Ainsi Parlait Zarathoustra

By Friedrich Nietzsche

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hasard: il est innocent comme un petit
enfant!"

Comment _sauraient_-ils supporter mon bonheur si je ne mettais autour
de mon bonheur des accidents et des misères hivernales, des toques de
fourrure et des manteaux de neige? - si je n'avais moi-même pitié de
leur _apitoiement_, l'apitoiement de ces tristes envieux? - si moi-même
je ne soupirais et ne grelottais pas devant eux, en me _laissant_
envelopper patiemment dans leur pitié?

Ceci est la sagesse folâtre et la bienveillance de mon âme, qu'elle ne
_cache point_ son hiver et ses vents glacés; elle ne cache pas même ses
engelures.

Pour l'un la solitude est la fuite du malade, pour l'autre la fuite
devant le malade.

Qu'ils _m'entendent_ gémir et soupirer à cause de la froidure de
l'hiver, tous ces pauvres et louches vauriens autour de moi! Avec de
tels gémissements et de tels soupirs, je fuis leurs chambres chauffées.

Qu'ils me plaignent et me prennent en pitié a cause de mes engelures:
"Il finira par _geler_ à la glace de sa connaissance! - c'est ainsi
qu'ils gémissent.

Pendant ce temps, les pieds chauds, je cours çà et là, sur ma montagne
des Oliviers; dans le coin ensoleillé de ma montagne des Oliviers, je
chante et je me moque de toute compassion.-


Ainsi chantait Zarathoustra.





EN PASSANT


En traversant ainsi sans hâte bien des peuples et mainte ville,
Zarathoustra retournait pas des détours vers ses montagnes et sa
caverne. Et, en passant, il arriva aussi, à l'improviste, à la porte
de la _grande Ville_: mais lorsqu'il fut arrivé là, un fou écumant
sauta sur lui les bras étendus en lui barrant le passage. C'était le
même fou que le peuple appelait "le singe de Zarathoustra": car il
imitait un peu les manières de Zarathoustra et la chute de sa phrase.
Il aimait aussi à emprunter au trésor de sa sagesse. Le fou cependant
parlait ainsi à Zarathoustra:

"O Zarathoustra, c'est ici qu'est la grande ville: tu n'as rien à y
chercher et tout à y perdre. Pourquoi voudrais-tu patauger dans cette
fange? Aie donc pitié de tes jambes! crache plutôt sur la porte de la
grande ville et - retourne sur tes pas! Ici c'est l'enfer pour les
pensées solitaires. Ici l'on fait cuire vivantes les grandes pensées
et on les réduit en bouillie.
Ici pourrissent tous les grandes sentiments: ici on ne laisse cliqueter
que les petits sentiments desséchés!

Ne sens-tu pas déjà l'odeur des abattoirs et des gargotes de l'esprit?
Les vapeurs des esprits abattus ne font-elles pas fumer cette ville?
Ne vois-tu pas les âmes suspendues comme des torchons mous et
malpropres? - et

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Text Comparison with Die Geburt der Tragödie: Versuch einer Selbstkritik

