Ainsi Parlait Zarathoustra

By Friedrich Nietzsche

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De ce portique du moment une longue
et éternelle rue retourne _en arrière_: derrière nous il y a une
éternité.

Toute chose qui _sait_ courir ne doit-elle pas avoir parcouru cette
rue? Toute chose qui _peut_ arriver ne doit-elle pas être déjà
arrivée, accomplie, passée?

Et si tout ce qui est a déjà été: que penses-tu, nain, de cet instant?
Ce portique lui aussi ne doit-il pas déjà - avoir été?

Et toutes choses ne sont-elles pas enchevêtrées de telle sorte que cet
instant tire après lui toutes les choses de l'avenir? _Donc_ - aussi
lui-même?

Car toute chose qui _sait_ courir ne _doit_-elle pas suivre une seconde
fois cette longue route qui monte! -

Et cette lente araignée qui rampe au clair de lune, et ce clair de lune
lui-même, et moi et toi, réunis sous ce portique, chuchotant des choses
éternelles, ne faut-il pas que nous ayons tous déjà été ici?

Ne devons-nous pas revenir et courir de nouveau dans cette autre rue
qui monte devant nous, dans cette longue rue lugubre - ne faut-il pas
qu'éternellement nous revenions? -"

Ainsi parlais-je et d'une voix toujours plus basse, car j'avais peur de
mes propres pensées et de mes arrière-pensées. Alors soudain
j'entendis un chien _hurler_ tout près de nous.

Ai-je jamais entendu un chien hurler ainsi? Mes pensées essayaient de
se souvenir en retournant en arrière. Oui! Lorsque j'étais enfant,
dans ma plus lointaine enfance:

c'est alors que j'entendis un chien hurler ainsi. Et je le vis aussi,
le poil hérissé, le cour tendu, tremblant, au milieu de la nuit la plus
silencieuse, où les chiens eux-mêmes croient aux fantômes: -

en sorte que j'eus pitié de lui. Car, tout à l'heure, la pleine lune
s'est levée au-dessus de la maison, avec un silence de mort; tout à
l'heure elle s'est arrêtée, disque enflammé, - sur le toit plat, comme
sur un bien étranger:

C'est ce qui exaspéra le chien: car les chiens croient aux voleurs et
aux fantômes. Et lorsque j'entendis de nouveau hurler ainsi, je fus de
nouveau prit de pitié.

Où donc avaient passé maintenant le nain, le portique, l'araignée et
tous les chuchotements? Avais-je donc rêvé? M'étais-je éveillé? Je
me trouvai soudain parmi de sauvages rochers, seul, abandonné au clair
de lune solitaire.

_Mais un homme gisait là!_ Et voici! le chien bondissant, hérissé,
gémissant, - maintenant qu'il me voyait venir - se mit à hurler, à
_crier_: - ai-je jamais entendu un chien crier ainsi au secours?

Et, en vérité, je n'ai jamais rien vu de semblable à ce que je vis

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Text Comparison with Die Geburt der Tragödie: Versuch einer Selbstkritik

