtet und reisst trotzdem an sich; sie untergräbt und nimmt in Besitz; sie glaubt nicht, aber sie verliert sich nicht dabei; sie giebt dem Geiste gefährliche Freiheit, aber sie hält das Herz streng; es ist die deutsche Form der Skepsis, welche, als ein fortgesetzter und in's Geistigste gesteigerter Fridericianismus, Europa eine gute Zeit unter die Botmässigkeit des deutschen Geistes und seines kritischen und historischen Misstrauens gebracht hat.
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Wir geniessen zum Beispiel Homer wieder: vielleicht ist es unser glücklichster Vorsprung, dass wir Homer zu schmecken verstehen, welchen die Menschen einer vornehmen Cultur (etwa die Franzosen des siebzehnten Jahrhunderts, wie Saint-Evremond, der ihm den esprit vaste vorwirft, selbst noch ihr Ausklang Voltaire) nicht so leicht sich anzueignen wissen und wussten, - welchen zu geniessen sie sich kaum erlaubten.
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Das, was am Weibe Respekt und oft genug Furcht einflösst, ist seine Natur, die "natürlicher" ist als die des Mannes, seine ächte raubthierhafte listige Geschmeidigkeit, seine Tigerkralle unter dem Handschuh, seine Naivetät im Egoismus, seine Unerziehbarkeit und innerliche Wildheit, das Unfassliche, Weite, Schweifende seiner Begierden und Tugenden.
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"Der hält und weiss von Philosophie so viel als ein Bauer oder Corpsstudent - sagte der Eine -: der ist noch unschuldig.
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Auch etwas Anderes ist ihnen gemeinsam: ein guter Wille, sich der geistigen Germanisirung zu erwehren - und ein noch besseres Unvermögen dazu! Vielleicht ist jetzt schon Schopenhauer in diesem Frankreich des Geistes, welches auch ein Frankreich des Pessimismus ist, mehr zu Hause und heimischer geworden, als er es je in Deutschland war; nicht zu reden von Heinrich Heine, der den feineren und anspruchsvolleren Lyrikern von Paris lange schon in Fleisch und Blut übergegangen.
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Freilich: man darf sich über die Entstehungsgeschichte einer aristokratischen Gesellschaft (also der Voraussetzung jener Erhöhung des Typus "Mensch" -) keinen humanitären Täuschungen hingeben: die Wahrheit ist hart.
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Wer das Hohe eines Menschen nicht sehen will, blickt um so schärfer nach dem, was niedrig und Vordergrund an ihm ist - und verräth sich selbst damit.
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Ach, was seid ihr doch, ihr meine geschriebenen und gemalten Gedanken! Es ist nicht lange her, da wart ihr noch so bunt, jung und boshaft, voller Stacheln und geheimer Würzen, dass ihr mich niesen und lachen machtet - und jetzt? Schon habt ihr eure Neuheit ausgezogen, und einige von euch sind, ich fürchte es, bereit, zu Wahrheiten zu werden: so unsterblich sehn sie bereits aus, so herzbrechend rechtschaffen, so langweilig! Und war es jemals anders? Welche Sachen schreiben und malen wir denn ab, wir Mandarinen mit chnesischem Pinsel, wir Verewiger der Dinge, welche sich schreiben lassen, was vermögen wir denn allein abzumalen? Ach, immer nur Das, was eben welk werden will und anfängt, sich zu verriechen! Ach, immer nur abziehende und erschöpfte Gewitter und gelbe späte Gefühle! Ach, immer nur Vögel, die sich müde flogen und verflogen und sich nun mit der Hand haschen lassen, - mit unserer Hand! Wir verewigen, was nicht mehr lange leben und fliegen kann, müde und mürbe Dinge allein! Und nur euer Nachmittag ist es, ihr meine geschriebenen und gemalten Gedanken, für den allein ich Farben habe, viel Farben vielleicht, viel bunte Zärtlichkeiten und fünfzig Gelbs und Brauns und Grüns und Roths: - aber Niemand erräth mir daraus, wie ihr in eurem Morgen aussahet, ihr plötzlichen Funken und Wunder meiner Einsamkeit, ihr meine alten geliebten - - schlimmen Gedanken! Aus hohen Bergen.