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Um mir alle die möglichen Bedenklichkeiten, Aufregungen und Missverständnisse ferne zu halten, zu denen die in dieser Schrift vereinigten Gedanken bei dem eigenthümlichen Character unserer aesthetischen Oeffentlichkeit Anlass geben werden, und um auch die Einleitungsworte zu derselben mit der gleichen beschaulichen Wonne schreiben zu können, deren Zeichen sie selbst, als das Petrefact guter und erhebender Stunden, auf jedem Blatte trägt, vergegenwärtige ich mir den Augenblick, in dem Sie, mein hochverehrter Freund, diese Schrift empfangen werden: wie Sie, vielleicht nach einer abendlichen Wanderung im Winterschnee, den entfesselten Prometheus auf dem Titelblatte betrachten, meinen Namen lesen und sofort überzeugt sind, dass, mag in dieser Schrift stehen, was da wolle, der Verfasser etwas Ernstes und Eindringliches zu sagen hat, ebenfalls dass er, bei allem, was er sich erdachte, mit Ihnen wie mit einem Gegenwärtigen verkehrte und nur etwas dieser Gegenwart Entsprechendes niederschreiben durfte.
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Diese freudige Nothwendigkeit der Traumerfahrung ist gleichfalls von den Griechen in ihrem Apollo ausgedrückt worden: Apollo, als der Gott aller bildnerischen Kräfte, ist zugleich der wahrsagende Gott.
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Wenn die Musik scheinbar bereits als eine apollinische Kunst bekannt war, so war sie dies doch nur, genau genommen, als Wellenschlag des Rhythmus, dessen bildnerische Kraft zur Darstellung apollinischer Zustände entwickelt wurde.
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Das Uebermaass enthüllte sich als Wahrheit, der Widerspruch, die aus Schmerzen geborene Wonne sprach von sich aus dem Herzen der Natur heraus.
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Der Plastiker und zugleich der ihm verwandte Epiker ist in das reine Anschauen der Bilder versunken.
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In der Dichtung des Volksliedes sehen wir also die Sprache auf das Stärkste angespannt, die Musik nachzuahmen: deshalb beginnt mit Archilochus eine neue Welt der Poesie, die der homerischen in ihrem tiefsten Grunde widerspricht.
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Die Dichtung des Lyrikers kann nichts aussagen, was nicht in der ungeheuersten Allgemeinheit und Allgültigkeit bereits in der Musik lag, die ihn zur Bilderrede nöthigte.
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zu schliessen, einem Schwindelnden gleich, der, um nur dem entsetzlichen, nicht mehr erträglichen Wirbel zu entgehn, sich vom Thurme herunterstürzt.
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Die metaphysische Freude am Tragischen ist eine Uebersetzung der instinctiv unbewussten dionysischen Weisheit in die Sprache des Bildes: der Held, die höchste Willenserscheinung,.
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dem vertieften Anschauen und Ueberschauen des Ganzen jene früher erwähnte Hamletlehre zu entnehmen ist.
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Soweit hat ihn das optimistische Betrachten verzärtelt.
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Einer strengen Betrachtung fällt dieser verhängnissvolle Einfluss der Oper auf die Musik geradezu mit der gesammten modernen Musikentwicklung zusammen; dem in der Genesis der Oper und im Wesen der durch sie repräsentirten Cultur lauernden Optimismus ist es in beängstigender Schnelligkeit gelungen, die Musik ihrer dionysischen Weltbestimmung zu entkleiden und ihr einen formenspielerischen, vergnüglichen Charakter aufzuprägen: mit welcher Veränderung nur etwa die Metamorphose des aeschyleischen Menschen in den alexandrinischen Heiterkeitsmenschen verglichen werden dürfte.
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Was vermag die erkenntnisslüsterne Sokratik unserer Tage günstigsten Falls mit diesem aus unerschöpflichen Tiefen emporsteigenden Dämon zu beginnen? Weder von dem Zacken- und Arabeskenwerk der Opernmelodie aus, noch mit Hülfe des arithmetischen Rechenbretts der Fuge und der contrapunktischen Dialektik will sich die Formel finden lassen, in deren dreimal gewaltigem Licht man jenen Dämon sich unterwürfig zu machen und zum Reden zu zwingen vermöchte.
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Dagegen dürfte mancher edler und zarter von der Natur Befähigte, ob er gleich in der geschilderten Weise allmählich zum kritischen Barbaren geworden war, von einer eben so unerwarteten als gänzlich unverständlichen Wirkung zu erzählen haben, die etwa eine glücklich gelungene Lohengrinaufführung auf ihn ausübte: nur dass ihm vielleicht jede Hand fehlte, die ihn mahnend und deutend anfasste, so dass auch jene unbegreiflich verschiedenartige und durchaus unvergleichliche Empfindung, die ihn damals erschütterte, vereinzelt blieb und wie ein räthselhaftes Gestirn nach kurzem Leuchten erlosch.
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Die Bilder des Mythus müssen die unbemerkt allgegenwärtigen dämonischen Wächter sein, unter deren Hut die junge Seele heranwächst, an deren Zeichen der Mann sich sein Leben und seine Kämpfe deutet: und selbst der Staat kennt keine mächtigeren ungeschriebnen Gesetze als das mythische Fundament, das seinen Zusammenhang mit der Religion, sein Herauswachsen aus mythischen Vorstellungen verbürgt.
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Für die Erklärung des tragischen Mythus ist es gerade die erste Forderung, die ihm eigenthümliche Lust in der rein aesthetischen Sphäre zu suchen, ohne in das Gebiet des Mitleids, der Furcht, des Sittlich - Erhabenen überzugreifen.
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Das Dionysische, mit seiner selbst am Schmerz percipirten Urlust, ist der gemeinsame Geburtsschooss der Musik und des tragischen Mythus.