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Fast überall lag das Centrum dieser Feste in einer überschwänglichen geschlechtlichen Zuchtlosigkeit, deren Wellen über jedes Familienthum und dessen ehrwürdige Satzungen hinweg flutheten; gerade die wildesten Bestien der Natur wurden hier entfesselt, bis zu jener abscheulichen Mischung von Wollust und Grausamkeit, die mir immer als der eigentliche "Hexentrank" erschienen ist.
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Es ist des grössten Helden nicht unwürdig, sich nach dem Weiterleben zu sehnen, sei es selbst als Tagelöhner.
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Die homerische "Naivetät" ist nur als der vollkommene Sieg der apollinischen Illusion zu begreifen: es ist dies eine solche Illusion, wie sie die Natur, zur Erreichung ihrer Absichten, so häufig verwendet.
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Aus diesem Schein steigt nun, wie ein ambrosischer Duft, eine visionsgleiche neue Scheinwelt empor, von der jene im ersten Schein Befangenen nichts sehen - ein leuchtendes Schweben in reinster Wonne und schmerzlosem, aus weiten Augen strahlenden Anschauen.
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selbst das Bild des zürnenden Achilles für ihn nur ein Bild ist, dessen zürnenden Ausdruck er mit jener Traumlust am Scheine geniesst - so dass er, durch diesen Spiegel des Scheines, gegen das Einswerden und Zusammenschmelzen mit seinen Gestalten geschützt ist -, so sind dagegen die Bilder des Lyrikers nichts als er selbst und gleichsam nur verschiedene Objectivationen von ihm, weshalb er als bewegender Mittelpunkt jener Welt "ich" sagen darf: nur ist diese Ichheit nicht dieselbe, wie die des wachen, empirisch- realen Menschen, sondern die einzige überhaupt wahrhaft seiende und ewige, im Grunde der Dinge ruhende Ichheit, durch deren Abbilder der lyrische Genius bis auf jenen Grund der Dinge hindurchsieht.
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Der Satyrchor ist zu allererst eine Vision der dionysischen Masse, wie wiederum die Welt der Bühne eine Vision.
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Die Hoffnung der Epopten ging aber auf eine Wiedergeburt des Dionysus, die wir jetzt als das Ende der Individuation ahnungsvoll zu begreifen haben: diesem kommenden dritten Dionysus erscholl der brausende Jubelgesang der Epopten.
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Nun aber ist "Publicum" nur ein Wort und durchaus keine gleichartige und in sich verharrende Grösse.
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Wie verhält sich nun diesem Ideal des apollinischen Drama's gegenüber das euripideische Stück? Wie zu dem feierlichen Rhapsoden der alten Zeit jener jüngere, der sein Wesen im platonischen "Jon" also beschreibt: "Wenn ich etwas Trauriges sage, füllen sich meine Augen mit Thränen; ist aber das, was ich sage, schrecklich und.
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Wer ist das, der es wagen darf, als ein Einzelner das griechische Wesen zu verneinen, das als Homer, Pindar und Aeschylus, als Phidias, als Perikles, als Pythia und Dionysus, als der tiefste Abgrund und die höchste Höhe unserer staunenden Anbetung gewiss ist? Welche dämonische Kraft ist es, die diesen Zaubertrank in den Staub zu schütten sich erkühnen darf? Welcher Halbgott ist es, dem der Geisterchor der Edelsten der Menschheit zurufen muss: "Weh! Weh! Du hast sie zerstört,.
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Jene Verrückung der Chorposition, welche Sophokles jedenfalls durch seine Praxis und, der Ueberlieferung nach, sogar durch eine Schrift anempfohlen hat, ist der erste Schritt zur Vernichtung des Chors, deren Phasen in Euripides, Agathon und der neueren Komödie mit erschreckender Schnelligkeit auf einander folgen.
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Apollo steht vor mir, als der verklärende Genius des principii individuationis, durch den allein die Erlösung im Scheine wahrhaft zu erlangen ist: während unter dem mystischen Jubelruf des Dionysus der Bann der Individuation zersprengt wird und der Weg zu den Müttern des Sein's, zu dem innersten Kern der Dinge offen liegt.
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Denn die Musik ist, wie gesagt, darin von allen anderen Künsten verschieden, dass sie nicht Abbild der Erscheinung, oder richtiger, der adäquaten Objectität des Willens, sondern unmittelbar Abbild des Willens selbst ist und also zu allem Physischen der Welt das Metaphysische, zu aller Erscheinung das Ding an sich darstellt.
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entweder ein Stimulanzmittel für stumpfe und verbrauchte Nerven oder Tonmalerei.
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Wer die Oper vernichten will, muss den Kampf gegen jene alexandrinische Heiterkeit aufnehmen, die sich in ihr so naiv über ihre Lieblingsvorstellung ausspricht, ja deren eigentliche Kunstform sie ist.
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Habe ich dieser schwierigen Vorstellung mit den letzten Sätzen vielleicht nur einen vorläufigen, für Wenige sofort verständlichen Ausdruck zu geben vermocht, so darf ich gerade an dieser Stelle nicht ablassen, meine Freunde zu einem nochmaligen Versuche anzureizen und sie zu bitten, an einem einzelnen Beispiele unsrer gemeinsamen Erfahrung sich für die Erkenntniss des allgemeinen Satzes vorzubereiten.
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So gewaltig auch das Mitleiden in uns hineingreift, in einem gewissen Sinne rettet uns doch das Mitleiden vor dem Urleiden der Welt, wie das Gleichnissbild des Mythus uns vor dem unmittelbaren Anschauen der höchsten Weltidee, wie der Gedanke und das Wort uns vor dem ungedämmten Ergusse des unbewussten Willens rettet.
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Man übertrage sich nun dieses Phänomen des aesthetischen Zuschauers in einen analogen Prozess im tragischen Künstler, und man wird die Genesis des tragischen Mythus verstanden haben.
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dieser Erscheinungswelt am wenigsten, denn er sagt uns gerade: "Seht hin! Seht genau hin! Dies ist euer Leben! Dies ist der Stundenzeiger an eurer Daseinsuhr!" Und dieses Leben zeigte der Mythus, um es vor uns damit zu verklären? Wenn aber nicht, worin liegt dann die aesthetische Lust, mit der wir auch jene Bilder an uns vorüberziehen lassen? Ich frage nach der aesthetischen Lust und weiss recht wohl, dass viele dieser Bilder ausserdem mitunter noch eine moralische Ergetzung, etwa unter der Form des Mitleides oder eines sittlichen Triumphes, erzeugen können.